- 11.04.2012, 12:15:47
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"Zeitzeuge der Ewigkeit - 900 Jahre Stift Herzogenburg"
"Österreich-Bild am Sonntag", 15. April um 18.25 Uhr in ORF 2
St. Pölten (OTS) - "Jubiläen sind wie Geburtstage - eine Zeit
der Erinnerung, des Innehaltens und der Orientierung. Sie bewahren
uns davor, das Gedächtnis zu verlieren", sagt Maximilian Fürnsinn,
seit 1979 Propst des Stiftes Herzogenburg. In diesen Wochen feiert
das nördlich der Landeshauptstadt Sankt Pölten gelegene Stift sein
900jähriges Bestehen.
Ein "Österreich-Bild am Sonntag" aus dem ORF Landesstudio
Niederösterreich (Gestaltung: Kurt Mündl) stellt aus diesem Anlass am
Sonntag, 15. April 2012 um 18.25 Uhr in ORF 2 Geschichte und
Gegenwart des Ordenshauses vor und zeigt die weit über die Region
hinaus reichende Bedeutung dieses Stiftes der Augustiner-Chorherren.
Sie haben das Jubiläumsjahr unter das Motto "Zeitzeuge der
Ewigkeit" gestellt, wie Propst Maximilian in der TV-Dokumentation
erklärt: "Wir glauben und vertrauen, dass Zeit und Ewigkeit einander
immer berühren. Plakativ drückt das der heilige Augustinus aus: Der
Herr baut das Haus innen - wir bauen es außen".
Die Geschichte von Stift Herzogenburg beginnt 1112: Damals
gründete Bischof Ulrich von Passau ein Kloster der
Augustiner-Chorherren - und zwar im Mündungsgebiet der Traisen in die
Donau. Es wurde im Jahr 1244 aufgrund dauernder Überschwemmungsgefahr
einige Kilometer flussaufwärts nach Herzogenburg verlegt und
entwickelte sich rasch zu einem geistlichen und kulturellen Zentrum.
Nach ersten Zerstörungen durch Hussiten und Ungarn im ausgehenden
Mittelalter, nach einem Großbrand im Jahr 1513, nach der Zeit der
Reformation und nach Überwindung neuer Kriegsgefahren begann in der
Barockzeit schließlich eine Phase der Konsolidierung und Erneuerung:
1714 wurde mit der Neuerrichtung der Stiftsgebäude nach Plänen des
Sankt Pöltner Baumeisters Jakob Prandtauer begonnen, der Festsaal
nach Entwürfen von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet. Nach
dem Tod Prandtauers übernahm Joseph Munggenast die Bauführung, sein
Sohn Franz errichtete die Stiftskirche, die heute als bedeutendster
Bau des österreichischen Spätbarock gilt. Das ehrgeizige
Gesamtprojekt konnte jedoch nicht zur Gänze fertiggestellt werden,
sodass die Kirchweihe 1785 das Ende der barocken Bautätigkeit
bedeutete.
Heute ist Stift Herzogenburg nicht nur international bekannt für
seine Gebäude, sondern auch für die darin aufbewahrten Kunstwerke und
Sammlungen. Dieses "Österreich-Bild am Sonntag" ist daher nicht nur
eine Begegnung mit der Geschichte und Seelsorge in Stift
Herzogenburg, sondern auch mit der Kunst.
Die Ausstattung der Stiftskirche beispielsweise stammt von Daniel
Gran, Martin Johann Schmidt und Bartolomeo Altomonte, der auch die
Prälatenstiege und das Deckenfresko des Festsaales gestaltet hat. Ein
weiteres Glanzstück der Stiftskirche ist die von Johann Hencke
errichtete Orgel: Als sie im Advent 1752 erstmals erklang, war sie
die größte Kirchenorgel Österreichs.
Stift Herzogenburg besitzt darüber hinaus eine der bedeutendsten
Sammlungen gotischer Tafelbilder; Prunkstück der Schatzkammer ist
eine Monstranz aus dem Jahr 1722, und im Raritätenkabinett wird als
besondere Kostbarkeit ein römischer Gesichtshelm aus der Zeit um 150
n.Chr. aufbewahrt. Schließlich finden sich hier auch zahlreiche
Sammlungen, die aus der wissenschaftlichen Tätigkeit einzelner
Chorherren entstanden sind - so geht das Entstehen des Münzkabinetts
bis in das Jahr 1750 zurück.
Beeindruckend sind schließlich auch der barocke Bildersaal, in dem
144 Gemälde zu sehen sind, sowie die Stiftsbibliothek mit etwa 60.000
Büchern. Die älteste Handschrift ist ein Psalterium aus dem 12.
Jahrhundert.
In den vergangenen Jahren wurde das Stift grundlegend renoviert
und u.a. auch die 1999 gesegnete Osterkapelle als Raum für Gebet und
Andacht geschaffen - der kühle und einfache Raum stellt einen
bewussten Kontrast zur barocken Pracht der Kirche dar. Auch die
Gartenanlagen des Stiftes wie der Prälatengarten vor der prunkvollen
Ostfassade wurden nach alten Plänen wieder hergestellt.
Hauptaufgabe der Herzogenburger Augustiner-Chorherren ist heute
die Seelsorge in den 14 inkorporierten Pfarren, zu denen u.a. auch
Dürnstein und St. Andrä an der Traisen gehören. In den beiden Orten
gab es früher weitere Chorherren-Stifte, die jedoch von Joseph II.
aufgehoben wurden.
Rückfragehinweis:
ORF Landesstudio Niederösterreich
Mag. Michael Koch
Tel.: 02742/2210 23754
mailto:[email protected]
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