• 28.03.2012, 18:23:12
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Spindelegger verurteilt erschreckenden Anstieg von Hinrichtungen im Jahr 2011

Wien (OTS) - "Die weltweit massiv steigende Zahl der Hinrichtungen
ist ein Alarmsignal", so Vizekanzler und Außenminister Michael
Spindelegger anlässlich des gestern veröffentlichten Amnesty
International Berichts zur Todesstrafe 2011. "Die Tatsache, dass im
vergangenen Jahr weniger Staaten Todesurteile vollstreckten als in
den Jahren zuvor, ist zwar zu begrüßen, dennoch geben die Zahlen
deutlichen Anlass zur Besorgnis."

"Wir werden auch in Zukunft mit Nachdruck all jene Länder, die die
Todesstrafe anwenden, dazu auffordern, diese endlich abzuschaffen
oder zumindest als ersten Schritt ein Moratorium für die
Vollstreckung einzuführen", unterstrich Spindelegger. "Besonders
verwerflich sind Todesurteile gegen Jugendliche und öffentliche
Hinrichtungen, wie sie im Iran, Saudi-Arabien oder Nordkorea
durchgeführt werden. Ich appelliere dringend an alle betroffenen
Staaten, die Hinrichtung von Jugendlichen endgültig zu stoppen."

Erst letzte Woche wurden in Weißrussland die Todesurteile gegen
die nach dem Anschlag auf die Minsker U-Bahn vor einem Jahr
verurteilten Täter, Dmitri Konowalow und Wladislaw Kowaljow,
vollstreckt. "Weißrussland ist das einzige europäische Land, das die
Todesstrafe noch vollstreckt. Diese unmenschliche Bestrafung muss
endgültig von unserem Kontinent verbannt werden", so der
Außenminister weiter.

2011 verzeichnete Amnesty International Hinrichtungen in 20
Staaten im Vergleich zu 23 im Jahr 2010. Weltweit wurden im Jahr 2011
mindestens 676 Exekutionen bekannt, was einen deutlichen Anstieg im
Vergleich zu den 527 bekannten Vollstreckungen im Vorjahr bedeutet.
Allerdings sind in den 676 Exekutionen noch nicht die mehreren
Tausend Hinrichtungen enthalten, die Schätzungen zufolge in China
stattgefunden haben. Amnesty International veröffentlicht seit 2009
keine Daten mehr zu den Hinrichtungszahlen in China, weil derartige
Informationen dort als Staatsgeheimnis gelten. Fast 2.000 Menschen in
63 Ländern wurden zum Tode verurteilt.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Presseabteilung
Tel.: +43(0)501150-3262,4549,4550; F:+43(0)501159-213
mailto:[email protected]
http://www.aussenministerium.at, http://www.bmeia.gv.at

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