• 16.03.2012, 12:17:51
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SPÖ-Klubtagung - Brauner: Weiterbildung als zentrales Instrument im Kampf gegen Arbeitslosigkeit

Qualifikationsplan Wien bringt bis 2015 wertvolle Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Wien

Rust (OTS/SPW-K) - Bis Herbst 2012 soll eine strategische
Weichenstellung am Wiener Arbeitsmarkt erfolgen. Mit dem
Qualifikationsplan Wien wird eine Gesamtstrategie entwickelt, wie das
Fachkräftepotenzial bis 2015 deutlich erhöht und die Zahl gering
qualifizierter WienerInnen entsprechend reduziert werden kann. Das
kündigte Wirtschafts- und Finanzstadträtin Vizebürgermeisterin Renate
Brauner am 16. März 2012 im Rahmen der SPÖ-Klubtagung in Rust an.

Am Wiener Arbeitsmarkt gibt es derzeit zwei entgegenlaufende
Entwicklungen: Einerseits steigt die Beschäftigung (zuletzt mit einem
Plus von 1,9 Prozent) deutlich auf derzeit 771.420 Beschäftigte und
damit Rekordniveau an. Andererseits wächst die Arbeitslosigkeit (mit
4,9 Prozent auf 90.081 Personen im Februar) ebenfalls.

Dieses Phänomen entsteht aufgrund des steigenden
Arbeitskräftepotenzials und nicht aufgrund des Verlusts von
Arbeitsplätzen. Wien ist ein starker Wirtschaftsmotor und zieht in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten 250.000 EinpendlerInnen aus den
umliegenden Bundesländern an.
Darüber hinaus wirken politische Maßnahmen, die den WienerInnen die
Teilhabe am Arbeitsleben erleichtern sollen:
- Die neuen Kinderbetreuungsgeldregelungen sowie der
Gratiskindergarten führen dazu, dass WienerInnen früher wieder ins
Berufsleben einsteigen.
- Auch die Unterstützung für BezieherInnen der Bedarfsorientierten
Mindestsicherung bewirkt erwartungsgemäß, dass diese Gruppe wieder am
Arbeitsmarkt Fuß fasst.

Wien handelt: Qualifikationsplan Wien

Die Situation, dass die WienerInnen zum Teil nicht über die
Qualifikation verfügen, die angebotenen Jobs auch annehmen zu können,
veranlasste Vizebürgermeisterin Renate Brauner, die Erarbeitung eines
zentralen Qualifikationsplans für Wien in Auftrag zu geben. Dieser
Qualifikationsplan soll die Leitlinie für vernetzte und noch besser
abgestimmte Maßnahmen bilden, um gering qualifizierte WienerInnen
höherzuqualifizieren und somit das wichtige Fachkräftepotenzial für
den Wirtschaftsstandort Wien zu sichern. Ziel ist, die Zahl der
Personen mit maximal Pflichtschulabschluss bis Ende 2015 deutlich zu
reduzieren. Derzeit verfügen 55 Prozent der Wiener Arbeitslosen
höchstens über Pflichtschulabschluss.

"Ausbildung und Weiterbildung sind zweifelsohne die wichtigsten
Maßnahmen, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Die Chancen, arbeitslos
zu werden, sinken signifikant, je höher die Schul- und
Ausbildungsabschlüsse sind", so Wirtschaftsstadträtin
Vizebürgermeisterin Brauner.

Die Erstellung des Qualifikationsplans soll im November 2012
abgeschlossen sein. Die Umsetzung startet Anfang 2013 und läuft bis
Ende 2015 und wird begleitend evaluiert.

Bisherige Erfolge

Wichtige Elemente des Qualifikationsplans, die zur Zielerreichung
beitragen, sind bereits auf Schiene:

1. Der waff hat seine Förderrichtlinien für den sogenannten
"Weiterbildungstausender" grundlegend auf Geringqualifizierte und
Geringverdienende ausgerichtet. Somit gibt es besondere
Fördermöglichkeiten für die im Qualifikationsplan definierten
Zielgruppen. Die Inanspruchnahme bestätigt diese neue Ausrichtung:
Allein im ersten Monat der Einführung (Februar 2012) wurden 80
Anträge auf den neuen Weiterbildungstausender eingereicht.
2. Die Wiener Ausbildungsgarantie konnte mit dem wienweiten
Jugendcoaching weiter ausgebaut werden. Auf den Erfahrungen zweier
Wiener Pilotprojekte fußend wurde mit Beginn 2012 das wienweite
Jugendcoaching eingeführt: Jugendliche werden durch spezielle
BeraterInnen an den Pflichtschulen beim Schritt in eine weitere
Ausbildung oder ins Berufsleben beraten und betreut. Damit wird die
Zahl von SchulabbrecherInnen gesenkt werden können.
3. Darüber hinaus wurde die Initiative Erwachsenenbildung von BMUKK
und MA 13 umgesetzt. WienerInnen können mit diesem Angebot kostenlos
den Hauptschulabschluss nachholen und somit die Basis für
nachfolgende Weiterbildungsschritte erwerben.

