- 03.04.2012, 10:45:44
- /
- OTS0054 OTW0054
Konjunkturumfrage in der Slowakei - Auslandsinvestoren optimistisch für 2012
Wirtschaftsdelegierter Sagmeister: Optimismus der österreichischen Unternehmen in der Slowakei gedämpfter, von Krisenstimmung aber keine Rede
Wien (OTS/PWK223) - Die österreichischen und deutschen
Investoren in der Slowakei sind nicht in die Krise zurückgefallen und
sehen dem laufenden Wirtschaftsjahr 2012 mehrheitlich optimistisch
entgegen. Gemäß der jährlichen Konjunkturumfrage des
AußenwirtschaftsCenters Bratislava der Außenwirtschaft Österreich
(AWO) und der Deutsch-Slowakischen Industrie- und Handelskammer, an
der über 200 Firmen aus Österreich und Deutschland teilgenommen
haben, "rechnet die überwältigende Mehrheit der Investoren für 2012
mit besseren oder zumindest ähnlich guten Geschäften wie im Vorjahr",
fasst Patrick Sagmeister, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in
der Slowakei, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.
Allerdings ist der Standort nicht frei von Problemen, auf die neue
Regierung warten auch zahlreiche Herausforderungen. Denn die
gegenwärtige allgemeine Wirtschaftslage in der Slowakei betrachten
nicht einmal zwanzig Prozent der befragten Unternehmen als gut, noch
weniger gehen von einer Verbesserung im weiteren Jahresverlauf aus.
Sagmeister: "Die Erwartungen an das eigene Unternehmen fallen
hingegen deutlich zuversichtlicher aus. Knapp die Hälfte der Firmen
rechnet mit steigenden Umsätzen in diesem Jahr und jeder vierte
Betrieb möchte Investitionen und Mitarbeiterzahl ausweiten." Nur
weniger als 20 Prozent machen sich auf schlechtere Geschäfte gefasst.
Die Umfrage zeige, dass von den ausländischen Investoren auch in
diesem Jahr Wachstumsimpulse ausgehen werden. "Im Vergleich zum
Vorjahr ist der Optimismus zwar etwas gedämpfter, von Krisenstimmung
kann aber nicht die Rede sein. Denn die Zahl der Unternehmen, die in
diesem Jahr tatsächlich mit einem ungünstigen Geschäftsverlauf
rechnen, ist klar in der Minderheit", so Sagmeister.
Den Standort Slowakei zeichnen nach Meinung der befragten
Investoren vor allem die Mitgliedschaft in der EU, die
leistungsbereiten und produktiven Arbeitskräfte zu relativ moderaten
Kosten sowie die Verfügbarkeit und Qualität lokaler Zulieferer aus.
Das Flat-Tax-System wird dagegen nur noch als mäßig positiver
Standortfaktor erachtet. "Dies ist ein klares Zeichen der Investoren,
dass Steuererhöhungen Gift für die Konjunktur sind. Schon vor den
Wahlen hatte die Flat Tax nicht mehr die Anziehungskraft von einst",
gibt etwa Vladimír Slezák, Generaldirektor der Siemens-Tochter in
Bratislava, zu bedenken. Im Vergleich mit anderen mittel- und
osteuropäischen Staaten bewerten die Umfrageteilnehmer die
Slowakische Republik wie schon in den Vorjahren als den attraktivsten
Investitionsstandort in der Region. So würde die klare Mehrheit der
ausländischen Unternehmen (88%) heute ihre Investition in der
Slowakei wiederholen.
Anlass zur Kritik gibt es dennoch. Nach den Turbulenzen im
vergangenen Jahr wünschen sich die Investoren eine Rückkehr zur
politischen Stabilität. Konkreten Handlungsbedarf sehen die Firmen
mehrheitlich bei der Bekämpfung von Korruption, der Durchsetzung von
Rechtsansprüchen und der Reform des Ausbildungssystems. "Der
Fachkräftemangel ist wieder zu einem Problem geworden", erläutert
Slezák. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern benötigt die Wirtschaft
mehr und vor allem besser qualifizierte Absolventen aus technischen
Bereichen. Dem derzeitigen Berufsbildungssystem mangle es eklatant an
der Vermittlung praktischer Kenntnisse", so Slezák. (BS)
Rückfragehinweis:
AußenwirtschaftsCenter Pressburg
Mag. Patrick Sagmeister
Telefon: +421 2 59 100 600
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






