• 04.04.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig "Brüsseler Basar"

Geschwätz und Schachern am EU-Informationsmarkt sollten verboten werden.

Wien (OTS) - Jean-Claude Juncker, ganz Gentleman, verzeiht Maria
Fekter ihren Fehltritt. Persönlich mag der Vorfall zwischen zwei
christdemokratischen Parteifreunden ausgestanden sein, sachlich noch
nicht.
Was die EU-Granden nach der Kopenhagener Affäre brauchen, sind
keine neuen Verhaltensregeln, sondern schlicht die Besinnung auf
Anstand und Respekt vor den Kollegen, vor dem Inhalt der
Entscheidungen und vor allem vor den Bürgern, den Wählern. Auch
übertriebene Emotionen und kindliche Trotzreaktionen gehören nicht
ins Repertoire politischen Handelns.
Die Verkaufslogik der Finanzministerin ist nachvollziehbar:
einmal eine große Rolle spielen und in den weltweiten
Nachrichtenagenturen zitiert werden. Ein Beitrag, Licht ins
EU-Dickicht zu bringen, ist das nicht.
Transparenz schaut anders aus: Information und Aufklärung in
EU-Angelegenheiten gerade bei dem sensiblen Thema Geld sind ein
kontinuierlicher Prozess. Fekter und ihre Regierungskollegen haben
die Chance, vor EU-Beschlüssen die Sachlage zu erklären und dann das
Ergebnis. Zu reden gibt es genug. Wenn die Menschen verstehen, was
in Brüssel passiert, gelänge ein Meisterwerk der Kommunikation. Wir
warten darauf.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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