- 12.04.2012, 09:24:52
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AK: "Ein Drittel der Speditionen bedient Aktionäre mit nicht vorhandenen Gewinnen"
AK Analyse zu Speditionen: Sparen bei den MitarbeiterInnen lohnt sich nicht. "Nachhaltige Unternehmenspolitik sieht anders aus!", sagt AK Experte Leitsmüller.
Wien (OTS) - Die AK hat die Bilanzen der Top 30 heimischen
Speditionen unter die Lupe genommen, mit dabei waren unter anderem
LKW Walter, Schenker, Gebrüder Weiss, TNT Express, DHL, Kühne +
Nagel, Panalpine. Die Speditionen haben 2010 trotz hohem
Konkurrenzdruck und gestiegenen Belastungen durch die
Treibstoffpreise gut verdient: "Die Ausschüttungen bewegten sich 2010
auf Rekordniveau, ein Drittel der Unternehmen hat sogar mehr
ausgeschüttet als Gewinn erzielt wurde. Gleichzeitig wurden
MitarbeiterInnen abgebaut", erklärt der Leiter der AK Abteilung für
Betriebswirtschaft Heinz Leitsmüller: "Da ist mehr nachhaltige
Unternehmenspolitik gefragt: Investitionen ins Unternehmen und die
MitarbeiterInnen."
Für 2011 liegen kaum noch aktuellen Zahlen vor, aber die Daten aus
2010 zeigen, dass die Speditionen gut verdient haben:
+ Insgesamt haben die Top 30 Speditionen Umsätze in der Höhe von
5,6 Mrd Euro erwirtschaftet und damit gegenüber dem Krisenjahr 2009
im Durchschnitt um rund 12 % zulegen können. Bis auf 2 Unternehmen
konnten alle übrigen zum Teil kräftigte Umsatzzuwächse verbuchen. Dem
steht ein Personalabbau um -3,7 Prozent gegenüber. Alleine die
untersuchten Unternehmen haben von den rund 13.000 Beschäftigten über
400 Beschäftigte abgebaut. Rund zwei Drittel der untersuchten
Unternehmen haben Personal abgebaut. Seit 2008 haben sogar über 700
Arbeitnehmer ihren Job verloren.
+ Der Beschäftigtenabbau führte zu einer Kostensenkung, der
Personalaufwand der Unternehmen reduzierte sich um beinahe 2
Prozentpunkte auf 11,5 %. Teurere Vorleistungen haben aber dazu
beigetragen, dass die Gewinne (EBIT) nur gering gestiegen sind -
insgesamt um ca 10 Mio Euro auf insgesamt 124 Mio Euro.
+ Die Ausschüttungen bewegten sich 2010 auf Rekordniveau,
insgesamt wurden über 168 Mio Euro an die Eigentümer verteilt, im
Jahr 2011 weitere 160 Mio Euro. Damit übertrafen die Ausschüttungen
das erwirtschaftete EBIT der untersuchten Unternehmen deutlich. Ca
ein Drittel der Unternehmen schüttet mehr aus, als sie Gewinn
erzielten.
+ Die Reserven der Branche sind gut, die meisten Unternehmen
weisen eine stabile und gute Eigenkapitalquote mit durchschnittlich
35 % auf.
+ Für 2011 liegen zwar erst wenige aktuelle Daten vor: Gebrüder
Weiss meldeten einen Umsatzanstieg um 9 Prozent und erreichten
erstmals die 1-Mrd Euro Umsatzgrenze. Der Schweizer Panalpina-Konzern
meldet für 2011 wieder eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen, und der
Kühne+Nagel-Konzern meldet eine Stabilisierung des Gewinns -
allerdings auf Rekordniveau. "Das spricht dafür, dass anstatt der
Aktionäre verstärkt nun die MitarbeiterInnen am Gewinn Teil haben
sollten", betont Leitsmüller.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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