- 03.04.2012, 10:57:13
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Pirklhuber: Illegale Pestizide töten Bienen, Berlakovich schaut tatenlos zu
Grüne setzen Melissa-Bericht auf Tagesordnung des Landwirtschaftsausschusses
Wien (OTS) - "Es ist eine Farce, was Minister Berlakovich
angesichts der alarmierenden Ergebnisse der Studie zum Auftreten von
Bienenverlusten in Österreich an Handlungen setzt. Anstatt wirklich
etwas gegen das Bienensterben zu unternehmen und die
bienengefährlichen Beizmittel zu verbieten, schiebt der Minister das
Problem auf die lange Bank", kritisiert Wolfgang Pirklhuber,
Landwirtschaftssprecher der Grünen.
Die Studie "Untersuchungen zum Auftreten von Bienenverlusten in Mais-
und Rapsanbaugebieten Österreichs und mögliche Zusammenhänge mit
Bienenkrankheiten und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln"
(MELISSA) der österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit
(AGES) zeigt: "In den Jahren 2009-2011 sind in Österreich regional
gehäuft Bienenschäden aufgetreten, die rückstandsanalytisch häufig
mit der Verwendung von insektizidgebeiztem Mais- und Ölkürbissaatgut
in Zusammenhang zu bringen waren". Außerdem zeichnet die aktuelle
Studie ein erschreckendes Bild über den illegalen Einsatz von
Pestiziden in Österreich. Drei in der EU nicht zugelassene
Insektizide und ein in der EU illegales Herbizid wurden nachgewiesen.
"Der Einsatz illegaler Pestizide in Österreich scheint trauriger
Alltag zu sein, da es offensichtlich kein funktionierendes
Kontrollsystem gibt. Wir fordern einen Pestizidreduktionsplan, der
die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden innerhalb von fünf
Jahren um 30 Prozent zum Inhalt hat. Natürlich muss diese Maßnahme
mit einem wirksamen Kontrollsystem gekoppelt werden. Unser
diesbezüglicher Antrag liegt seit Februar des vergangenen Jahres dem
Nationalrat vor", sagt Pirklhuber.
"Nachdem die MELISSA-Studie mit über zwei monatiger Verspätung
fertiggestellt wurde, will der Minister eine weitere Saison dem
Bienensterben tatenlos zusehen. Anstatt unserem Antrag nach einem
Verbot der bienengefährlichen Beizmittel endlich zu folgen, wurde
dieser im letzten Ausschuss vertagt. Jetzt wurde uns ein Hearing zur
Melissa-Studie für den 30. Mai in Aussicht gestellt. Das ist eine
unnötige Verschleppung dieses wichtigen Themas. Diese Zeit haben die
Bienen nicht. Seit über drei Jahren findet das alarmierende
Bienensterben in Österreich statt, jetzt müssen endlich Handlungen
gesetzt werden. Ich habe unseren Verbotsantrag deshalb für den
kommenden Landwirtschaftsausschuss wieder auf die Tagesordnung
gesetzt. Die Regierungsparteien können dann beweisen, ob sie die
Bienen schützen wollen oder weiter nur beschwichtigen und
aufschieben", erklärt Pirklhuber.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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