- 08.03.2012, 12:51:56
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In ATV "Am Punkt": Heinisch-Hosek fordert erneut verpflichtende Frauenquote in Privatwirtschaft
SPÖ-Ministerin beklagt "Männer-Netzwerke" in österreichischen Unternehmen
Wien (OTS) - Aus Anlass des 101. Weltfrauentags wird die
Forderung nach einer verpflichtenden Frauenquote in Aufsichtsräten
österreichischer Unternehmen lauter. In der ATV-Diskussionssendung
"Am Punkt" sagte Frauenministerin Gebriele Heinisch-Hosek: "Ich
wünsche mir für die Privatwirtschaft eine verpflichtende
Quotenregelung, weil die Arbeiterkammer untersucht seit Jahren die
Top 200 Unternehmen des Landes - es tut sich nichts mit
Freiwilligkeit."
Unterstützung bekam die SPÖ-Politikerin von der ehemaligen
taz-Chefredakteurin und Bestsellerautorin ("Die Feigheit der Frauen")
Bascha Mika. Eine Frauenquote sei schon deshalb legitim, weil es de
facto schon längst eine Männerquote gebe, so Mika in "Am Punkt": "Was
ist denn heute in der Wirtschaft? Da geht es nur nach Geschlecht,
nach nichts anderem. Letztlich wird nach Geschlecht entschieden,
nämlich nach dem männlichen. Männer rekrutieren sich untereinander,
Männer haben ihre Buddy Clubs, ihre Kommunikationskanäle und
versuchen Frauen außen vor zu halten, weil Frauen ein Fremdkörper
sind."
Heinisch-Hosek sieht auch ein "Old Boys Network" am Werk, "das so
dicht gestrickt ist, dass es ganz schwer ist hineinzukommen. Sie
ortet dennoch Kooperationswillen: "Ich habe mit einigen sehr
qualifizierten Führungskräften gesprochen, die haben überhaupt nichts
gegen Quoten in Aufsichtsräten, weil sie sagen, das würde
durchmischen, das wäre gut."
Die Bundesleiterin der ÖVP-Frauen Dorothea Schittenhelm lehnte
dagegen in "Am Punkt" eine verpflichtende Frauenquote in der
Privatwirtschaft ab. Unternehmen seien mit privatem Geld aufgebaut
worden, hätten das Risiko selbst getragen und müssten sich am Markt
behaupten. Also sollten sie das Recht haben, selbst über ihr Personal
zu entscheiden. "Uns hier als Staat einzumischen und den Unternehmen
vorzuschreiben, wer dort an welcher Position zu sitzen hat, das ist
ein Einmischen in ein Privatunternehmen und da muss ich sagen: da
gibt es Unterschiede zur SPÖ", so Schittenhelm.
Einigkeit herrschte dagegen beim Thema Lohnschere: "Das Einkommen
der Frauen in Österreich beträgt bei gleichwertiger Arbeit bis zu 25
% weniger als das der Männer. Das ist inakzeptabel", sagte
Schittenhelm. Heinisch-Hosek: "Ich sage Diskriminierung dazu. Frauen
sind bei den Löhnen diskriminiert in Österreich, wir sind Vorletzte
in der EU, was diese Lohnschere anlangt, wir sind diskriminiert, wenn
es um die Aufteilung der unbezahlten Arbeit geht, weil es sich die
Männer zu leicht machen. Wir werden auch sehr bewusst diskriminiert."
Rückfragehinweis:
ATV Redaktion "Am Punkt": Tel.:01/213 64 115
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