- 22.03.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Karibik in den Alpen"
Liechtenstein schützt alle, die ihr Geld verstecken wollen. Das ist unanständig.
Wien (OTS) - Das Fürstentum Liechtenstein liegt mitten in Europa
und profitiert davon. Als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums
genießt das kleine Land alle Vorteile des Freihandels, Österreich
unterstützt die Rechtssprechung durch die Entsendung von Richtern.
Aber das genügt den Liechtensteinern noch lange nicht. Sie wollen
mit ihren Postkästen noch reicher werden, als sie schon sind. Die
jüngste Entscheidung, beschlagnahmte Akten in der Causa Grasser nicht
den österreichischen Behörden zu übergeben, kommt einem Inserat
gleich, in dem Ausländer zur Steuerhinterziehung aufgefordert werden.
So nach dem Motto: Wer wird schon in die Karibik reisen, auch in den
Alpen kann man Schwarzgeld gefahrlos verstecken.
Das dürfen sich die österreichische Bundesregierung und die
Europäische Union nicht gefallen lassen. Entweder Liechtenstein
akzeptiert, dass Steuerflüchtlinge auch verfolgt werden oder der
Fürst und die Seinen müssen in ihren Bergen isoliert werden. Dann
sollen eben die Grenzen überwacht und der Bankenverkehr mit
Liechtenstein wieder schärfer kontrolliert werden.
Steuerhinterziehung im großen Stil ist kein Kavaliersdelikt. Das
sollte gerade ein Fürstenhaus mit 300-jähriger Tradition begreifen.
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