• 18.03.2012, 19:12:39
  • /
  • OTS0041 OTW0041

Elsners fantasierte Hintermänner

OÖNachrichten-Leitartikel von Josef Achleitner; Ausgabe vom 19. März 2012

Linz (OTS) - Der Exklusivbericht der Oberösterreichischen
Nachrichten über den Barbesuch des krankheitshalber haftunfähig
geschriebenen Ex-Bawag-Generaldirektors Helmut Elsner hat
österreichweit Reaktionen ausgelöst. Elsner hat den Haftaufschub nach
einer jahrelangen Medienkampagne seiner Frau Ruth bekommen, unterlegt
mit ärztlichen Gutachten. Der Tenor von Ruth Elsners Argumenten: Ihr
Mann würde sterben, wenn er noch länger im Gefängnis sitzen müsse.
Der Haftstress könne für den Bypass-operierten, an Herzschwäche
leidenden 76-Jährigen tödlich wirken. Seit Sommer 2011 ist der wegen
Untreue und Betrug in Milliardenhöhe zu zehn Jahren Haft verurteilte
Ex-Banker auf Vorbehalt in Freiheit.
Das Engagement einer schwer besorgten Gattin in Ehren: Der an sich
harmlose Besuch in der Eden-Bar in der Wiener Innenstadt lang nach
Mitternacht (nicht um ein Uhr nachts, wie die Elsners argumentieren)
bekommt eben im Fall ihres Mannes eine andere Bedeutung. Elsner hat
schon 2006 gemeinsam mit seinem Anwalt die österreichische Justiz
über Monate an der Nase herumgeführt, um seine Verhaftung zu
verhindern. Daher ist auch jetzt die Frage berechtigt, wie schwer
krank Elsner wirklich ist. Das wird die Justiz demnächst feststellen
lassen.
Geschickt kann man sein Verhalten jedenfalls angesichts der
Vorgeschichte nicht nennen. Abstrus werden die Rechtfertigungen von
Helmut und Ruth Elsner, wenn sie von Intrige und Verschwörung
möglicherweise im Auftrag des Investmentbankers Wolfgang Flöttl
reden. Berichte unabhängiger Zeitungen wie der Oberösterreichischen
Nachrichten entstehen selbstverständlich nur im eigenen Auftrag und
in eigener Verantwortung. Die Fakten sind mehrfach bezeugt. Es bleibt
dem Ehepaar unbenommen, gegen den ungeschoren aus dem Verfahren
hervorgegangenen Flöttl vorzugehen, dem es vorwirft, Hunderte
Bawag-Millionen nicht bei Spekulationen verloren, sondern gestohlen
zu haben.
Der Prozess um den Untergang der einstigen ÖGB-Bank hatte, wie wir
mehrmals berichtet haben, schwere Mängel. Das ist auch
höchstgerichtlich bestätigt. Doch auch wenn es Elsner gelingt, Flöttl
den Diebstahl der Spekulationsmillionen nachzuweisen, bleibt er bis
zur Wiederaufnahme des Verfahrens als damaliger Hauptverantwortlicher
rechtskräftig verurteilt. Darum geht es, und nicht um fantasierte
Hintermänner.

Rückfragehinweis:
Oberösterreichische Nachrichten
Chef vom Dienst
Tel.: +43-732-7805-401, 434 od. 422

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PON

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel