- 21.03.2012, 09:31:33
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Frauenministerin Heinisch-Hosek: "Quote heißt, unseren Anteil zu sichern"
Anlässlich der Buchpräsentation "Ende der Krawattenpflicht" erneuerte die Frauenministerin ihr Bekenntnis zu Quoten in der Politik.
Wien (OTS) - "Wir haben weltweit noch viel zu viele
Krawattenträger, denn Männer räumen nicht freiwillig ihre Plätze",
sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gestern,
Mittwochabend, im Wiener Palais Porcia anlässlich der Vorstellung des
Buches "Das Ende der Krawattenpflicht. Wie Politikerinnen in der
Öffentlichkeit bestehen" (Czernin Verlag 2012,
www.endederkrawattenpflicht.at) von Barbara Blaha und Sylvia Kuba.
In Österreich seien Frauen in der Politik unterrepräsentiert. Im
Nationalrat stellen Frauen nur ein gutes Viertel (27,3 Prozent),
unter den Landeshauptleuten sind es elf Prozent und auf Gemeindeebene
werden Frauen fast ganz unsichtbar: Nur fünf Prozent der
BürgermeisterInnen sind weiblich. "Die Prozentzahlen sind sehr
unbefriedigend. Umso mehr muss die Quote beworben werden", sagte
Heinisch-Hosek. Zu klein sei noch die Gruppe an politisch aktiven
Frauen, um auch tatsächlich Änderungen herbeiführen zu können. "Denn
es geht darum, dass weibliche Lebenswelten in die Politik eingebracht
werden. Frauen stellen sich den Aufgaben eines politischen Amtes,
doch fühlen wir uns oft nicht willkommen", gab die Ministerin zu
bedenken.
Und wenn Frauen sich dann durchkämpften, komme, so die
Buchautorinnen, die Stilkritik. Geben sich Frauen weiblich und
harmoniebetont, werde ihnen Kompetenz abgesprochen, zeigten sie sich
konfliktfreudig, würden sie schnell zum Mannweib abgestempelt. "Das
'kritische Auge' von Kollegen und Medien betrifft oft nicht die
Fachthemen, sondern bleibt bei Oberflächlichkeiten hängen", sagte
Heinisch-Hosek. Zudem sei die Politik ein zeitaufwändiges Geschäft
mit Sitzungsmarathons und informellen Nachbesprechungen, für das
Frauen oft nicht die Zeit aufbringen könnten, weil sie in den
entscheidenden Jahren für die Familienarbeit zuständig gemacht
würden. "Wir müssen Rollenbilder aufbrechen und verstärkt für den
Papamonat und die Väterkarenz eintreten. Nur wenn die Männer ihren
Anteil übernehmen, können sich Frauen auch politisch engagieren und
frei über ihre Zeit verfügen." Dazu sei es wichtig, die
Kinderbetreuungseinrichtungen auszubauen. Zudem würden noch immer
Quotenregelungen oft abgelehnt und falsch verstanden. "Quote heißt
Anteil. Es geht nicht darum, Männer zu verdrängen und Frauen zu
bevorzugen. Es geht um Chancengleichheit, damit Frauen endlich ihren
Anteil sichern können", sagte Heinisch-Hosek.
"Ich habe gelernt, meine Forderungen dosiert einzusetzen und eine
Strategie in kleinen Schritten zu verfolgen", so die Ministerin.
"Umso wichtiger ist es, vehement und laut zu fordern, aber nicht
enttäuscht zu sein, wenn nicht alle Vorhaben zu 100 Prozent umgesetzt
werden." Gerade in Krisenzeiten sei es notwendig, für Frauenthemen
verstärkt einzutreten. "In Zeiten, in denen es enger wird und nur
mehr ans Sparen gedacht wird, müssen wir enorm aufpassen, dass
frauenpolitisch keine Rückschritte gemacht und Frauenanliegen
zurückgedrängt werden", sagte Heinisch-Hosek abschließend.
Fotos von dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.
Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 202149
mailto:[email protected]
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