• 03.04.2012, 18:37:45
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Wiener Zeitung: Staat stellt Volksbanken de facto unter Kuratel

Ex-EZB-Direktorin Tumpel-Gugerell soll als Aufsichtsratschefin zu Volksbanken AG

Wien (OTS) - Der Regierung und den Aufsichtsbehörden platzt der
Kragen: Bei der künftig teilstaatlichen Volksbanken AG (ÖVAG), dem
Spitzeninstitut des Sektors, soll aufgeräumt werden. In den
Aufsichtsrat wird nach Informationen der "Wiener Zeitung" die
Ex-EZB-Direktorin Gertrude Tumpel-Gugerell entsandt - sie wird der
SPÖ zugerechnet. Der bisher für den Aufsichtsratsvorsitz gehandelte
Unternehmensrechtler Waldemar Jud hatte bisher die 68 Volksbanken
beraten: Ihm wird deshalb die notwendige Unvoreingenommenheit nicht
geglaubt.

Als Generaldirektor ist Ex-Bawag-Vorstand Stephan Koren im Gespräch.
Der aus der ÖVP stammende Bankexperte überlegt allerdings selbst
noch, ob er sich den Job antun soll. Er fordert freie Hand für die
Sanierung.

Um das langfristige Überleben der Volksbanken-Gruppe zu sichern,
müssen die Banken einen wechselseitigen und allumfassenden
Haftungsverbund eingehen. Um den Widerstand dagegen zu brechen, wurde
den Volksbanken beschieden, dass jede Bank, die bei der notwendigen
Hauptversammlung diese Beschlüsse verweigert, unter Kuratel gestellt
wird: Wer dagegen ist, hätte keine Einlagensicherung mehr, die
Aufsicht würde sofort einen Regierungs-Kommissär dorthin entsenden,
um die Geschäfte zu leiten.

In Aufsichtskreisen wird der ÖVAG übel genommen, dass sie die
günstigen Drei-Jahres-Kredite der Europäischen Zentralbank nicht in
Anspruch genommen hat. Die Republik haftet mit zwei Milliarden Euro
für die ÖVAG.

www.wienerzeitung.at

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