• 15.03.2012, 12:42:48
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E10-Einführung als Gebot der Stunde

Biotreibstoffe stehen nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

Wien (OTS) - "Ein Ende der Erdölpreis-Hausse ist nicht in Sicht.
Durchschnittliche 111 US-Dollar kostete im Vorjahr das Barrel der
Rohöl-Marke Brent - ein Rekordwert. Kurzfristig könnte sich der Preis
laut Analysten auf 150 bis 200 US-Dollar erhöhen. Grund dafür sei die
instabile Lage in den Lieferregionen. Die Top-3 Rohöllieferanten 2010
waren Libyen, der Irak und Kasachstan. Hinzu kommen die
Streitigkeiten mit dem Iran, der droht, die Straße von Hormus zu
blockieren", beschreibt Horst Jauschnegg, Vorsitzender des
Österreichischen Biomasse-Verbandes, die Lage auf den
Treibstoffmärkten. "Die Nutzung von Biotreibstoffen aus heimischer
Produktion würde hingegen diese Rohöl-Importabhängigkeit sofort
reduzieren, die Umwelt und auch die Geldbörsen der Österreicher
schonen. Die kommende Einführung von E10 ist demnach das Gebot der
Stunde und steht außerdem zur Lebensmittelproduktion nicht in
Konkurrenz."

E10-Produktionsmenge bereits vorhanden. Schon jetzt wird in
Österreich die Menge an Ethanol produziert, die für eine Beimischung
von 10 % Ethanol zu Benzin erforderlich wäre. Mit einer
Jahresproduktionskapazität von bis zu 240.000 m3 Bioethanol kann die
gesamte heimische Nachfrage nach Bioethanol aus der Produktion in
Pischelsdorf/NÖ bedient werden. Die derzeit nicht am österreichischen
Markt absetzbaren Überschuss-mengen werden in benachbarte
Mitgliedstaaten exportiert, mit dem negativen Effekt, dass die
CO2-Einsparungspotenziale im Verkehrssektor ans Ausland verschenkt
und gleichzeitig Emissions-Strafzahlungen fällig werden. "Die
E10-Einführung in Österreich erfordert daher keine zusätzlichen
Produktionsflächen in der Landwirtschaft. Als Rohstoffe dienen
vorwiegend strukturelle Weizen- und Maisüberschüsse aus dem mittel-
und osteuropäischen Raum sowie Getreidequalitäten, die für die
Nahrungsmittelproduktion weniger gut geeignet sind", erklärt
Jauschnegg.

Zuerst der Teller dann der Tank. In Österreich werden etwa 18 %
der Getreidefläche für die Nahrungsmittelproduktion, 54 % für die
Futtermittelproduktion und rund 6 % für die Biotreibstoffproduktion
eingesetzt - in Europa nur 3 %. Bei der Produktion von Bio-ethanol
und Biodiesel werden zudem Eiweißfuttermittel erzeugt, die im Inland
6.000 Hektar Futtergetreide und 59.000 Hektar Anbauflächen - mit zum
Teil genverändertem - Soja in Südamerika ersetzen und damit die
Importabhängigkeit auf diesem Sektor verringern. Im Jahr 2010 wurden
- die Flächeneinsparung durch diese Effekte abgezogen - nur etwa 1,5
% der Ackerfläche für Biotreibstoffe genutzt. "Die
Nahrungsmittelproduktion hat und hatte in Österreich immer die
oberste Priorität in der Landwirtschaft. Die Wert-schöpfung für die
Produktion qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel beziehungsweise
deren Ausgangsstoffe wird auch langfristig immer höher sein als für
die Energieproduktion. Jedoch sind nicht alle Flächen dafür geeignet
und können damit für die Produktion erneuerbarer Energieträger
genutzt werden", analysiert Jauschnegg.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Biomasse-Verband,
Tel.: +43 (0)1 533 07 97 - 0,
Email: [email protected]

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