• 06.03.2012, 11:45:18
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FFG: Gleichberechtigung ist nicht nur gerecht, sondern vernünftig

Wissensbasierte Ökonomien sind auf das Potenzial von Frauen angewiesen

Wien (OTS) - "Nach wie vor sind Frauen im Erwerbsleben
unterrepräsentiert. Je höher die hierarchische Stellung und je größer
der Verantwortungsbereich, desto geringer der Anteil der Frauen.", so
die Geschäftsführer der Österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft FFG Henrietta Egerth und Klaus
Pseiner. "Das gilt vor allem auch für den Bereich der Forschung",
heißt es weiter. Nur 20% der WissenschafterInnen in Österreich seien
weiblich, im Vergleich zu einem Anteil von etwa 45% aller
Erwerbstätigen. Die industrielle Forschung in Österreich weise sogar
den niedrigsten Frauenanteil innerhalb Europas auf.
"Gleichberechtigung und Förderung von Frauen ist daher nicht nur eine
Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine der ökonomischen
Vernunft", erklärt Henrietta Egerth.

Österreich zähle nach Daten der Statistik Austria insgesamt rund
96.500 Beschäftigte im Bereich Forschung und Entwicklung
(wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal). Davon
seien rund 30.000 Frauen, das entspräche einem knappen Drittel.
Allerdings gelte auch für die Forschung, dass überdurchschnittlich
viele Frauen im Rahmen von Teilzeit-Beschäftigungen arbeiten.
Gemessen in Vollzeitäquivalenten seien daher nur mehr ein Viertel der
ForscherInnen weiblich.

"Es liegt auf der Hand, dass es im gesamten Berufsleben, in allen
Branchen und Sparten großes Potenzial für Frauen gibt. Bedenkt man
auch, dass der Anteil von Frauen in Forschung und Entwicklung mit
zunehmendem Alter und mit der Hierarchie sinkt.", erläutert Klaus
Pseiner. Beträgt der Frauenanteil in der Altersgruppe zwischen 20 bis
25 Jahren noch rund 48% und zwischen 26 und 30 Jahren rund 33% sinke
er in der Altersgruppe zwischen 31 und 35 Jahren auf 20%. Noch
geringer sei der Frauenanteil in Führungs- und Spitzenpositionen,
sowohl in der Wirtschaft wie auch in der Forschung. Es sei ein
europaweites Phänomen, dass Frauen in Forschung und Entwicklung stark
unterrepräsentiert sind. Nur rund ein Drittel der ForscherInnen in
geförderten Projekten im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm seien
weiblich. Sehr niedrige Frauenanteile fänden sich etwa in den
thematischen Bereichen "Transport" (12 Prozent) und
"Nanotechnologien" (16 Prozent). Mit verschiedenen Maßnahmen, wie der
"European Charter for Researchers" oder so genannten "Gender
Toolkits" solle hier Abhilfe geschaffen werden.

"Der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften in Forschung und
Entwicklung ist in Österreich stark im Steigen. Um dieser Anforderung
begegnen zu können, hat die FFG in den vergangenen Jahren ihr Angebot
zu Förderung von Humanpotenzial gemeinsam mit ihren Auftraggebern
deutlich ausgebaut", erklären die FFG-Geschäftsführer Egerth und
Pseiner. Denn "Kluge Köpfe" für F&E-Aufgaben zu finden und durch
geeignete strukturelle wie personelle Maßnahmen an die Institution zu
binden bzw. vorhandene Potenziale durch entsprechende
Rahmenbedingungen auszuschöpfen, stelle heutzutage eine der großen
Herausforderungen für F&E-Organisationen dar.

Die Fördermaßnahmen der FFG setzen in allen Stadien der Karriere
von ForscherInnen an und beginnen bereits beim Nachwuchs: So können
junge Menschen - vor allem Mädchen - im Rahmen von geförderten
Praktika Forschungsluft bei Österreichs innovativen Unternehmen
schnuppern. Mit dem Programm FEMtech, das in überarbeiteter Form seit
Anfang 2011 im Förderschwerpunkt "Talente" fortgeführt wird,
unterstützt die FFG verschiedene Maßnahmen und Projekte zur Förderung
von Frauen in Forschung und Technologie und zur Schaffung von
Chancengleichheit. Das Programm "w-fFORTE" (Wirtschaftsimpulse von
Frauen in Forschung und Technologie) trägt dazu bei,
Chancengleichheit in wissenschaftlichen und technischen Arbeitswelten
herzustellen. Mit den "Laura Bassi Centres of Expertise" werden
wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen gefördert, die eine neue
Forschungskultur praktizieren. Bisher wurden acht Zentren bewilligt.
Seit 2010 werden in der FFG Gender-Aspekte auch bei
Projekteinreichungen im Bereich Basisprogramme berücksichtigt. Sie
betreffen den Projektinhalt und die Projekt-Folgewirkungen, die
Zusammensetzung der Forschungsteams sowie die Arbeitsbedingungen bei
den Antragsstellern. Seit 2011 berücksichtigen weitere FFG-Bereiche
genderrelevante Kriterien im Rahmen der Projektevaluierungen.

Rückfragehinweis:

Linde Tuscher
   Österreichische 
   Forschungsförderungsgesellschaft mbH
   Sensengasse 1, 1090 Wien
   Tel  +43 (0)5 7755 - 6010
   Mobil +43 (0)664 85 69 028
   [email protected]
   www.ffg.at

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