• 11.04.2012, 13:40:21
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Psychische Belastungen: Österreichische Unternehmen bei Arbeitsbedingungen Europas Spitze

WKÖ-Gleitsmann: Österreichs Betriebe bieten ausgezeichnete Arbeitsbedingungen - Mitarbeiterzufriedenheit hoch

Wien (OTS/PWK240) - Dass es mehr Krankenstände aufgrund
psychischer Erkrankungen gäbe, habe vielfältige Ursachen und könne
nicht ausschließlich auf das Arbeitsumfeld zurückgeführt werden,
stellt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und
Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) klar. "Die
Ursachen für psychische Belastungen sind vielfältig und reichen vom
Arbeitsplatz bis zum familiären und gesellschaftlichen Umfeld. Nicht
nur im Berufsleben, auch im Freizeitverhalten nehmen Geschwindigkeit
und Intensität zu, die echten Ruhepausen verkürzen sich. Eine
Differenzierung der Ursachen ist im Einzelfall mitunter schwierig",
betont Gleitsmann. "Dass Invaliditätspensionen zunehmend die Diagnose
psychische Erkrankung zugrundeliegt, lässt vermuten, dass sich damit
auch eine Hintertür in eine vorzeitige Pension öffnen lässt", so
Gleitsmann. In dem Zusammenhang fällt auch, dass bei Personen, die
wegen psychischer Erkrankungen Invaliditätspension beziehen, in den
Jahren vor der Pension durchschnittlich nur 9 Prozent der
Krankenstandstage auf Diagnosen derselben Krankheitsgruppe entfielen.

Österreicher im Job sehr zufrieden

Zudem sei die Zahl der psychischen Erkrankungen als
diagnostizierte Krankenstandsursache in den vergangenen Jahrzehnten
zwar gestiegen, ihr Anteil am gesamten Krankenstandsgeschehen sei
jedoch nach wie vor sehr gering. Dass Österreichs Betriebe
ausgezeichnete Arbeitsplätze bieten, zeigen diverse Studien, etwa
zuletzt die "Working Condition Survey": Im EU-Schnitt fühlen sich 28
Prozent der Beschäftigten, in Österreich aber nur 19 Prozent bei der
Arbeit gestresst. 86 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer - um
2,7 Prozentpunkte mehr als im Schnitt der EU 27 - bezeichnen ihre
Arbeit als sinnstiftend. Bei der Frage nach der Monotonie bzw. der
Komplexität der Tätigkeit zeigt sich, dass die österreichischen
Arbeitnehmer ihre Arbeit als abwechslungsreicher erleben als die
Arbeitnehmer in den meisten anderen EU-Staaten.
82 Prozent von Österreichs Arbeitnehmern schätzen ihre Gesundheit als
sehr gut oder gut ein. 81 Prozent empfinden ihre Leistungsfähigkeit
als (sehr) gut, ergab eine Erhebung der Arbeiterkammer Vorarlberg.

Erfolgreiche Initiative proFITNESS

Gleitsmann weist die AK-Forderung nach Zwang und Quoten beim
Einsatz von Arbeitspsychologen zurück: "Nicht jeder Betrieb braucht
zwingend psychologische Betreuung, weshalb wir gegen den
verpflichtenden Einsatz von Arbeitspsychologen sind. Das Know-how des
Arbeitsmediziners reicht völlig aus, insbesondere wenn er auch eine
psychologische Schulung erhält."

Gleitsmann: "Alle Erhebungen zeigen, dass die Betriebe sehr auf
die Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten. Um die Unternehmen dabei
noch besser zu unterstützen, hat die WKÖ die erfolgreiche Initiative
"proFITNESS: Gesunde Mitarbeiter- Gesundes Unternehmen" initiiert.
Wir wollen Betriebe auf ihrem Weg zu einem gesünderen Unternehmen
nachhaltig mit vielen Angeboten und Informationen unterstützen. Ziel
ist es, ein Dach über alle schon bestehenden Initiativen und
Maßnahmen zu bilden und besonders die Vorteile von
Gesundheitsförderung wie unter anderem mehr Wohlbefinden und
Produktivität der Mitarbeiter für kleine und mittlere Betriebe
herauszuarbeiten."

Investitionen verstärken

Die WKÖ fordert stärkere Investitionen in die betrieblichen
Gesundheitsvorsorge und Prävention: "In die Vorsorge investiert
Österreich vergleichsweise wenig, obwohl Maßnahmen der betrieblichen
Gesundheitsförderung Krankenstände um bis zu 25 Prozent senken, die
Fluktuation verringern und die Produktivität steigern können",
unterstreicht Gleitsmann die Notwendigkeit für mehr Mittel der
öffentlichen Hand. "Betriebe, die in die Mitarbeitergesundheit
investieren, sollen dafür steuerliche Anreize ähnlich dem deutschen
Modell bekommen", so Gleitsmann. (PM)

Rückfragehinweis:
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Dietmar Schuster
Telefon: +43 (0)5 90 900 3714
E-Mail: [email protected]
Intranet: http://intra.oe.wknet/sp

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