• 08.03.2012, 11:55:57
  • /
  • OTS0166 OTW0166

Weltglaukomtag 2012

Die Sterne warnen vor grünem Star

Wien (OTS) - Das Glaukom, im Volksmund auch grüner Star genannt,
ist eine Erkrankung des Sehnervs. Es ist weltweit die zweithäufigste
Erblindungsursache. Die Krankheit verläuft schleichend und wird oft
erst spät erkannt. Meist ist der Sehnerv dann bereits irreparabel
geschädigt. Die Betroffenen leiden unter Gesichtsfeldausfällen, die
bis zur völligen Erblindung reichen können. In Österreich sind über
80.000 Menschen davon betroffen. Ein Großteil davon ahnt nichts von
der Erkrankung. Anlässlich des Weltglaukomtages am 12. März 2012 ruft
die Glaukomkommission der Österreichischen Ophthalmologische
Gesellschaft daher zu mehr Bewusstsein auf, um die Erkrankung
einzudämmen.

Gerda Rogers, bekannte Astrologin und Radiomoderatorin stellt sich
anlässlich des Weltglaukomtages 2012 in den Dienst der Aufklärung zum
Thema grüner Star und betont: "Jedem Menschen sind seine genetischen
Gegebenheiten in die Wiege gelegt, aber es liegt an jedem selbst, was
er daraus macht. Ich kann ihm mit Hilfe der Sterne die Richtung
weisen, gehen muss er selber - in diesem Fall zum Augenarzt. Das
Augenlicht ist zu kostbar, um es leichtsinnig aufs Spiel zu setzen."

Das Glaukom - trügerische Ruhe

Das Glaukom, vielen unter dem Namen "grüner Star" ein Begriff, ist
eine Erkrankung, durch die Nervenfasern an Netzhaut und Sehnerv
zerstört werden. Dieses Augenleiden verläuft lange Zeit ohne sicht-
oder spürbare Symptome und wird daher oft erst spät entdeckt. Durch
die Schäden kommt es nach einiger Zeit zu Gesichtsfeldausfällen. Das
bedeutet, man sieht nicht mehr alles, was man vor Augen hat -
meistens ohne es anfangs zu bemerken, denn Teile des Bildes, die
fehlen, werden zu einem gewissen Grad vom Gehirn logisch ergänzt.

Das gleicht zwar den Sehkraftverlust zum Teil aus, führt aber
mitunter zu gefährlichen Fehleinschätzungen von Situationen, wie zum
Beispiel im Straßenverkehr, da das vom Gehirn ergänzte Bild nicht
immer den realen Gegebenheiten entspricht. "Außerdem führen diese
Bildergänzungen oft dazu, dass die Betroffenen noch immer nicht
bemerken, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt. Etwa die Hälfte
der Betroffenen weiß nicht, dass sie bereits an einer Krankheit
leidet, die Stück für Stück ihr Augenlicht zerstört.", erklärt
Univ.-Doz. Dr. Andrea Mistlberger, Fachärztin für Augenheilkunde und
Optometrie in Salzburg und Vorsitzende der Glaukomkommission der
Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Früherkennung ist entscheidend

Der einzige Weg festzustellen, ob man ein Glaukom hat, ist eine
augenärztliche Untersuchung. "Wir haben heutzutage sehr gute
diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, um den grünen Star
frühzeitig zu erkennen und wirkungsvoll behandeln zu können. Das
heißt, wir können den Krankheitsverlauf stoppen oder ihn zumindest
stark verlangsamen und dadurch das Sehvermögen der Betroffenen
möglichst lange erhalten", erklärt Oberarzt Dr. Anton Hommer,
Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie in Wien und
Vorstandsmitglied der Europäischen Glaukom Gesellschaft. Dabei gibt
es allerdings ein entscheidendes Problem: Hommer: "Die
Glaukom-Diagnose ist heute fast immer eine Zufallsdiagnose, denn der
Patient kommt in der Regel wegen irgendetwas anderem zum Augenarzt.
Die Früherkennung ist bei der Behandlung des Glaukoms aber
entscheidend. Je früher die Erkrankung bemerkt wird, desto mehr
Sehvermögen kann erhalten werden."

