- 27.03.2012, 09:00:34
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Kohl & Partner Wien, Podiumsdiskussion zum Thema "Endloses Wachstum" der Wiener Hotellerie
Wien (TP/OTS) - Am 21. März 2012 begrüßte Mag. (FH) Martin
Schaffer - Geschäftsführender Gesellschafter des Wiener Büros der
Kohl & Partner Hotel- und Tourismusberatung - seine Podiumsgäste zu
einer Diskussion zum Wachstumspotential des Wiener Hotelmarktes. Das
Event fand in Kooperation mit der Tageszeitung Der Standard in den
Räumlichkeiten der Premium-Apartments My Place City Center statt.
Moderiert von Bettina Stimeder, Chef vom Dienst Der Standard, wurden
Herausforderungen und Wachstumschancen des Wiener Hotelmarktes
diskutiert. Podiumsgäste waren:
- Michaela Reitterer (Landesvorsitzende ÖHV Wien) - Martin Lachout (Vorstand Vienna International Hotelmanagement) - Georg B. Muzicant (Geschäftsführender Gesellschafter Colliers International Österreich) - Wolfgang Mitterberger (Head of Real Estate and Public Finance Raiffeisen Bank International)
In seiner Einführung in den Themenbereich verortete Mag. (FH)
Martin Schaffer den Wiener Hotelmarkt im europäischen Vergleich.
Bezüglich der Hotelkapazitäten liegt Wien nur im europäischen
Mittelfeld, was besonders an der touristischen Intensität, gemessen
an den Hotelbetten pro Einwohner, abzulesen ist. Hierbei liegt Wien
mit 3,3 Betten pro 100 Einwohnern noch unter dem Durchschnitt von 3,8
und weit abgeschlagen hinter Städten wie Lissabon oder Amsterdam (6,4
bzw. 6,2 Hotelbetten pro 100 Einwohnern). Diese geringe Intensität
ist in Kombination mit der stabilen Auslastung und einem dynamischen
Nächtigungswachstum die Grundlage für Wiens Attraktivität für weitere
Hotelentwicklungen.
Bezugnehmend auf den Titel der Veranstaltung bestätigte Wolfgang
Mitterberger Potential für neue Hotelprojekte in Wien. Von seiner
Warte aus gesehen sind neben dem Standort vor allem der Betreiber
entscheidend. Besonders bei Managementverträgen ist der Track-Record
eines internationalen Betreibers wichtig, da dieser bei Verhandlungen
über Fremdkapital ausschlaggebend sein kann. Fremdkapital
aufzustellen ist schwieriger geworden, nicht nur wegen der aktuellen
Regularien sondern generell aufgrund des schwer zu kalkulierende
Cash-Flows bei Hotel-Managementverträgen.
Ähnlich sieht Georg Muzicant die Situation. Er berichtete von
weiter anhaltendem Interesse am Wiener Markt. Im Vergleich zu anderen
europäischen Metropolen herrscht in Wien ein klarer Nachholbedarf
speziell im Luxussektor. Doch herrscht zurzeit ein Mangel an
adäquaten Immobilien. Die zunehmende Präsenz von internationalen
Betreibern sieht Georg Muzicant positiv und bedauert vor allem den
Absprung von Shangri-La Hotels am Ring da dieses den kaufkräftigen
asiatischen Markt hätte öffnen können. Doch ist Georg Muzicant auch
davon überzeugt, dass mit nachfolgenden Projekten andere Märkte, zum
Beispiel der nordamerikanische, gut bedient werden können.
Mit der Zunahme an Betten, Ankünften und Nächtigungen muss die
lokale Infrastruktur mitwachsen. Davon sind Michaela Reitterer und
Martin Lachout überzeugt. Erstens sei es nicht mit dem Bau von neuen
Bahnhöfen allein getan, sondern man müsse auch mittelfristig eine
Entscheidung für die dritte Startbahn am Flughafen Wien treffen.
Darüber hinaus müsse auch für eine Steigerung des touristischen
Angebotes gesorgt werden. Hierbei wurde besonders auf die
tatsächliche Erweiterung des Angebotes und nicht auf die Ausweitung
von zum Beispiel Museen-Öffnungszeiten verwiesen. Eine Ausdehnung der
Öffnungszeiten, speziell auf den Sonntag sollte eher im Einzelhandel
diskutiert werden, so die Übereinstimmung am Podium.
Ein viel diskutiertes Thema war das Areal um den neuen Wiener
Hauptbahnhof. Wenn man sich die geplanten Unterkünfte ansieht, geht
Kohl & Partner von etwa 3.000 neuen Betten aus, vor dieser Schätzung
warnt jedoch Georg Muzicant. Durch eine extrem hohe Nachfrage nach
Standorten haben viele Investoren und Betreiber möglichst schnell
große Projekte geplant und fixiert, was in einem übertriebenen
Angebot enden könnte. Er erwartet einen stärker werdenden
Verdrängungswettbewerb welcher den Markt korrigieren wird.
Dass dieses Wachstum nicht bei allen ankommt, zeigte Michaela
Reitterer auf. Durch steigende Vertriebs-, Energie-, sowie
Finanzierungskosten seien bestehende, wie auch neue Hotels betroffen.
Endscheidend in diesem Wettbewerb ist auch die Motivation einiger
Investoren betonte Herr Lachout. Ist der Erwerb nur als Anlage ohne
große Renditeerwartung geplant oder dient der Hotelbetrieb in einem
mixed-use Konzept nur der Abrundung des Angebots, tritt der
Hotelbetrieb in den Hintergrund und die Preisdurchsetzung verliert an
Priorität.
Mag. (FH) Martin Schaffer warnt vor weiteren
"more-of-the-same"-Produkten welche weder Innovation noch eine klare
Positionierung für sich beanspruchen können. Diese werden kaum
konkurrenzfähig sein und dem gesamten Markt durch ihre niedrigen
Preise schaden, denn dieser ist ihr einziges Verkaufsargument.
Stattdessen rät er zu "Nischen-Produkten" die in Wien noch nicht
vertreten sind. Hier führte er speziell das Thema temporäres Wohnen
an, sowie in Wien noch nicht vorhandene Brands und Konzepte von
international etablierten Firmen.
Der anschließende Ausklang der Veranstaltung bot den über 130
Teilnehmern einen angenehmen Rahmen sich untereinander und mit den
Podiumsgästen dem Thema zu widmen. Für ein gutes Glas Wein war dank
Del Fabro gesorgt, die Wein-Berater sowie eine passende Selektion an
Österreichischen Weinen bereit stellten.
Die Präsentation der Veranstaltung sowie der Report zum Hotelmarkt
Wien stehen unter http://www.kohl.at zum Download zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Martin Schaffer Geschäftsführer - Wiener Büro der Kohl & Partner Hotel- und Tourismusberatung Kohl & Partner Wien GmbH Wallnerstr. 3 A-1010 Wien Tel.: +43 (0)1 5326335 Fax: +43 (0)1 5326335-20 [email protected] http://www.kohl.at
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