- 12.04.2012, 09:27:19
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Hirsch-Funk im Nationalpark
Bundesforste-Forschungsprojekt in den Nationalparks Kalkalpen und Donau-Auen - Hirsche mit GPS ausgestattet - Halsbandsender für Monitoring
Wien/Purkersdorf (OTS) - Der Rothirsch ist das größte Säugetier im
Nationalpark Kalkalpen und zählt zu einer der wichtigsten Arten in
diesem wald- und wasserreichen Schutzgebiet. Im Rahmen eines
Forschungsprojekts der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) gemeinsam
mit der Nationalpark Gesellschaft und der Universität für Bodenkultur
Wien (BOKU) wird das Rotwild erstmals in der Geschichte des
Nationalparks mit GPS-Halsbändern ausgestattet. "Wir wollen", erklärt
Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste
(ÖBf), die den Großteil der Flächen im Nationalpark Kalkalpen
betreuen, "die Wanderbewegungen der Rothirsche erforschen und genau
dokumentieren. Die Erkenntnisse sollen dazu dienen, das
Wildtiermanagement im Nationalpark fundiert zu optimieren." Die bis
zu 180 kg schweren Pflanzenfresser sind schwer zu beobachten und
kennen die Grenzen des Nationalparks nicht. In der Ruhezone des
Nationalparks - rund 50% der Fläche bzw. 10.500 ha - wird das Wild
nicht mehr bejagt. Das Verhalten der Rothirsche in dieser neuen
Situation ist weitgehend unbekannt. "Das neue Telemetrie-Projekt", so
Erlacher, "soll das jetzt ändern."
Hirsche senden SMS
Insgesamt 23 Rothirsche, vorwiegend weibliche Tiere, werden mit
GPS-Halsbandsendern ausgestattet. Mehrmals pro Tag wird die Position
der Hirsche über zwei Jahre lang erfasst und per SMS an die
MitarbeiterInnen des Nationalparks übermittelt. Bei ihren Wanderungen
durchstreifen die Rothirsche ein rund 50.000 ha großes Gebiet, das
sich nicht nur auf die Flächen des Nationalparks Kalkalpen im
Reichraminger Hinter- und Sengsengebirge erstreckt, sondern auch
angrenzende Wälder umfasst. Die Besenderung findet bei den
Winter-Fütterungen statt, zu denen sich die Tiere regelmäßig
einfinden. Ursprünglich wanderten die Rothirsche in niedere Lagen und
Au-Wälder, um nach Futter zu suchen. Alte Wintereinstände sind jedoch
verloren gegangen und traditionelle Wanderwege durch Besiedelung und
Hauptverkehrsadern wie Autobahnen heute unterbrochen. An den
Fütterungen im Nationalpark finden die Tiere in schneereichen Wintern
ausreichendes Nahrungsangebot, sodass der Bestand in den Kalkalpen
heute mehrere hundert Rothirsche umfasst. In den artenreichen
Mischwäldern finden die Tiere optimale Lebensbedingungen vor, die
Ruhezonen bieten dem Wild einen einzigartigen Rückzugsraum. Das
Telemetrie-Projekt startet 2012 und läuft voraussichtlich bis
2015/16.
Hirsch-Monitoring im Nationalpark Donau-Auen geplant
Auch im Nationalpark Donau-Auen, der mehrheitlich auf Flächen der
Bundesforste liegt, stellen die Bundesforste die Au-Hirsche unter
Beobachtung. Mittels GPS-Besenderung sollen die Wanderbewegungen der
Tiere ganzjährig verfolgt und analysiert werden. "Wir wollen
beobachten", erklärt Erlacher, "wo sich die Tiere bevorzugt
aufhalten, ob sie Ruhezonen nutzen und wie sie sich etwa bei
Hochwasser verhalten." Auf Basis des Datenmaterials kann das
Wildtiermanagement optimiert und die Lebensraumbedingungen für die
Au-Hirsche verbessert werden. Besendert werden 5 weibliche und 5
männliche Tiere für je zwei Jahre. Das von der Nationalpark
Gesellschaft Donau-Auen und der Universität für Bodenkultur
unterstützte Projekt läuft bis 2014, danach liegen erste Auswertungen
vor.
Pressefotos unter www.bundesforste.at
Rückfragehinweis:
Österreichische Bundesforste
Pia Buchner, Unternehmenskommunikation
Tel.: 02231-600-2123
E-Mail: [email protected]
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