• 30.03.2012, 12:18:18
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Für die Zukunft bewahren: Videodigitalisierung mit DVA-Profession

Österreichische Mediathek entwickelt freie Softwarelösung

Wien (OTS) - Digitale Datenfluten sind eine Herausforderung. Die
Digitalisierung und die digitale Langzeitarchivierung nimmt
heutzutage einen wesentlichen Teil der Archivarbeit ein; doch auch im
privaten Bereich ist man mit technischen Umwälzungen und deren Folgen
konfrontiert: Schallplatten oder die noch vor wenigen Jahren
allgegenwärtigen VHS-Kassetten sind aus der öffentlichen Wahrnehmung
weitgehend verschwunden, ihre Rolle als Informationsträger ist nur
noch marginal. Doch damit nicht genug: Auch die Abspielgeräte selbst
kommen uns allmählich abhanden. Archive zwingt dies zu einer Lösung,
die in der Digitalisierung der Bestände liegt.

Anders als bei der Audio-Digitalisierung ist im Bereich der
Video-Digitalisierung derzeit noch kein international einheitliches
Zielformat in Verwendung. Die Digitalisierung in Archiven muss auf
höchstmögliche Qualität bei der Übertragung von analog zu digital,
eine Dokumentation des Prozesses, eine Analyse und Kontrolle der
entstandenen Daten, die Erstellung eines Hashcodes (zur späteren
Überprüfung der Authentizität der Datei) und vor allem auch auf die
langfristige Sicherung und Lesbarkeit der entstandenen Dateien
ausgerichtet sein.

Um in eine zukunftssichere Variante auf dem Gebiet der
Video-Digitalisierung zu investieren, wurde in der Österreichischen
Mediathek im Rahmen eines vom Bundesministerium für Unterricht Kunst
und Kultur finanzierten Forschungsprojekts eine freie Softwarelösung
entwickelt: DVA-Profession (Digital Video Archive Profession) ist
eine Gesamtlösung für die Digitalisierung von Videomaterial für den
Archivgebrauch. Die Software verwaltet den gesamten Workflow: von der
Digitalisierung, über Analyse, Erstellen von Vorschaubildern und
einer Sichtungskopie (MPEG), manueller Qualitätsüberprüfung mit
automatisierten Analysegraphen, Dokumentation aller anfallenden
Metadaten bis hin zum Ablegen in einen digitalen Massenspeicher. Die
Arbeitsschritte sind auf ökonomischen Betrieb und Vorbereitung für
die digitale Langzeit-Archivierung hin entworfen und optimiert.
Mit dieser Lösung ist in der Österreichischen Mediathek ein
innovatives Produkt entwickelt worden, das unter einer Freien
Software-Lizenz (GPLv3 - GNU General Public License) steht und
kostenlos für alle interessierten Anwender/innen angeboten wird.

Das Projekt und die Codec-Erfahrungen wurden mittlerweile auf
nationalen und internationalen Tagungen vorgestellt und stießen auf
großes Interesse von Fachkollegen.

Weitere Informationen, eine ausführliche technische Dokumentation
und den Downloadbereich finden Sie unter:
http://www.dva-profession.mediathek.at

Neue Führung der Österreichischen Mediathek

Die zum Technischen Museum Wien gehörende Österreichische
Mediathek steht seit 1.1.2012 unter neuer Leitung: Dr. Gabriele
Fröschl übernahm die Agenden von Dr. Rainer Hubert, der seinen
Ruhestand antrat.

Lebenslauf: Mag. Dr. Gabriele Fröschl

- Geboren 1969, Studium der Geschichte, Wirtschafts- und 
   Sozialgeschichte und Soziologie in Wien, Doktoratsstudium 
   Geschichte

 - Wissenschaftliche Mitarbeit an Forschungsprojekten und 
   Lehrtätigkeit für die Emory University, Georgia

 - Seit 2000 in der Österreichischen Mediathek des Technischen 
   Museums Wien, Schwerpunkt Metadatenerfassung und Benutzung, 
   Projektplanung wissenschaftlicher Projekte, Internetprojekte 
   (Internetausstellungen und Quelleneditionen)

- Seit 2002 Generalsekretärin der Medien Archive Austria

- 2007-2011 Lektorin an der FH Burgenland (Media Asset Management,
Bachelorstudiengang Information, Medien & Kommunikation)

- Seit 2010 Lektorin an der Universität Wien (Forschungspraktikum
AV Medien, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)

- Seit 2012 Leitung Österreichische Mediathek

Rückfragehinweis:

Technisches Museum Wien
   Mag. Barbara Hafok
   Mariahilfer Straße 212, 1140 Wien
   Tel. 01/899 98-1200
   mailto:[email protected]
   www.technischesmuseum.at/presse

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