- 06.04.2012, 16:23:38
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Jank zu Wehsely/Peschek: Verfehlte Standortpolitik vertreibt Lehrbetriebe
Wien (OTS) - 6.4.2012 - In den vergangenen 30 Jahren haben sich
Wirtschaft und Berufswelt grundlegend geändert. Speziell Wien hat
einen deutlichen Wandel hin zur dienstleistungsorientierten
Unternehmenslandschaft vollzogen. "Dass die Zahl der ausbildenden
Betriebe gesunken ist, liegt vor allem auch an der Standortpolitik
der Stadt Wien", so Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer
Wien, "Die Umwidmung von Betriebsflächen in Wohngebiete und die damit
zusammenhängenden Anrainerprobleme sowie das dauernde Drehen an der
Steuerschraube wie zuletzt bei der Verdreifachung der U-Bahnsteuer
haben viele Produktionsbetriebe und mitarbeiterintensive Branchen aus
Wien vertrieben." Zudem entscheiden sich immer mehr Jugendliche für
eine Schulausbildung bis zur Matura. "Das sind Fakten, die in der
Diskussion rund um die Fachkräfteproblematik von der Politik nicht zu
Lasten populistischer Ansagen nonchalant ausgeklammert werden
dürfen", sagt Jank.
Vielmehr wäre die Wiener Politik aufgefordert, endlich
wirtschaftsnahe Standortpolitik, die die Bedürfnisse der Unternehmen
berücksichtigt, zu betreiben. Dazu zählen auch ein klares Bekenntnis
zur Wirtschaft und die Unterstützung der Betriebe. "Außerdem wird es
für Unternehmen immer schwieriger, gut ausgebildete Jugendliche zu
finden. Wir haben ein Schulproblem, mit dessen Folgen sich die Wiener
Ausbildungsbetriebe herumschlagen müssen - da sollte die Politik
ansetzen. Da vermisse ich den Realitätssinn", so Jank.
"Die Politik ist schlecht beraten, die Wiener Wirtschaft als
Ausbildungsmuffel an den Pranger zu stellen. Die Wiener Unternehmen
leisten enorm viel: 270 Millionen Euro fließen jedes Jahr in die
Lehrausbildung. Wenn die Wiener Wirtschaft dann von der Politik in
puncto Fachkräfteausbildung frontal angegriffen wird, ist die Geduld
nahezu erschöpft", sagt Jank und schließt: "Die Zeiten haben sich
geändert, die Wiener Unternehmer stehen dennoch zur
Fachkräfteausbildung heute und in Zukunft."
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Wien Martin Sattler Presse & Medienmanagement Tel.: 01 51450-1314 mailto:[email protected] http://www.wko.at/wien
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