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OTS0196   12. März 2012, 17:00

"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon "Lehrer am Prüfstand"

Das große Zittern vor der Zentralmatura: Trotzdem ist der Weg langfristig richtig.


In Ländern, die ihr Bildungswesen ernst nehmen, ist die Zentralmatura selbstverständlich. Es ist daher richtig, dieses System auch in Österreich einzuführen - auch wenn es ernst zu nehmende Hinweise gibt, dass die Rahmenbedingungen derzeit noch chaotisch sind (siehe S. 12). Dass die Umstellung prinzipiell Ängste und Widerstand auslöst, ist klar. Denn damit steht erstmals auch die Pädagogen-Leistung auf dem Prüfstand. Dort, wo es Fünfer hagelt, wird man in Zukunft genauer hinschauen und Konsequenzen ziehen müssen: Lag es an den Schülern, weil der Schulstandort an einem sozialen Brennpunkt liegt? Dann muss es dort (und nicht flächendeckend im Gießkannenprinzip für die "Neue Mittelschule") mehr Personal geben. Oder lag es an den Lehrenden, die nicht in der Lage waren, das Unterrichtsziel zu erreichen? Dann braucht es Nachschulung. Außerdem sollte so jemand künftig nicht mehr eine Klasse über mehrere Jahre hinweg unterrichten - kluge Schuldirektor(inn)en, die ihre "Problembären" kennen, schauen schon jetzt darauf. Die größte Gefahr ist jedoch, dass der "österreichische Weg" eingeschlagen wird: Niveau senken, damit alle durchkommen. Das erspart Ärger - aber nur kurzfristig.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0196 2012-03-12 17:00 121700 Mär 12 PKU0001 0205




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