- 26.03.2012, 11:51:54
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AK: Leiharbeiter nach wie vor diskriminiert - EU-Richtlinie zur Arbeitskräfteüberlassung vollständig umsetzen
Wien (OTS) - "Das österreichische Arbeitskräfteüberlassungsgesetz
muss an die EU-Richtlinie angepasst werden. Dazu ist Österreich nicht
nur rechtlich verpflichtet. Auch aus arbeitsmarkt- und
sozialpolitischen Gründen muss die Diskriminierung von
LeiharbeitnehmerInnen in den Beschäftigerbetrieben beendet werden",
fordert Alice Kundtner, Bereichsleiterin für Soziales in der AK Wien.
Daher hat die AK auch kein Verständnis für die Drohung der
Leiharbeitsbranche, deswegen den Kollektivvertrag aufzukündigen. Mit
dieser Drohung demaskiert sich die Leiharbeitsbranche vollständig.
Sie ist ein Eingeständnis, dass Leiharbeitsfirmen offensichtlich ihre
Gewinne auf dem Rücken ihrer Beschäftigten machen, indem sie diese
systematisch benachteiligen und belasten.
Eine Studie der AK (2009) belegt die Diskriminierung von
LeiharbeitnehmerInnen: Sie werden häufiger arbeitslos als
ArbeitnehmerInnen in anderen Branchen, sie sind bei den Einkommen
nach wie vor gegenüber den Stammbelegschaften benachteiligt und haben
die schlechteren Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Gleichzeitig
gewinnt die Leiharbeit an Bedeutung. Vor allem nach der Krise haben
die Unternehmen in Österreich weniger eigenes Personal neu
beschäftigt, sondern viel häufiger auf die Leiharbeit
zurückgegriffen.
Für die AK ist es unerlässlich, dass die Leiharbeit in Österreich
besser geregelt wird. Ein den Standards der EU entsprechendes Gesetz
ist für die AK aber nur die Basis eines umfassenden rechtlichen
Rahmens zum Schutz der LeiharbeitnehmerInnen. Dazu braucht es auch
einen umfassenden Kollektivvertrag für die Leiharbeit. Diese
Notwendigkeit zeigt etwa ein Blick nach Deutschland, wo das Fehlen
eines solchen Kollektivvertrages zu Stundenlöhnen von fünf Euro oder
weniger für LeiharbeitnehmerInnen dazu führt, dass
LeiharbeitnehmerInnen um 50 Prozent weniger verdienen als die
Stammbelegschaften.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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