"Investitionen in Aus- und Fortbildung sind aus drei Gründen zentral:
die Wirtschaft bekommt die dringend benötigten, gut ausgebildeten
Fachkräfte; die Jobsicherheit für die ArbeitnehmerInnen steigt; und
persönlich investiert man in Weiterbildung nicht nur, um ein höheres
Einkommen zu erzielen, sondern auch um einen befriedigenderen Job
machen zu können", so Brauner.

Handlungsfelder: Kooperation im Vordergrund

Die bereits seit 2011 laufenden Vorarbeiten für die Erstellung des
Qualifikationsplans zeigten, dass in folgenden Bereichen die Hebel
angesetzt werden können:

- Schulische Ausbildung und Berufsbildung
- Berufliche Erwachsenenbildung
- Rechtliche Rahmenbedingungen

Entscheidend für den Erfolg ist die Vernetzung und Abstimmung der in
den wesentlichen Feldern tätigen Institutionen und Initiativen,
darunter BMUKK (Unterrichtsministerium), BMASK (Arbeits- und
Sozialministerium), Sozialpartner, AMS, BSB (Bundessozialamt),
Stadtschulrat, MA 13 (Bildung und außerschulische Jugendarbeit), MA
17 (Integration und Diversität), MA 23 (Wirtschaft, Arbeit und
Statistik), Volkshochschulen und Bildungsträger. Der
Qualifikationsplan wird unter koordinierender Verantwortung des waff
erarbeitet. Damit wird die bereits bisher bestehende gute
Zusammenarbeit institutionalisiert und optimiert.

Die Erstellung des Qualifikationsplans ist ein wichtiger Bestandteil
der strategischen Ausrichtung der Wiener Arbeitsmarktpolitik auf drei
Ebenen:

1. Es ist von großer Bedeutung, ein wirtschaftsfreundliches Klima zu
schaffen, damit gesunde Betriebe Arbeitsplätze schaffen können. Das
tut die Stadt Wien durch verschiedene Initiativen, Förderschienen und
eine Standortpolitik, die Ansiedelungen begünstigt. Wien sorgt dafür,
dass die Wiener Betriebe wachsen und Arbeitskräfte aufnehmen können.
2. Zentral ist auch der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit: Aufgabe des
Arbeitsmarktservice ist die Vermittlung arbeitsloser Personen in den
Arbeitsmarkt, Aufgabe des waff ist die Unterstützung der Wiener
ArbeitnehmerInnen bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung und damit
zur Sicherung ihres Arbeitsplatzes.
3. Menschen müssen für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Dies
gelingt in einem hohen Ausmaß durch Qualifikation, die entscheidend
ist, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz zu bekommen und
abzusichern. Aus diesem Grund sind Bildung und Qualifizierung
Schwerpunkte der kommunalen Arbeitsmarktpolitik, auf die sich Wien
besonders konzentriert.

NEU: Infotelefon für Beruf und Weiterbildung 0800 86 86 86

"Um die Menschen bestmöglich in den Bereichen Beruf und Weiterbildung
zu unterstützen, intensiviert der waff seine Bemühungen und bietet
mit dem neuen Infotelefon für Beruf und Weiterbildung ein wichtiges
Service an", gibt Vizebürgermeisterin Brauner bekannt.

Bereits mit 16. März wird im Rahmen des Qualifikationsplans Wien ein
neues Angebot für alle Wiener ArbeitnehmerInnen ins Leben gerufen,
die über einen neuen Job nachdenken, im Beruf weiterkommen wollen
oder aber auch für jene, die unsicher sind, wie sie ihren aktuellen
Arbeitsplatz absichern können oder sich Sorgen über ihre berufliche
Zukunft machen. Mit dem Infotelefon für Beruf und Weiterbildung
bekommen sie Information, Orientierung und Unterstützung zu allen
Fragen rund um Beruf, Weiterbildung, Förderung, Jobchancen,
Arbeitsuche etc.

Das neue Infotelefon für Beruf und Weiterbildung ist werktags von 9
bis 16 Uhr (Freitag von 9 bis 15 Uhr) unter 0800 86 86 86 zu
erreichen.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
SPÖ-Klub Rathaus, Presse
Sarina Reinthaler
Tel.: (01) 4000-81 943
mailto:[email protected]
www.rathausklub.spoe.at

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