Regelmäßig zur Kontrolluntersuchung

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählt neben dem zunehmenden
Alter und der familiären Krankengeschichte ein erhöhter
Augeninnendruck. "Daher sollte man ab dem 40. Lebensjahr vom
Augenarzt ein Risikoprofil erstellen lassen und danach alle zwei
Jahre zur Kontrolle gehen", rät Mistlberger. Ab dem 50. Lebensjahr
sollte, je nach Risikofaktoren, jährlich eine augenärztliche
Untersuchung durchgeführt werden. Diese Untersuchung ist schmerzfrei
und inkludiert neben der Messung des Augeninnendrucks die Bestimmung
der Sehschärfe, die Bewertung und Vermessung von Sehnervenkopf und
Nervenfasern und eine Gesichtsfeldbestimmung. "Nur durch eine
regelmäßige Kontrolle kann das Glaukom rechtzeitig entdeckt und mit
entsprechender Therapie behandelt werden", betont Mistlberger. Auch
bei der Therapie ist die Senkung des Augeninnendrucks der
entscheidende Ansatzpunkt. Diese Drucksenkung wird in den meisten
Fällen durch Augentropfen erreicht, aber auch Laserbehandlungen und
diverse operative Eingriffe stehen zur Verfügung. Ziel ist es, die
Zerstörung von Nervenfasern zu verhindern oder zumindest zu
verlangsamen und auch hier ist neben einer konsequenten Therapie die
regelmäßige Kontrolle für die Erhaltung des Augenlichts maßgebend.

PatientInnen helfen PatientInnen

"Das Heimtückische und Gemeine am grünen Star ist, Sie bemerken
ihn nicht und das kann sich über Monate oder gar Jahre ziehen",
berichtet Burgi Bänder von der Selbsthilfegruppe "Pro-Retina, Glaukom
und mehr" des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes.
Die Selbsthilfegruppe mit derzeit 1.500 Mitgliedern wurde ins Leben
gerufen, um PatientInnen eine Anlaufstelle zu bieten und über
Ursachen und Behandlungsformen verschiedener Augenerkrankungen zu
informieren. Sie befasst sich mit der Sehbehinderung bzw. Blindheit
und den damit verbundenen Schwierigkeiten im Alltag. Bänder, selbst
mit grauem Star geboren und später auch am grünen Star erkrankt, ist
in der Gruppe für das Thema "Glaukom" verantwortlich: "Viele
Betroffene sind, besonders in der ersten Zeit ihrer Diagnose,
verunsichert und ängstlich. Daraus ergeben sich viele Fragen und
Ärzte haben oft nicht ausreichend Zeit oder finden nicht immer die
richtigen Worte. Daher versuchen wir als Selbsthilfegruppe ergänzend
zu helfen, zu beraten und zu informieren." Diese Funktion erfüllt die
Organisation durch regelmäßige öffentliche Veranstaltungen, wie
Experten-Vorträge und Diskussionsrunden. Zusätzlich dient die
Selbsthilfegruppe auch Betroffenen, um sich mit anderen Mitgliedern
der Gruppe auszutauschen.

Versorgungsqualität sichern

Eine Voraussetzung, dass Patienten überhaupt zu einer
Kontrolluntersuchung gehen können, ist eine ausreichend hohe Zahl an
Augenärzten. "In Österreich haben wir mit rund 800 Ophthalmologen
eine gute Augenarztdichte. Auf einen Facharzt für Augenheilkunde
kommen statistisch 11.000 Einwohner. Diese Dichte garantiert auch
eine hohe Versorgungsqualität", betont Hommer. Deutlich schlechter
ist die Versorgungsdichte beispielsweise in Großbritannien. Bei etwa
62 Millionen Menschen gibt es in Summe genauso viele Augenärzte wie
in Österreich. "Dort bekommen die meisten Patienten nie einen
Ophthalmologen zu Gesicht. Sie werden in der Regel von Optometristen
begutachtet, die über eine Weiterleitung zum Facharzt entscheiden.
Leider ist die Qualität dieser Entscheidungen mit einer Fehlerquote
von 25 Prozent nicht besonders gut", berichtet Hommer aus einer
Untersuchung des britischen Systems.

