- 12.04.2012, 11:57:56
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Straßenverkehrsunfälle 2011 auf historischem Tiefstand, aber mehr Todesopfer bei Alkoholunfällen
Wien (OTS) - Die Statistik der Straßenverkehrsunfälle zeigt für
das Jahr 2011 einen leichten Rückgang von 0,6%, die Zahl der
Verletzten nahm um 1,8% ab. "Die Zahl der Verkehrstoten verringerte
sich weiter um 29 auf 523 und erreichte damit den geringsten Wert
seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1961", so Peter Laimer
von Statistik Austria anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz
mit Doris Bures (Bundesministerin für Verkehr, Innovation und
Technologie), Johanna Mikl-Leitner (Bundesministerin für Inneres) und
Othmar Thann vom KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) am
Donnerstag.
"Keine Unfallstatistik bietet Grund zum Jubeln, schließlich geht
es um menschliches Leid. Aber die sehr gute Nachricht lautet: Es gab
noch nie so wenig Unfälle, noch nie so wenig Verletzte und vor allem
noch nie so wenig Tote wie im Vorjahr. Das ist das Verdienst dreier
politischer Schwerpunktsetzungen: strengere Gesetze,
bewusstseinsbildende Maßnahmen für die VerkehrsteilnehmerInnen und
mehr Kontrollen", so Verkehrsministerin Bures.
Alkohol am Steuer - weniger Unfälle, aber mehr Todesopfer
Die Zahl der Alkoholunfälle und der dabei verletzten Personen war
jeweils rückläufig ( 0,7% bzw. 1,0%). Dennoch gab es 2011 - nach
einem 28%igen Rückgang im Jahr davor - mit 51 Verkehrstoten bei
Alkoholunfällen wieder deutlich mehr als 2010 (+18 Tote). Der Anteil
bei Alkoholunfällen ums Leben Gekommener an allen Verkehrstoten stieg
auf fast 10%. Damit war 2011 jeder 10. Verkehrstote nach offiziellen
Zahlen Opfer eines Alkoholunfalles; im Jahr 2010 war es jeder 17.
"Ein wesentlicher und wichtiger Schwerpunkt für die Bundespolizei
stellt angesichts des Anstieges bei den Alkoholtoten im Vorjahr die
Bekämpfung von Alkohol am Steuer dar. Die Kontrolldichte konnte durch
den Einsatz der Vortestgeräte auf mehr als 1,4 Mio. Alkotests
deutlich erhöht werden, mehr als 40.000 Alkolenker wurden aus dem
Verkehr gezogen", so Innenministerin Mikl-Leitner.
"Derzeit läuft unser Pilotprojekt für die Alko-Locks für
Wiederholungstäter, das garantiert, dass sich rückfällige
Wiederholungstäter nicht mehr alkoholisiert ans Steuer setzen", so
die Verkehrsministerin, die ankündigte: "Ich habe wegen der
Alko-Unfälle das Kuratorium für Verkehrssicherheit mit der
Durchführung einer Tiefenanalyse der Unfälle beauftragt, um noch
besser darauf reagieren zu können." Othmar Thann, Direktor des KFV
(Kuratorium für Verkehrssicherheit), erläutert: "Dieses Pilotprojekt
richtet sich an Menschen, deren B-Führerschein aufgrund eines
Alkoholdeliktes auf unbestimmte Zeit entzogen wurde." Wer bereit ist,
sich einen Alko-Interlock in sein Fahrzeug einbauen zu lassen,
bekommt unter strengen Auflagen - Begleitung durch einen Coach,
Einhaltung der Kontrolltermine, regelmäßige Nutzung des Fahrzeuges
und Führen eines Fahrtenbuches - seinen Führerschein zurück. "Dieses
Bewährungsmodell wird einen großen Beitrag zur Verkehrssicherheit
leisten, weil wir damit sicher stellen, dass Fahren unter
Alkoholeinfluss nicht stattfinden kann und auch die sogenannten
'Schwarzfahrten' vermieden werden", so Thann.
Kindersicherheit im Straßenverkehr
Bei den jüngsten Verkehrsteilnehmern bis 14 Jahre ist die Zahl der
Verletzten rückläufig (-1,0% auf 2.886). Dennoch nahm die Zahl der
Unfälle um 1,6% auf 2.713 zu; ebenso erhöhte sich die Zahl der
getöteten Kinder von 10 auf 13 (2009: 15). Die meisten Kinder (38%)
verunglückten in Pkw (1.105), wobei davon 93% gesichert waren;
weitere 27% als Fußgänger (791) und 21% mit dem Fahrrad (604). "Da
auch die Anzeigen wegen mangelnder Kindersicherung im Fahrzeug auf
7.179 zugenommen haben, die außerdem eine Vormerkung im Vormerksystem
zur Folge haben, müssen wir besonders in diesem Bereich weiterhin
verstärkt Bewusstseinsbildung betreiben", betonte Johanna
Mikl-Leitner.
Mehr Unfälle mit Motorrädern und Fahrrädern, weniger mit
Reisebussen und schweren Lkw
Hatte die Zahl der Unfälle mit einspurigen Kfz, Radfahrern und
Fußgängern im Jahr 2010, auch bedingt durch das schlechte Wetter,
gegenüber dem Vorjahr abgenommen, so gab es 2011 wieder einen
Anstieg: +6,1% bei den Unfällen mit einspurigen Kfz und +18,0% bei
Unfällen mit Radfahrern. Mit 3.441 Motorradunfällen gab es um 12,6%
mehr als 2010. Somit war 2011 an jedem 10. Verkehrsunfall mit
Personenschaden zumindest ein Motorrad beteiligt. Bei 285 Unfällen
mit Reisebussen ( 14,2%) wurden 271 Bus-Insassen verletzt, jedoch
keine getötet. Es ereigneten sich auch weniger Unfälle mit schweren
Lkw (1.391; 7,9%).
Mikl-Leitner: "Wir sind auch hinkünftig bestrebt, durch
präventive und repressive Verkehrs-überwachungsmaßnahmen eine
nachhaltige Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmerinnen und
Verkehrsteilnehmer im Sinne eines partnerschaftlichen und
rücksichtsvollen Miteinander im Straßenverkehr zu bewirken und so zur
Verbesserung der Verkehrssicherheit in Österreich beizutragen."
"Mein Appell jetzt, zu Beginn der Motorradsaison, an alle
Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer: Frischen Sie Ihre Fahrtechnik
nach der Winterpause mit einem Fahrsicherheitstraining auf. Wir
wissen aus Untersuchungen, dass neben überhöhter Geschwindigkeit sehr
oft die falsche Bremstechnik zu Unfällen mit schweren Folgen führt.
Richtiges Reagieren, richtiges Bremsen kann Leben retten. Ihres und
das anderer", so Ministerin Bures.
Rückfragehinweis:
Bundesanstalt Statistik Österreich Mag. Beatrix Tomaschek, Leitung Medien- und Informationspolitik Tel.: +43 (0)1 71128-7851 [email protected] Bundesministerium für Inneres Mag. Andreas Wallner, Pressesprecher der Bundesministerin Tel.: +43 (0)1 53126-2027 [email protected] Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) Mag. Marianne Lackner, Pressesprecherin von Bundesministerin Doris Bures Telefon: + 43 (0)1 711 62 65-8121 [email protected] Kuratorium für Verkehrssicherheit Mag. Christoph Feymann, Leitung Kommunikation und Marketing Tel: +43 (0)5 77 0 77-1919 [email protected]
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