- 29.03.2012, 11:43:32
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Weltweite Unternehmensinsolvenzen: Europa gefährdet
D&B analysiert Firmenkonkurse mit globalem Insolvenzindex
Wien (OTS) - Nordamerika und nordische Länder stehen gut da
- Im Q4/2011 zeigte sich bei den Unternehmensinsolvenzen weltweit
ein durchmischtes Bild.
- In Nordamerika waren die Unternehmensinsolvenzen im Q4/2011 stark
rückläufig, in Asien mit Ausnahme von China stiegen sie deutlich
an.
- Im Euroraum nahmen die Insolvenzen mit mehreren
Staatsschuldenkrisen in der Region weiter zu.
- Aufgrund einer möglichen Ansteckung durch die Schuldenkrise in
der Eurozone wird die Insolvenzrate im ersten Halbjahr 2012 hoch
bleiben.
Der D&B Global Insolvency Index stieg im vierten Quartal 2011 auf 91.1 Zählerpunkte. Dies sind 3.3 Prozent weniger als im Vorjahr. Somit ist die Anzahl an globalen Insolvenzen von Unternehmen noch deutlich unter den Spitzenwerten der Rezession von 2008 und 2009. Die Insolvenzen nahmen in allen Regionen zu, mit Ausnahme von Nordamerika mit einem deutlichen Rückgang von 14,2 Prozent und den nordischen Ländern, wo sie um 2,2 Prozent zurück gingen. In Europa stiegen die Insolvenzen um 2,2 Prozent, am stärksten in den hoch verschuldeten Ländern wie Portugal und Spanien. Insgesamt bleibt das Risiko im ersten Halbjahr 2012 hoch, da aufgrund der Volatilität der Märkte und einem Anziehen der Kreditkonditionen die Gewinnmargen weiterhin tief bleiben. Weltweite Unternehmensinsolvenzen nehmen im Jahresvergleich ab EFFEKT: Die globale Insolvenzrate ist im Vorjahres-vergleich weiter rückläufig. Die Zahl der weltweiten Unternehmensinsolvenzen stieg gemäss dem D&B Global Insolvency Index im Q4 2011 auf 91,9 (von 90,2 im Q3) Zählerpunkte. Der Index ist somit noch deutlich niedriger als der Spitzenwert, welcher im Zuge der weltweiten Rezession von 2008/09 im Q1/2009 erreicht wurde (104,9). Im Vorjahresvergleich sank der Index um 3,3 %, nachdem er bereits im Q3 im Vorjahresvergleich um 2,6 % sank. Dies zeigt eine wirtschaftliche Erholung in einigen Regionen, insbesondere den USA, an und unterstreicht die weiterhin positiven Effekte der Erholung der Weltwirtschaft seit Mitte 2009. Die Verbesserung im Jahresvergleich verschleiert jedoch die verzögerten Folgewirkungen der anziehenden Kreditkonditionen, der zunehmenden Fiskalkonsolidierung und der neuerlichen Volatilität des Kapital- und Devisenmarkts als Reaktion auf sprunghafte Schwankungen bei der weltweiten Risikoaversion. EFFEKT: Die Insolvenzen gehen besonders stark in Nordamerika zurück. Unsere regionalen Daten zeigen, dass die Unternehmensinsolvenzen in allen Regionen anstiegen - ausser in Nordamerika und in den nordischen Ländern, welche im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 14,2 % bzw. 2,2 % verzeichneten. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg am stärksten in den Schwellenländern, insbesondere in Asien (ohne China), wo das Insolvenzrisiko im Vorjahresvergleich um 13,7 % stieg, gefolgt von Osteuropa (7,6 %). Der Euroraum war die einzige Region unter den stärker entwickelten Ökonomien, die einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen hatte. Die Insolvenzen in der Region stiegen im Vorjahresvergleich um 2,2 % und waren in hoch verschuldeten Ländern wie Portugal und Spanien am höchsten. Deutschland als führender Partner der Eurozone verbuchte im Vorjahresvergleich einen Rückgang bei noch vorteilhaften nationalen Marktbedingungen. Dagegen stiegen die Unternehmensinsolvenzen in Grossbritannien aufgrund der verschlechterten Wirtschaftslage weiter an. Das Insolvenzrisiko bleibt im H1/2012 hoch EFFEKT: Die eskalierende Krise der Eurozone erhöht das Insolvenzrisiko im Jahr 2012. In der Weltwirtschaft zeigt sich eine Tendenz zur Erholung, wobei die führenden Indikatoren wie der Global All-Industry Output Index von JP Morgan im Februar 2012 weiter stiegen. Dies lässt auf eine Expansion bei den Auftragseingängen, Arbeitsplätzen und Einkäufen der Unternehmen schliessen. Diese Verbesserungen tendieren jedoch stark in Richtung USA, wo die Arbeitslosenquote zurückging und sich das Konsumklima verbessert hat, und in geringerem Masse in Asien, vor allem China. D&B erwartet, dass diese beiden Märkte im Laufe des Jahres 2012 das weltweite Wachstum stützen werden. Allerdings verdichten sich die Anzeichen einer möglichen Rezession im Euroraum wie auch einer erneuten Volatilität der Anlage- und Warenmärkte und anziehender Kreditkonditionen, was das weltweite Geschäftsklima trüben wird. Der Nettoeffekt als solcher wäre ein schwaches weltweites Wachstum im H1/2012 und bis in das H2/2012 hinein. Dies wird die Gewinnmargen der Unternehmen schwächen und zu einer steigenden Insolvenzrate führen. Zu den Ländern mit erhöhtem Insolvenzrisiko gehören Kroatien, Portugal und Spanien. Global Insolvency Index von D&B (Q2 2010=100)
Weltweite Insolvenzdaten Global Insolvency Veränderung im
für 04/2011 Index von D&B Vorjahresvergleich (%)
Q4/11 Bis Q4
Welt 91,9 -3,3 -2,9
Stärker entwickelte 91,1 -4,4 -3,2
Ökonomien
Nordamerika 80,3 -14,2 -8,9
Euroraum 102,2 2,2 2,6
Nordische Region 91,3 -2,2 -3,8
Schwellenökonomien
(z. B. China) 101,3 10,5 0,9
Schwellenländer
Asiens (z. B. China) 108,7 13,7 -9,9
Osteuropa 114,6 7,6 -1,7
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