80.000 Glaukomfälle - Tendenz steigend

Weltweit sind rund 91 Millionen Menschen an einem Glaukom
erkrankt. In der EU sind es derzeit etwa 9,25 Millionen. Schätzungen
zufolge wird diese Zahl aufgrund der alternden Bevölkerung in der EU
bis 2020 auf 12,4 Millionen ansteigen, denn der grüne Star ist
vorwiegend eine Erkrankung des Alters. Ab dem fünfzigsten Lebensjahr
verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit an einem Glaukom zu erkranken
mit jedem Lebensjahrzehnt. Mistlberger ergänzt: "Österreich liegt
hier leider voll im Trend. Wir haben hierzulande 80.000 Betroffene,
davon sind 35.000 bereits sehbehindert. Durch die steigende
Lebenserwartung müssen wir in den kommenden Jahren mit bis zu 16.000
Neuerkrankungen pro Jahr rechnen."

Diese Zunahme bei den Erkrankungen, in Kombination mit der oft
späten Diagnose, ergibt steigende Kosten für das Gesundheitssystem
und für die Volkswirtschaft insgesamt. "Das resultiert aus den
höheren Behandlungskosten, vermehrten Untersuchungen und den
reduzierten wirtschaftlichen Möglichkeiten Sehbehinderter. Auch aus
diesem Aspekt ist es wichtig, die Erkrankung beziehungsweise das
Erkrankungsrisiko frühzeitig zu erkennen und einen möglichst
patientenfreundlichen Zugang zu Diagnose und Therapie zu
gewährleisten", ist Hommer überzeugt.

Leben mit Glaukom

Auch, wenn das Glaukom schwerwiegende Auswirkungen auf das Leben
der Betroffenen hat, ist es heute dank technischem Fortschritt und
erhöhter gesellschaftlicher Akzeptanz für Menschen mit Sehbehinderung
oft möglich, weiterhin einen Beruf auszuüben. Burgi Bänder erklärt:
"Ich selbst habe mit meiner Erkrankung elf Jahre lang als
Telefonistin gearbeitet. Es gibt oft kleine Hürden, aber die kann man
meistens gut bewältigen." Auch bei Freizeitbeschäftigungen und Sport
gibt es für Glaukom-PatientInnen kaum Einschränkungen. Nur auf das
Rauchen sollte man verzichten. Es verengt die Blutgefäße und mindert
die Durchblutung des Sehnervs.

Nicht nur auf die Sterne verlassen

Gerda Rogers, die selbst einmal im Jahr zur Kontrolluntersuchung
zum Augenarzt geht, meint abschließend: "In Vorsorgefragen sollten
Sie sich nicht nur auf die Gunst der Sterne verlassen. Ich appelliere
daher an Sie: Tragen Sie die Botschaft zu den Menschen. Das Glaukom
kann jeden von uns treffen. Nur durch regelmäßige
Vorsorgeuntersuchungen kann man es zeitgerecht entdecken und
behandeln und Menschen vor dem Erblinden bewahren."

Die vollständige Pressemappe finden Sie ab sofort unter
http://www.publichealth.at/p-60536.html.

Druckfähige Pressefotos unter:
http://fotodienst.pressetext.com/album/2927.
Ö-Töne unter: http://www.o-ton.at/.

Rückfragehinweis:
Public Health PR
Thomas Braunstorfer
Tel.: 0699/19258677
Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PHP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel