- 20.03.2012, 09:52:02
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Neues Brustkrebs-Screening sichert Qualität
Einladungssystem, Doppelbefundung und technische Kontrollen bringen Vorteile für die Frauen
Wien (OTS) - Pro Jahr erkranken in Österreich etwa 4.600 Frauen
an Brustkrebs, rund 1.500 sterben daran. Je früher diese Erkrankung
erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Derzeit wird mit
Hochdruck an der Einführung eines systematischen
Brustkrebs-Früherkennungs-Programmes in Österreich gearbeitet. Ab
2013 sollen alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren regelmäßig im
Intervall von 24 Monaten in einem persönlichen Brief zur
Mammographie-Untersuchung eingeladen werden. Studien zeigen, dass
diese Altersgruppe besonders gefährdet ist, an Brustkrebs zu
erkranken.
"Gerade in diesem Alter gehen die Frauen in Österreich derzeit viel
zu selten und zu unregelmäßig zur Brustkrebs-Früherkennung", sagt
Manfred Brunner, Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse, der
maßgeblich an der Neuausrichtung beteiligt war. "Mit dem
Einladungssystem wollen wir die Frauen gezielter ansprechen und die
Teilnahmequote steigern. Denn: je früher man Brustkrebs erkennt, umso
größer sind die Heilungschancen und die Chancen auf eine minimal
invasive Therapie", ergänzt Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener
Gebietskrankenkasse. Die WGKK arbeitet derzeit an der Umsetzung des
Programms.
Basis für die Neuorganisation des Screenings ist eine Vereinbarung
zwischen Gesundheitsminister Alois Stöger, der Sozialversicherung,
den Ländern und der Ärztekammer aus dem Jahr 2011. Damals hat man
sich nach längerem Tauziehen geeinigt, das
Brustkrebs-Früherkennungs-Programm nach europäischem Vorbild
umzusetzen. In fünf Modellprojekten war zuvor die Umsetzbarkeit auf
österreichische Verhältnisse geprüft worden.
Dabei wird besonderes Augenmerk auf die wohnortnahe Versorgung
gelegt. "Kurze Anfahrtswege für die Frauen aber gleichzeitig eine
qualitativ hochwertige Versorgung sind uns besonders wichtig",
ergänzt Brunner. "Das Angebot zur Brustkrebs-Früherkennung gilt
freilich auch für Frauen ab 40 und über 70 Jahren, die nach wie vor
die Möglichkeit zur Teilnahme haben."
Das neue Programm sieht eine Reihe von Qualitätsmaßnahmen vor, die
derzeit gemeinsam von Ärztekammer und Sozialversicherung umgesetzt
werden. So muss künftig jede Mammographie-Aufnahme von einem zweiten
unabhängigen Radiologen oder einer Radiologin befundet werden. Dieses
Vier-Augen-Prinzip ist international Standard und erhöht die
Zuverlässigkeit der Befunde. Alle Radiologen und Radiologinnen, die
an dem qualitätsgesicherten Screening-Programm teilnehmen, müssen pro
Jahr mindestens 2.000 Mammographien beurteilen und - ebenso wie die
Radiologietechnologen und -technologinnen - spezielle Schulungen
absolvieren. Auch die technische Ausrüstung wird strengen Qualitäts-
und Sicherheitskontrollen unterzogen, nur digitale Geräte kommen zum
Einsatz. Radiologische Praxen, die alle Anforderungen erfüllen,
erhalten ein Zertifikat, das sie zur Teilnahme an dem
Brustkrebs-Früherkennungs-Programm berechtigt. "Mit diesen hohen
Qualitätsstandards können wir den Frauen größtmögliche Sicherheit
bieten", sagt Reischl. "Wir hoffen damit in Zukunft die Zielgruppe
besser zu erreichen und damit die Heilungschancen bei Brustkrebs
steigern zu können."
Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen,
sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und
eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen
Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte
Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird
beim Arzt/Ärztin durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als
Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem
Arzt/Ärztin aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines
Patienten bzw. einer Patientin und die Nutzung weiterer Services. Der
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das
organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und
Pensionsversicherung Österreichs.
Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pressestelle Tel.: (++43-1) 71132-1120 mailto:[email protected] http://www.sozialversicherung.at Wiener Gebietskrankenkasse Competence Center Integrierte Versorgung Mag. Karin Eger Tel: 01/601 22 2325 E-Mail: [email protected]
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