- 16.03.2012, 10:30:31
- /
- OTS0071 OTW0071
Neurodermitis nimmt zu: Schon jedes 10. Kind betroffen
Eltern vertrauen zu oft auf Wundermittel und Dr. Google - KinderärztInnen und ApothekerInnen starten Aufklärungsoffensive
Wien (OTS) - Mehr als 10% der Kinder in Österreich leiden an
Neurodermitis (atopischer Dermatitis). Die Zahl der Betroffenen nimmt
ständig zu. Neurodermitis ist damit die häufigste chronisch
entzündliche Hauterkrankung bei Kindern. Bei fast der Hälfte der
betroffenen Kinder manifestiert sich die Neurodermitis innerhalb der
ersten sechs Lebensmonate, bei 85% innerhalb der ersten fünf
Lebensjahre. Eltern fühlen sich zunächst oft überfordert und hilflos
- und vertrauen viel zu oft auf Wundermittel und Dr. Google. "Wir
warnen entschieden vor vermeintlichen Heilmitteln und selbstgewählten
Neurodermitis-Diäten", so OA. Dr. Isidor Huttegger (ÖGKJ). Damit sich
Eltern im Informationsdschungel besser zurechtfinden, haben
Österreichs KinderärztInnen und ApothekerInnen einen Eltern-Ratgeber
erarbeitet und starten nun eine gemeinsame Aufklärungsoffensive.
Neurodermitis verläuft in Schüben, ist nicht ansteckend und tritt
in vollkommen unterschiedlichen Schweregraden auf. Die Ursache der
Erkrankung ist eine Störung der Haut-Barrierefunktion, durch die ein
Feuchtigkeitsverlust der Haut entsteht. Erblich vorbelastete Kinder
leiden deutlich häufiger an der Hautkrankheit - sind beide Eltern
betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei 60%. Die meisten
Eltern sind nach der Diagnose zunächst geschockt und fühlen sich
hilflos. "Und dann probieren sie alles Mögliche aus, um ihren Kindern
zu helfen. Schwere Mangelernährungszustände bei Kindern aufgrund von
Diäten im Selbstversuch sind nicht selten!", so OA Dr. Huttegger,
Leiter der Arbeitsgruppe pädiatrische Dermatologie der ÖGKJ.
Ratgeber und 7 goldene Regeln unterstützen Eltern bei der Behandlung
Informierte Eltern können eine Menge dazu beitragen, die Symptome
der Neurodermitis zu lindern und ihrem Kind das Leben zu erleichtern.
"Eltern können die Rolle eines "Co-Therapeuten" bei der
Neurodermitis-Behandlung ihres Kindes übernehmen und damit die
Lebensqualität ihres Kindes deutlich verbessern", definiert OA Dr.
Huttegger sein vorrangiges Ziel. "Um das zu erreichen, müssen wir sie
über die Erkrankung gut informieren." Zu diesem Zweck gibt es neben
den angebotenen Neurodermitis-Schulungen nun einen neuen
Eltern-Ratgeber, der umfassende Antworten auf die wichtigsten Fragen
zu Neurodermitis enthält. 7 goldene Regeln fassen die wichtigsten
Expertentipps in aller Kürze zusammen. Zudem enthält der Ratgeber
wichtige Hinweise zum Umgang mit dem Juckreiz und beleuchtet den
Stellenwert unterschiedlicher Allergien und auslösender Faktoren. OA
Huttegger: "Nur aufgeklärte und geschulte Eltern können echte
Therapieoptionen von zweifelhaften Wundermitteln unterscheiden. So
können sie ihrem Kind mit der richtigen konsequenten Behandlung das
Leben bedeutend erleichtern."
Nicht alles glauben und keinesfalls alles ausprobieren!
"Mit der Diagnose beginnt für viele Familien die Suche nach der
"richtigen" Therapie, die besonders motivierte Eltern manchmal zu
vermeintlichen Wundermitteln und Diäten greifen lässt", erzählt Dr.
