• 21.03.2012, 08:00:31
  • /
  • OTS0007 OTW0007

Der "Methusalem-Komplott" im Tourismus oder das ungenutzte Potential der "Best Agers"

Die demographische Entwicklungs-Realität und ihre praktische Auseinandersetzung im österreichischen Tourismus klaffen noch weit auseinander!

Wien (TP/OTS) - Im Jahr 2004 veröffentlichte der FAZ Journalist
Frank Schirrmacher den "Methusalem-Komplott", ein Sachbuch über die
Alterung der Gesellschaft und die damit verbundenen Herausforderungen
für Gesellschafter und die Wirtschaft. "Die öffentliche
Aufmerksamkeit dazu mag mittlerweile etwas verflacht sein, die
statistischen Daten und demographischen Tendenzen bleiben jedoch
weiterhin dieselben und sollten bei wirtschaftlichen - und damit auch
touristischen - Verantwortlichen zu entsprechenden strategischen
Konsequenzen und präventiven Maßnahmen führen", erläutert Mag. Arnold
Oberacher, Geschäftsführer der con.os tourismus.consulting gmbh. Eine
Stichproben-Analyse in der österreichischen Tourismus-Praxis zeigt,
dass bislang kaum mehr an Entwicklungen und Innovationen als Produkte
wie "Senioren-Tellern", Aktionen wie "Senioren-Preisen" oder
Initiativen wie "50plus Hotels" Platz gegriffen haben.

Touristisches Zukunftspotential "Best Agers"

Dem entgegen stehen die quantitativen Fakten und qualitativen
Entwicklungen des sogenannten "Best Ager-Segments", welche eigentlich
mehrheitlich spannende touristischen Chancen erkennen lassen, die
gerade in Phasen stagnierender Tourismusentwicklungen ein "gefundenes
Fressen" für Touristiker sein sollten. Hierzu nur einige Eckpunkte:

- Während die Urlaubs- und Reiseintensität grundsätzlich (zwar auf 
   hohem Niveau) stagniert, sind in den letzten Jahren die größten 
   Zuwachsraten in der Reiseintensität bei Menschen über 60 Jahren 
   zu beobachten (dies gilt sowohl für Urlaubs-, Kurz- und 
   Tagesausflugs-Reisen);
 - Im Reiseverhalten hat sich mittlerweile das Modell des "gefühlten 
   Alters" etabliert; dies bedeutet, dass sich die Gesellschaft 
   unserer älteren Mitmenschen mittlerweile tendenziell um 10 bis 15 
   Jahren jünger fühlt, als sie laut Taufschein tatsächlich sind, 
   was sich letztlich nicht nur im vergleichsweise jüngeren 
   Lifestyle- sondern auch entsprechendem Freizeit-Verhalten 
   widerspiegelt;
 - Die favorisierten Freizeitthemen und -aktivitäten der "Best 
   Agers" ließen einiges an Potenzial für die heimische 
   Tourismusbranche erwarten: an vorderster Front stehen nämlich 
   Themen, wie Gesundheit, Genuss & Kulinarik, sanfte 
   Bewegungsformen (Wandern, Spazierengehen, Golfspielen) oder 
   Garten & Grün.

Strategische Produktentwicklung und Zielgruppenmarketing

Oberacher: "Um von diesem Chancen-Potential jedoch profitieren zu
können, wird es nicht ausreichen, die Entwicklung einfach abzuwarten.
Vielmehr wird es notwendig sein, aktive Strategien zur
Produktentwicklung und zum entsprechenden Zielgruppenmarketing zu
entwickeln." Nicht zuletzt aufgrund des "gefühlten Alters" fühlt
sich dieses Marktsegment hinkünftig kaum noch durch direkte
Zielgruppenansprachen a la "Seniorenteller" oder "Best Ages-Packages"
angesprochen. Vielmehr erwarten sie Produkte, die zwar auf ihre
alters- und anspruchsbedingten Bedürfnisse angepasst sind (hoher
Komfort, umfassende Sicherheiten, perfekte Betreuung und Beratung,
etc.), aber zugleich in einer Kommunikationsform vermittelt werden,
die genauso an jüngere Zielgruppen gerichtet sein könnte. Ebenso
sollte mit dem traditionellen Missverständnis aufgeräumt werden, dass
professionelle Beschäftigung mit den demographischen Zielgruppen der
Zukunft die Notwendigkeit der "Spezialisierung" bedeutet. Nur zu gut
zeigt der (mäßige) Erfolg von Initiativen wie "50plus Hotels" oder
"Club Elan" der TUI (der nach mehreren Jahren mit der Wintersaison
2011/12 von der TUI wieder eingestellt wurde), dass das Bedürfnis
dieser kommenden Generation in der Integration und nicht in der
Separation liegt.

Aktiv Marktchancen nutzen

Die Zukunfts-Chancen - insbesondere der heimischen
Tourismuswirtschaft - im Segment der "Best Agers-Generation" sind
also evident. "Solange jedoch leitende Tourismusverantwortliche ein
steigendes Durchschnittsalter ihrer Gäste eher als Bedrohung und
Risiko für die touristische Zukunft, und nicht als soziographische
Tatsache und damit potenzielle Machtchance sehen, werden die
tatsächlichen Erfolge wohl noch etwas auf sich warten lassen",
analysiert Oberacher. Zu fordern ist hier zunächst ein
Gesinnungswandel gefolgt von einer professionellen produkt- und
marketingseitigen Auseinandersetzung mit der demographischen
Zukunftsrealität. Darin liegt eine erhebliche Markt- und
Positionierungschance für den künftigen österreichischen Tourismus.

Alle aktuellen Pressetexte auch unter http://www.pressetexter.at

Rückfragehinweis:

con.os tourismus.consulting gmbh
   Cornelia Hofbauer
   Hietzinger Hauptstraße 45
   A-1130 Wien
   Tel.: +43 (0)1 3060606
   Fax: +43 (0)1 3060606-10
   [email protected]
   http://www.conos.co.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TMP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel