OTS0081   22. März 2012, 10:14

ATV Österreich Trend: ÖVP mit 23 Prozent deutlich hinter FPÖ auf Platz 3

Meinungsforscher Hajek: "Die Korruptionsaffären schaden vor allem der ÖVP."


Wäre am kommenden Sonntag Nationalratswahl, könnte die Volkspartei nur noch mit 23 Prozent der Stimmen rechnen und wäre damit deutlich hinter der FPÖ auf Platz drei. Das zeigt der aktuelle "ATV Österreich Trend", eine Meinungsumfrage unter 1000 wahlberechtigten Österreichern, durchgeführt von Meinungsforscher Peter Hajek. Die Freiheitlichen können im Vergleich zur letzten Umfrage wieder etwas Boden gut machen und liegen aktuell bei 27 Prozent, hinter der SPÖ mit 29 Prozent. Den Grünen würden 13 Prozent, dem BZÖ sechs Prozent der Wähler ihre Stimme geben.

Eine der Hauptursachen für den historischen Tiefststand der ÖVP sieht Meinungsforscher Peter Hajek in den zahlreichen Korruptionsaffären: "Das schadet vor allem der Volkspartei, während es FPÖ und BZÖ bisher gut gelungen ist, sich von diesem Thema abzugrenzen. Der ÖVP sollte das Ergebnis eine Warnung sein, denn der Imageschaden kann sich auch langfristig negativ auswirken." so Hajek.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Kanzlerfrage. Auch hier liegt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit 15 Prozent vor Michael
Spindelegger
mit zwölf Prozent. Bundeskanzler Werner Faymann würden 19 Prozent direkt wählen - für einen amtierenden Bundeskanzler ein äußerst bescheidenes Ergebnis. Eva Glawischnig kann 6, Josef Bucher 4 Prozent der Wähler überzeugen.

"Korruptionsaffären, Freunderlwirtschaft und das Gefühl, dass es sich "die da oben richten können" - diese Faktoren ergeben eine gefährliche Melange für die Demokratie in Österreich. Eine deutliche Mehrheit der Österreicher ist vom politischen System schlichtweg enttäuscht. Das sollte für alle Parteien ein Alarmsignal sein, denn diese Stimmung kann letztlich die Demokratie gefährden" warnt Hajek.

Nur noch 39 Prozent der Wähler sind mit der Demokratie im Land zufrieden, 59 Prozent sind es nicht. Und diese Mehrheit glaubt auch nicht, dass es in Österreich gerecht zugeht. Auch hier wiegt das Sittenbild, dass es sich einige wenige richten können, schwer. 54 Prozent empfinden die Zustände als ungerecht, nur 36 Prozent glauben, dass es "eher gerecht" zugeht.

Besonders drastisch zeigt sich diese negative Stimmungslage in Bezug auf das Sparpaket. Nur eine Minderheit von 24 Prozent glaubt, dass die Belastungen gleichmäßig auf alle Bevölkerungsgruppen verteilt sind. Rund zwei Drittel (67%) halten dagegen die Lastenverteilung für ungerecht.

Der "ATV Österreich Trend" ist eine vierteljährliche Meinungsumfrage, bei der 1000 wahlberechtigte Österreicher zu politischen und wirtschaftlichen Themen befragt werden. Die Umfrage wird von Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführt und soll dazu dienen, aktuelle Meinungen erfassen und Trends ablesen zu können. Der "ATV Österreich Trend" wird seit Januar 2009 erstellt.

Näheres dazu in "ATV Aktuell" um 18.25 Uhr bei ATV2 und um 19.20 Uhr bei ATV, bzw. auf http://atv.at/oesterreichtrend

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