- 13.03.2012, 14:14:51
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Lunacek: "Große Mehrheit im Europaparlament für Halbe-Halbe in Wirtschaft und Politik"
Grüne: Frauenquoten sowie Ende geschlechtsbedingter Gehaltsunterschiede gefordert
Straßburg (OTS) - "Das Europaparlament bleibt die politische
Vorkämpferinstitution für die Durchsetzung von Frauenrechten. Eine
große Mehrheit der Abgeordneten hat heute für eine Resolution
gestimmt, die konkrete Maßnahmen gegen den geringen Anteil von Frauen
in Firmenvorständen und in politischen Ämtern fordert. Daneben hat
sich das Europaparlament heute zum wiederholten Male dafür
eingesetzt, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit den gleichen
Lohn erhalten", erklärt Ulrike Lunacek, Europasprecherin der Grünen
und stellvertretendes Mitglied der Grünen im Gleichstellungsausschuss
des Europaparlaments, nach der Abstimmung im Straßburger
Europaparlament.
Lunacek zeigte sich auch erfreut darüber, dass "die zahlreichen
Streichungsanträge der Europäischen Volkspartei und anderer
Konservativer zum Glück keine Mehrheit fanden". Das EU-Parlament
hatte zum letzten Mal in einer im Juli 2011 verabschiedeten
Resolution solche verbindlichen Maßnahmen gefordert -wie aktuelle
Studien zu den Geschlechterunterschieden in den Mitgliedsländern
belegen, immer noch mit zuwenig Erfolg.
Lunacek: "Konkret verlangen wir EU-Abgeordnete mit dieser Resolution
neue Gesetze zur Einführung von Quoten, um den Frauenanteil in
Firmenvorständen bis 2015 auf 30 Prozent und bis 2020 auf 40 Prozent
zu steigern. Auch bei politischen Entscheidungsfindungsprozessen soll
künftig mehr Gleichberechtigung herrschen, gleiches soll für
Wahllisten der Parteien und politische Spitzenpositionen auf
nationaler Ebene wie in den EU-Institutionen gelten. Entscheidend zur
Durchsetzung dieser überfälligen Aufhebung schwerer Diskriminierung
von Frauen werden die in der Resolution geforderte regelmäßige
Überwachung der beschlossenen Maßnahmen und bindende
Korrekturmaßnahmen in jenen Fällen sein, in denen die Ziele nicht
erreicht werden."
"Mehr Frauen im Beruf und in Spitzenpositionen bedeutet aber auch ein
Umdenken bei den Männern", so Lunacek, "Männer sind gefordert, in
Haushalt, Familie und Privatleben mehr Funktionen zu übernehmen. Das
eine - mehr Frauen mit gleichen Gehältern im Beruf - und das andere -
mehr Männer, die Halbe-Halbe ernst nehmen - gehört zusammen."
Erst in den letzten Jahren haben die Gehaltsunterschiede zwischen
Männern und Frauen langsam abgenommen. Im Durchschnitt verdienen in
EU-Ländern tätige Frauen jedoch noch immer 17,5 Prozent weniger als
ihre männlichen Kollegen. Nur 12 Prozent aller Führungskräfte sind
weiblich, und nur 3 Prozent haben einen Vorstandsvorsitz inne. Was
den Frauenanteil betrifft ist das Europaparlament jedenfalls ein
Vorreiter: 35 Prozent aller EU-Abgeordneten sind weiblich; der Anteil
von Frauen in nationalen Parlamenten grundelt aber unverändert bei 24
Prozent. "Wären da nicht wir Grüne mit unserem durchgehenden
Quotensystem, die Bilanz wäre noch viel schlechter", ergänzt Lunacek.
Nur 23 Prozent aller MinisterInnen in den EU-Mitgliedstaaten sind
übrigens Frauen.
In der Vorwoche begrüßte Lunacek bereits die Ankündigung von
EU-Kommissarin Viviane Reding, im Sommer einen Gesetzesvorschlag für
verbindliche Frauenquoten vorzulegen: "Dass Reding dabei die
Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer öffentlichen Konsultation in
den Gesetzgebungsprozess einbeziehen möchte, finde ich sehr gut.
Schließlich haben sich erst kürzlich rund 75 Prozent der
EU-Bürgerinnen und Bürger für eine Quote ausgesprochen. Es wurde
genug Zeit vertrödelt, jetzt brauchen wir einen starken
Gesetzesvorschlag, damit den leeren Worthülsen der vergangenen Monate
und Jahre endlich Taten folgen. Auch die österreichische
Bundesregierung muss endlich Nägel mit Köpfen machen. Es wurde schon
zu lange auf Freiwilligkeit gesetzt - ohne Erfolg. Jetzt muss mit
verpflichtenden Maßnahmen den Frauen zu ihrem Recht verholfen
werden."
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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