- 28.03.2012, 08:58:37
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Papst fordert mehr Freiheiten für Kirche auf Kuba
Bei Unterredung mit Staatspräsident Raul Castro bat er auch um Wiedereinführung des Karfreitags als Feiertag
Havanna, 28.03.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat bei einem
persönlichen Treffen mit Kubas Präsident Raul Castro größere
Freiheiten für die katholische Kirche in Kuba gefordert. Der Papst
habe die Erwartungen der Kirche und ihren Wunsch nach einem größeren
gesellschaftlichen Engagement geäußert, sagte Vatikansprecher
Federico Lombardi am Dienstagabend (Ortszeit) vor Journalisten in
Havanna. Das Treffen im Palast der Revolution beschrieb er als sehr
herzlich. Mit gut 40 Minuten habe die Unterredung ungewöhnliche lang
gedauert.
Weiteres Thema war laut Lombardi die Lage der kubanischen
Bevölkerung. Es sei jedoch nicht um humanitäre Interventionen der
Kirche zugunsten politischer Gefangener gegangen. Diesen Gegenstand
hätten die Delegationen behandelt, die sich parallel trafen. Weitere
Einzelheiten wollte Lombardi nicht nennen. Er hob hervor, der Papst
besuche Kuba in erster Linie mit einem seelsorgerischen Anliegen.
Benedikt XVI. habe Castro um die Wiedereinführung des Karfreitags
als gesetzlichen Feiertag gebeten, sagte der Vatikansprecher weiter.
Bis jetzt gebe es aber noch keine Antwort des Präsidenten. Johannes
Paul II. hatte Rauls Vorgänger und Bruder Fidel Castro während
seines Besuchs auf der Karibikinsel im Jahr 1998 um die
Wiedereinführung des Weihnachtsfeiertages gebeten. Fidel Castro
erfüllte diesen Wunsch damals.
Ob es bei dem Gespräch auch um das Handelsembargo der Vereinigten
Staaten gegen Kuba ging, konnte Lombardi nicht sagen. Er bekräftigte
jedoch die bisherige Position des Vatikan, dass eine solche Blockade
nicht zu "konkreten positiven Ergebnissen" führe und die Not der
Bevölkerung vergrößere.
Fidel will den Papst treffen
Kubas früherer Staatschef Fidel Castro will Papst Benedikt XVI. doch
noch persönlich sehen: "Gerne werde ich Seine Exzellenz apst
Benedikt XVI. begrüßen", teilte der frühere Maximo Lider auf dem
kubanischen Internetportal "Cubadebate" mit.
Der 85-jährige Revolutionsführer schrieb zu seinem geplanten Treffen
mit Benedikt XVI., er habe sich "entschlossen, eine Minute seiner
kostbaren Zeit zu beanspruchen". Er habe daher um einen "einfachen
und unkomplizierten Kontakt" angefragt.
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