• 09.03.2012, 10:15:31
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NÖ Grüne zum Aus für Schiefergasbohrungen: "Wir wollen's schriftlich!"

OMV soll Absichtserklärung unterzeichnen und so beweisen, dass Schiefergas-Projekt nicht eingereicht wird

St. Pölten (OTS) - Seit im Vorjahr bekannt wurde, dass die OMV
plant, im Weinviertel nach Schiefergas zu bohren, waren die Grünen
die Einzigen, die von Beginn an klar Stellung bezogen: Das Bohren
nach Schiefergas kommt für die Grünen nicht in Frage - weder heute,
noch 2013 oder 2020. Während sich die FPÖ eindeutig für
Schiefergas-Bohrungen ausspricht, wissen ÖVP und SPÖ noch immer nicht
so recht, wie sie vertuschen sollen, dass sie ebenfalls für die
Bohrungen sind.
"Offenbar brachte ein Deal mit der OMV nun die Lösung", so die Grüne
Energiesprecherin LAbg. Helga Krismer zum angeblichen Projekt-Aus.
Konkret vermutet die Grüne, dass es ÖVP und OMV sehr recht ist, wenn
der Widerstand innerhalb der Bevölkerung abflaut, indem man die
Probebohrungen vorerst auf Eis legt: "Ein Aufschub der Diskussion um
die Bohrungen bis nach den Landtagswahlen nutzt sowohl dem Image der
ÖVP als auch dem der OMV. Die Bevölkerung wird in Sicherheit
gewogen", so Krismer.
Die Grüne Abgeordnete aus dem Weinviertel, Amrita Enzinger, fürchtet
allerdings, dass das Weinviertel gleich nach den Landtagswahlen die
Rechnung präsentiert bekommt und die Schiefergasbohrungen genehmigt
werden: "Bei der Bahnübernahme - vor den Gemeinderatswahlen 2010 -
hat die ÖVP versichert, dass sie keine Züge einstellt. Konkret hieß
es damals von der ÖVP: ,Wir haben die Bahnen ja nicht übernommen, um
sie zu sperren'. Kurz nach den Gemeinderatswahlen war es die ÖVP, die
Bahneinstellungen anordnete und damit den größten Kahlschlag im
Schienenverkehr, den Niederösterreich je erlebt hat, zu verantworten
hat", weiß Enzinger.
Wie bei der Bahnübernahme kann also auch beim Thema Schiefergas alles
nur ein "Wahlschmäh" sein: "Wer garantiert der Bevölkerung, dass
nicht ohne Ihr Wissen Probebohrungen stattfinden? Immerhin hat die
OMV ja selbst schon zugegeben, dass die gefährliche Frackingmethode
(=Bohrmethode, wo giftige Chemikalien zum Einsatz kommen, Anm.)
bereits angewandt wird - ohne Information der Menschen der Region.
"Deswegen wollen wir es schriftlich, dass das Projekt
Schiefergasbohrungen nicht eingereicht werden. Wir haben dahingehend
eine Absichtserklärung verfasst, die der OMV zur Unterzeichnung
zugestellt wurde. Wenn die OMV unterschreibt, haben die Menschen der
Region etwas in der Hand, das sie im Falle von Probebohrungen gegen
die OMV verwenden können. Damit muss sicher gestellt werden, dass die
Bevölkerung nicht nur eine Beruhigungspille verabreicht bekommt",
erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete Helga Krismer.
Bisher hat die OMV die Absichtserklärung allerdings nicht
unterfertigt...

Rückfragehinweis:
Grüner Klub im NÖ Landtag
Mag. Kerstin Schäfer
Tel.: Mobil: +43/664/8317500
mailto:[email protected]
http://noe.gruene.at

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