• 29.03.2012, 11:34:35
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Neuerungen im Österreichischen Impfplan 2012

Wien (OTS) - Impfungen zählen zu den wichtigsten präventiven
Maßnahmen zum Schutz vor schweren Erkrankungen. Sie schützen nicht
nur die Gesundheit jedes Einzelnen, sondern können auch von Mensch zu
Mensch übertragbare Erkrankungen - wie Pneumokokken-Infektionen,
Masern oder Keuchhusten - durch hohe Durchimpfungsraten eindämmen.
Der Österreichische Impfplan 2012(1) liefert einen guten Überblick
über alle wichtigen Schutzimpfungen und informiert Ärzte und
Interessierte. Neben Neuerungen im Gratiskinderimpfprogramm, gibt es
auch eine neue Impfempfehlung für die Generation 50+: Die
Pneumokokken-Impfung wird nun bereits Erwachsenen ab 50 anstatt zuvor
ab 65 Jahren empfohlen.

Welche Impfungen im Rahmen des Gratiskinderimpfprogramms zur
Verfügung stehen und welche zusätzlichen Impfungen darüber hinaus
empfohlen werden, zeigt der aktuelle Österreichische Impfplan 20121.
Er wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und namhaften Experten
des Nationalen Impfgremiums überarbeitet und enthält mehrere wichtige
Änderungen, die auf neuer wissenschaftlicher Literatur und
Erfahrungen in anderen europäischen Ländern basieren.

Pneumokokken-Impfempfehlung für Erwachsene 50+

Nicht nur Kinder, sondern auch Best Ager sind von den aktuellen
Veränderungen im Impfplan betroffen. "Da mit zunehmendem Alter das
Immunsystem des Körpers schwächer wird, weisen neben Kleinkindern vor
allem Erwachsene ab 50 Jahren ein erhöhtes Risiko für
Pneumokokken-Erkrankungen auf. Aus diesem Grund wird Erwachsenen
nicht mehr wie bisher ab 65, sondern bereits ab 50 Jahren eine
Pneumokokken-Impfung empfohlen", erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr.
Wolfgang Popp, Abteilungsvorstand der 11. Medizinischen Abteilung mit
Lungenkrankheiten und Langzeitbeatmungszentrum im Geriatriezentrum am
Wienerwald. "Spätestens ab dem 60. bzw. 65. Lebensjahr wird die
einmalige Pneumokokkenimpfung dringend empfohlen. Für dieses Alter
steht neben dem konjugierten Impfstoff auch ein unkonjugierter
Impfstoff zur Verfügung."

Durchschnittlich erkrankt in Österreich fast täglich eine Person
an einer schweren invasiven Pneumokokken-Infektion. "Vielen
Erwachsenen ab 50 ist nicht bewusst, dass sie gefährdet sind.
Manchmal wird auch das Risiko unterschätzt, das von einer Infektion
ausgeht.", verdeutlicht Popp.

Gratisimpfprogramm für Kinder

Von den Änderungen am meisten betroffen ist jedoch das
Gratiskinderimpfprogramm, das vor mehr als zwei Jahrzehnten
entwickelt wurde und allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15.
Lebensjahr einen kostenlosen Zugang zu wichtigen Schutzimpfungen
ermöglicht. Prim. Univ.-Prof. Dr. Popp erläutert die aktuellen
Änderungen: "Nach wie vor werden im Gratiskinderimpfprogramm bereits
bisher bestehende Kinderimpfungen berücksichtigt. Das sind Impfungen
gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Haemophilus
influenzae b, Hepatits B, Mumps, Masern, Röteln und Rotavirus - also
gegen Erreger, die schwerste Erkrankungen und Folgeschäden
verursachen können. Neu ist, dass die Auffrischungsimpfung gegen
Diphtherie und Tetanus im Schulalter auf eine Dosis reduziert wurde,
diese aber schon im Volkschulalter als Vierfachimpfung mit
Keuchhusten - und Kinderlähmungskomponente verabreicht wird.

Zusätzlich zu den bisherigen Empfehlungen sieht der neue Impfplan
zusätzlich erstmals eine Gratisimpfung gegen Pneumokokken für alle
Säuglinge und Kleinkinder und gegen Meningokokken für Schulkinder
vor." Pneumokokken als auch Meningokokken sind Bakterien, die ständig
in der Bevölkerung zirkulieren und den Nasen- und Rachenraum der
Menschen besiedeln können. Beide Bakterien können durch
Tröpfcheninfektion - das heißt durch Niesen, Husten, Spucken - an
andere weitergegeben werden und bei zuvor völlig gesunden Menschen
eine Gehirnhautentzündung und/oder Blutvergiftung verursachen, die im
schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Wie wichtig Schutzimpfungen sind, macht auch der Österreichische
Impftag deutlich. Jahr für Jahr informieren sich hunderte Ärzte,
Apotheker und weitere Vertreter des Gesundheitswesens rund um das
Thema Impfen.

Der Impfplan ist unter http://www.bmg.gv.at/ zugänglich.

Referenzen:
(1) Impfplan Österreich 2012, Erhältlich unter: http://www.bmg.gv.at/

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Rückfragehinweis:
und Bildmaterial:
Maria Wedenig
ikp Wien
Tel.: 01/524 77 90
mailto:[email protected]

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