• 03.04.2012, 17:00:32
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"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner "Weiße Telekom-Weste?"

Mit neuen Benimm-Regeln will die Telekom Austria ihr Skandal-Image loswerden.

Wien (OTS) - Die Telekom Austria verpasst sich neue
Konzernverhaltensregeln (Bericht Seite 8) und startet den Versuch,
eine Integritätskultur zu verankern, wie es hochtrabend heißt. Das
ist kein verspäteter April-Scherz.
Viele Punkte in dem neuen Benimm-Knigge lesen sich wie
Selbstverständlichkeiten ("Die Annahme von Geldgeschenken ist nicht
erlaubt", die Telekom "achtet die Unabhängigkeit der journalistischen
Berichterstattung"). Doch in einem Konzern, der bisher vor allem als
Selbstbedienungsladen der Politik von sich reden gemacht hat, ist
offenbar nichts selbstverständlich.
Derzeit werden Zukäufe, Immobiliengeschäfte, Beschaffungsvorgänge
und Beraterverträge seit 2000 durchleuchtet. Die Justiz interessiert
sich für die Kurs-Manipulationsaffäre, Jagdausflüge und
Schmiergeldvorwürfe. Wie nett, dass die Telekom ihren Mitarbeitern
daher Geschenke an Amtsträger endlich verbietet und in Medien
politischer Parteien keine Werbung mehr schaltet. Leider gilt die
Geschenke-Regel nicht für Lobbyisten und für viele andere Punkte
braucht es nur einen Vorstandsbeschluss und schon dürfen
beispielsweise Polit-Events wieder gesponsert werden. So wird die
Telekom-Weste nicht weiß.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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