• 29.03.2012, 12:10:17
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Heinisch-Hosek: "Gemischte Führungsteams haben einen größeren ökonomischen Nutzen"

Frauenministerin beim Wienerin Summit zum Thema "Frau.Macht.Wandel"

Wien (OTS) - "Die berufliche Gleichstellung von Frauen hat einen
hohen ökonomischen Nutzen. Studien zeigen, dass Unternehmen, in denen
Frauen gefördert werden, wesentlich höhere Gewinne erzielen. Deswegen
dürfen die Führungsetagen der österreichischen Wirtschaft nicht
länger eine 'frauenfreie Zone' bleiben", sagte Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek heute, Donnerstag, beim Kongress
"Frau.Macht.Wandel" in Wien.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeige sich, wie wichtig
es ist, das gesamte geistige Potential und das vorhandene Wissen
einzubringen. Es gelte daher, den Anteil von Frauen in
Spitzenpositionen zu erhöhen. "Dies würde nicht nur einen
gesellschaftlichen Wandel, sondern auch einen Wandel für den
wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes bedeuten. Wir sind schon sehr
erfolgreich, aber wir könnten noch mehr daraus machen, wenn endlich
erkannt würde, dass gemischte Führungsteams einen größeren
ökonomischen Nutzen haben. Dann wären wir vom Wettbewerbsvorteil her
- gerade in Zeiten wie diesen - noch besser aufgestellt", sagte die
Frauenministerin.

Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten viel verändert habe, müsse
man aber auch darauf achten, das Erreichte zu bewahren, um keine
Rückschritte zu erleiden. Fragt man junge Frauen heute nach ihren
Zukunftsvorstellungen, dann geben sich manchen schon sehr früh damit
zufrieden, einen reichen Mann heiraten und einen Haushalt führen zu
wollen. "Es gibt daher noch viel zu tun. Was wir benötigen sind vor
allem Vorbilder für Frauen. Wir müssen Frauen vor den Vorhang holen,
die an der Spitze stehen. Für junge Frauen ist es wichtig zu sehen,
dass es Frauen gibt, die es beruflich bis an die Spitze geschafft
haben. Diese Vorbilder sollen Mut machen", so Heinisch-Hosek.

Oftmals mangle es allerdings Frauen an der Fähigkeit, Macht
auszuüben. Aber Macht bedeute auch Gestaltungsmöglichkeit und das
Einbringen von Knowhow, über das die Frauen letztlich auch verfügen.
"Vor allem ist es wichtig, die Möglichkeit für die Vereinbarkeit von
Arbeit und Familie zu schaffen. Es soll nicht um ein 'Entweder-Oder',
sondern um ein 'Sowohl-als-auch' gehen, damit Frauen an die Macht
kommen. Ich glaube nicht, dass wir in einer Gesellschaft leben, in
der das eine das andere ausschließt. Die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie muss möglich sein", so die Frauenministerin.

So solle es etwa vorstellbar sein, eine Spitzenposition für einige
Zeit in Teilzeit auszuüben. Oder auch eine Führungsposition zu
bekleiden, wenn man auch nicht 70 Wochenstunden und mehr im Büro
verbringe. "Wir pflegen vielerorts eine sehr männlich dominierte
Sitzungskultur. Wer sagt denn, dass wir nicht die sonst üblichen, um
18.00 Uhr beginnenden Meetings an den Vormittag verlegen können?
Meiner Ansicht nach müssen auch die Spielregeln der Macht neu
definiert werden. Wir benötigen Spielregeln, die beiden Geschlechtern
dienen", so Heinisch-Hosek.

Vor allem gelte es, "Frauen sichtbar zu machen". Nicht einmal 5
Prozent der Vorstandsposten würden von Frauen bekleidet, in
Aufsichtsrätefunktionen beträgt der Anteil 10,3 Prozent. "Es ist kein
Geheimnis, dass ich eine Verfechterin von Quoten bin. Ich bin der
Meinung, dass wir schneller sein müssen, damit Frauen auf dem Weg
nach oben gesehen und gehört werden. Quote heißt nichts anderes als
Anteil, denn keiner Frauen, die in eine Spitzenfunktion gekommen ist,
mangelt es an Qualität. Das sind alles hochqualifizierte
Persönlichkeiten. Überall, wo es sie gibt, zeigt sich: Die Quote
wirkt. Sie ist vielleicht kein elegantes Mittel, aber äußerst
wirksam. Und darauf kommt es mir an", so Heinisch-Hosek abschließend.

Bilder zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 202149, 0664/610 62 76
mailto:[email protected]

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