• 17.03.2012, 23:00:46
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Schenuda III.: Katholische Kirche kondoliert Kopten

Papst Benedikt XVI. betet für das verstorbene Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche - Kardinal Schönborn: "Christenheit verliert einen der profiliertesten und nachhaltig wirksamsten Oberhirten."

Vatikanstadt - Wien, 17.03.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat zum Tod
des koptischen Patriarchen Papst Schenuda III. kondoliert. Benedikt
XVI. sei im Apostolischen Palast im Vatikan informiert worden und
bete für den Verstorbenen, heißt es in einer Mitteilung des Vatikan
vom Samstagabend. Die katholische Kirche vereine sich in Trauer und
Gebet mit den koptischen Christen, schreibt Vatikansprecher Federico
Lombardi. Für alle unvergessen bleibe das Treffen Schenudas III. mit
Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000, der ein großer Moment im
ökumenischen Dialog gewesen sei.

Das ägyptische Fernsehen hatte zuvor am Samstagabend berichtet, dass
der koptische Papst Schenuda III. am Samstag im Alter von 88 Jahren
verstorben ist. Der "Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles
vom Heiligen Markus", so sein offizieller Titel, stand seit 1971
einer der ältesten und wichtigsten christlichen Kirchen mit weltweit
rund zwölf Millionen Gläubigen vor. Laut Tradition war er der 117.
Nachfolger des Evangelisten Markus.

"Mit dem Tod von Papst Schenuda verliert die Christenheit einen der
profiliertesten und nachhaltig wirksamsten Oberhirten." Das betonte
Kardinal Schönborn im Gespräch mit "Kathpress" über den
Verstorbenen, mit dem der Wiener Erzbischof über viele Jahre
persönlich verbunden war und an dessen Besuche in Wien sich der
Kardinal dankbar erinnert: "So etwa 1997, als er für fast eine Woche
mein Gast im Erzbischöflichen Palais war. Unvergesslich die Feiern
zur Grundsteinlegung und dann zur Weihe der koptischen Kathedrale in
Wien XXII."

Wie kaum ein anderer Oberhirte habe Schenuda III. über Jahrzehnte
die Menschen seiner Kirche geformt und geprägt. "Unter seinem
Hirtendienst ist die koptische Kirche spürbar erstarkt, hat ein
inners und äußeres Wachstum erlebt, das sich in der Lebendigkeit der
koptischen Klöster, in dem hohen Bildungsniveau der Gläubigen, in
einem überzeugenden christlichen Engagement ausgeprägt hat", hielt
Kardinal Schönborn fest.

Durch fast 40 Jahre habe Papst Schenuda jeden Mittwoch in der St.
Markus Kathedrale in Kairo "seine berühmten Katechesen gehalten,
stets vor tausenden Gläubigen. Er war wirklich der Lehrer seines
Volkes." Kardinal Schönborn: "Von seinen Gläubigen wurde er innig
geliebt und verehrt. Sein Humor bleibt allen unvergessen. Ich sehe
vor mir unvergessliche Bilder mit Papst Schenuda umringt von
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Er war ihnen wirklich Vater."

In Verbundenheit mit den koptischen Christen sagte der Kardinal:
"Papst Schenuda wird seiner Kirche und der ganzen Christenheit ein
großer Fürsprecher bei Gott bleiben."

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) pwu/

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