- 27.03.2012, 11:43:25
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Pirklhuber: Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung erhöht Kosten des Gesundheitswesens
Grünewald: EU-weit jährlich 25.000 Todesfälle und über 1,5 Mrd. Kosten durch antibiotikaresistente Bakterien
Wien (OTS) - "In Österreich werden laut Agentur für
Ernährungssicherheit (AGES) in der Veterinärmedizin zirka 60 Tonnen
Antibiotika jährlich verkauft. Die eingesetzten Mengen werden in
Österreich offiziell nicht erfasst. EU-weit kommt es laut der
Europäischen Kommission durch den massiven Einsatz von Antibiotika in
der industriellen Tierhaltung zu jährlich 25.000 Todesfällen sowie zu
über 1,5 Milliarden Euro Mehrkosten für das Gesundheitswesen und an
Produktivitätseinbußen. Das sind besorgniserregende Zahlen",
bilanziert Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher der Grünen.
Der Antibiotika-Einsatz ist in Europa eigentlich nur bei kranken
Tieren erlaubt, dennoch werden ungefähr 50 Prozent der in Europa
verschriebenen Antibiotika Tieren verabreicht. Über 96 Prozent der
Hühner, die in Nordrhein Westfalen gemästet wurden, bekamen
Antibiotika. Bis zu acht verschiedene Medikamente wurden den Tieren
verabreicht, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des
nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums.
"Wir müssen davon ausgehen, dass auch in Österreich zu viele
Antibiotika eingesetzt werden. Ich fordere Minister Stöger daher auf,
mit einem Antibiotika-Monitoring in Österreich zu beginnen. Die
Abgabe der Antibiotika durch die Tierärzte muss klar erfasst werden,
um dann verbindliche Reduktionsziele für die Tierhaltung
festzuschreiben", fordert Wolfgang Pirklhuber,
Landwirtschaftssprecher der Grünen. "Daten über den
Antibiotika-Einsatz bei Mastgeflügel sind in der Datenbank der
QGV-österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung vorhanden und
sollten zumindest in einem jährlichen Bericht öffentlich zugänglich
gemacht werden", fordert Pirklhuber an die Adresse der Obfrau Maria
Glatzl, Vizepräsidentin der Tierärztekammer.
"Wir wissen, dass in intensiven Tierhaltungssystemen die
Krankheitsanfälligkeit sehr hoch ist, da die Tiere einem großen
Stress ausgesetzt sind. Durch die hohe Besatzdichte wird zusätzlich
noch die Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien gefördert.
Deshalb fordere ich Minister Berlakovich auf, besonders artgerechte
Haltesysteme auch besonders zu fördern. Ein um zehn Prozent höherer
Beitrag bei der Investitionsförderung wäre ein guter Anreiz, hier
vermehrt auf das Wohl der Tiere zu achten und letztendlich auch unser
aller Gesundheit im Blick zu behalten", meint Pirklhuber.
"Der Anstieg der Antibiotikaresistenzen zeigt deutlich, dass nicht
nur die Landwirtschaft, sondern auch die Allgemeinheit von den
Auswirkungen einer industrialisierten Landwirtschaft betroffen ist.
Wenn die Erreger resistent gegen ein oder mehrere Antibiotika sind,
schränkt das die Möglichkeiten der Ärzte bei der Behandlung
infizierter Menschen deutlich ein", erläutert Grünewald.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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