- 13.03.2012, 11:13:01
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Becker: Missverstandene Universitätsautonomie führt Bologna-Prozess ad absurdum
EU-Parlament fordert als ersten Schritt europaweite Anerkennung von Studienleistungen bei allen EU- geförderten Studien-Austauschprogrammen
Straßburg, 13. März 2012 (OTS) "De facto steht der
Bologna-Prozess seit Jahren fast still. Seit 13 Jahren
arbeitet Europa im Rahmen des Bologna-Prozesses an einem
einheitlichen Europäischen Bildungsraum, trotzdem ist
gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen zwischen
Universitäten in vielen Bereichen immer noch ein
Fremdwort", stellt der Bildungssprecher der ÖVP im
Europäischen Parlament Heinz K. Becker mit Bedauern fest.
Das EU-Parlament hat heute in Straßburg einen Bericht zu
den Fortschritten bei der Schaffung eines einheitlichen
europäischen Hochschulraumes verabschiedet und fordert
darin neue, konkrete Maßnahmen zur gegenseitigen
Anerkennung von Studien und akademischen Abschlüssen,
aber auch zur Förderung der Mobilität innerhalb der
eigenen nationalen Universitätssysteme. ****
"Europas Jugend versteht unter dem Bologna-Prozess
eine weitgehende Anerkennung von Studien zwischen den
Universitäten. Dies wird aber im Bericht des Europäischen
Parlaments als nicht ausreichend verwirklicht angesehen",
so Becker. Eine missverstandene Universitätsautonomie
führe in vielen Bereichen den Bologna-Prozess ad
absurdum. Zwar seien Freiheit von Wissenschaft und Lehre
absolut unabdingbar für eine offene und pluralistische
Gesellschaft, es könne aber auch nicht sein, dass mit dem
Argument der Universitätsautonomie europäische Prozesse
im Interesse der Studierenden erschwert oder behindert
werden, so Becker. Sogar innerhalb Österreichs komme es
nicht selten vor, dass ein Medizinstudent aus Graz sein
Studium nicht in Wien fortführen könne, weil seine
Studienleistung dort nicht anerkannt wird.
Als ersten Schritt hat das Europäische Parlament
heute vorgeschlagen, die Anerkennung von
Studienleistungen, die im Rahmen des Erasmus-
Austauschprogramms erworben werden, für jene Hochschulen
verbindlich zu machen, die an mit EU-Geld geförderten
Austauschprogrammen teilnehmen. Außerdem fordern die
Abgeordneten eine "wirksamen Strategie für die
vollständige Harmonisierung akademischer Titel" in der EU
und einen "endgültigen und eindeutigen Beschluss" der
Mitgliedstaaten zur "vollständigen gegenseitigen
Anerkennung von Qualifikationen und Abschlüssen". Becker
fordert klare Konsequenzen aus dem Parlamentsbericht:
"Dringender Handlungsbedarf seitens einzelner
Universitätssenate und Curricula-Kommissionen ist
gegeben. Für die Generation der Studierenden drängt die
Zeit." Becker begrüßt ausdrücklich, dass in Österreich
die Umsetzung des Erasmus-Programms vorbildlich und
höchst erfolgreich verläuft. Bisher haben über 62.000
Studierende an Erasmus teilgenommen. Österreich schöpft
die Förderbudgets der EU im Gegensatz zu anderen
Mitgliedstaaten überproportional aus.
Rückfragen: Heinz K. Becker, MEP, Tel.: +32-2-284-5288
([email protected])
Daniel Köster M.A., EVP-Pressedienst, Tel.: +32-487-
384784 ([email protected])
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