• 08.03.2012, 17:00:59
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Neues Volksblatt: "Oranger Anstand" von Markus EBERT

Ausgabe vom 9. März 2012

Linz (OTS) - Ohne Jörg Haider säßen Josef Bucher und seine orangen
Mitstreiter heute nicht im Nationalrat. Denn es ist unbestritten: nur
dem wenige Tage nach der Nationalratswahl 2008 tödlich verunglückten
Kärntner Landeshauptmann hat es das BZÖ zu verdanken, überhaupt zu
Bedeutung gelangt zu sein. Mit Haiders Tod und der Rückkehr der
Kärntner Orangen in den Schoß der Strache-FPÖ hat der FPÖ-Ableger BZÖ
freilich jeden politischen Boden verloren. Vermutlich werden Bucher,
Grosz und Co bei Parlamentsdebatten deshalb immer so laut, um auf
diese Weise ihre Existenz zu rechtfertigen. Wenn sich zur
dramatisierenden Lautstärke freilich auch noch Impertinenz gesellt,
wird es wirklich ärgerlich. So wie gestern, als ausgerechnet der
Steirer Grosz im Zusammenhang mit dem Misstrauensantrag gegen die
Justizministerin davon sprach, man wolle Moral und Anstand zum
Durchbruch verhelfen.
Das sagt jener Mann, der den Rückzug von allen politischen Ämtern
angekündigt hatte, falls das BZÖ mit ihm als Spitzenkandidat den
Sprung in den steirischen Landtag nicht schaffen sollte. Dort ist das
BZÖ nicht, aber Grosz ist weiter Abgeordneter im Nationalrat und
Gemeinderat in Graz, obwohl er dem laut Aussendung vom 16. Oktober
2010 "definitiv" nicht mehr angehören wollte. Soviel zum orangen
Verständnis von Anstand.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
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