Huttegger aus seinem Spitalsalltag. Seitdem im Internet alles
(Un)mögliche zu finden und zu erwerben ist, fallen Eltern noch
leichter auf falsche Versprechungen herein. "Natürlich immer aus dem
Versuch heraus, das Beste für ihr Kind zu tun. Leider bewirken sie
damit oft das genaue Gegenteil", so Dr. Huttegger. "Fest steht: Es
gibt für Neurodermitis leider kein Heilmittel."
ApothekerInnen beraten und begleiten die dauerhafte Basistherapie
Vor allem im ersten Lebensjahr gelingt durch die regelmäßigen
Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen eine enge Zusammenarbeit zwischen
Eltern und Kinderärztin/Kinderarzt. Danach nimmt die Besuchsfrequenz
in den Ordinationen langsam ab, was sich in einigen Fällen negativ
auf die Therapietreue (Compliance) auswirkt. Hier erkennen
Österreichs ApothekerInnen ihr größtes Potenzial in der
Neurodermitis-Therapie. "Wir sehen die Eltern regelmäßig und wissen
in vielen Fällen auch, wer in der Familie welche Krankheiten hat und
möglicherweise eine Dauertherapie benötigt", so Mag. Max Wellan,
angestellter Apotheker in Wien und Vizepräsident der Wiener
Apothekerkammer. "In Österreichs Apotheken stehen unterschiedliche
geeignete Präparate zur Basistherapie bei Neurodermitis zur
Verfügung. Die Apothekerinnen und Apotheker bilden sich auch in
diesem speziellen Bereich laufend weiter und können Eltern
betroffener Kinder bei Auswahl und Verwendung der Basistherapie
unterstützen." Erst gestern fand in Wien im Rahmen der Initiative
eine ApothekerInnen-Fortbildung zu Neurodermitis bei Säuglingen und
Kleinkindern statt. "Wir möchten unseren Teil beitragen und Eltern
auch aktiv zu diesem komplexen Thema informieren. Deswegen war es uns
ApothekerInnen ein Anliegen, bei der Ausarbeitung des
Eltern-Ratgebers mitzuwirken."
Drei Behandlungssäulen für mehr Lebensqualität bei Neurodermitis
Neurodermitis kann nicht geheilt werden, ist aber sehr gut
behandelbar. Drei Säulen sollten unbedingt beachtet werden, um die
Symptome zu verringern und die schubfreien Zeiten zu verlängern:
1. Säule: Basistherapie
Mehrmals täglich den ganzen Körper eincremen, vor allem auch bei
scheinbar gesunder Haut in schubfreien Phasen! Ausschließlich
spezielle Kinderprodukte ohne Duft- und Konservierungsstoffe aus der
Apotheke verwenden.
2. Säule: Auslöser (sogenannte "Triggerfaktoren") vermeiden
Bekannte Trigger (Kleidung, Schwitzen, Klima, psychische
Belastungen, etc.), die den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen,
sollten ständig gemieden werden. Bei bestätigten Allergien muss auch
der Kontakt zu allergieauslösenden Faktoren ständig vermieden werden.
3. Säule: Ausreichend antientzündliche Therapie
Zur Behandlung akuter Ekzemschübe werden - zusätzlich zur
Basistherapie - moderne, meist schwache kortisonhältige Salben
angewendet. Damit gelingt es, den Teufelskreis aus Infektion -
Entzündung - Juckreiz - Kratzen zu durchbrechen.
Der Elternratgeber zur Neurodermitis bei Babys und Kleinkindern
ist ab sofort in Österreichs Apotheken, bei KinderärztInnen und
DermatologInnen erhältlich.
Rückfragehinweis:
Carina Kink, Geschäftsführung eXakt PR GmbH Gesundheitskommunikation mit Strategie Fon: +43 (0)1-890 27 76-11 Mail: [email protected] Web: www.exakt-pr.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EXA






