- 06.03.2012, 10:39:39
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E-Medikation: Schlecht aufgesetzt und mangelhaft pilotiert
Steinhart: "Ergebnisse schönzureden ist wenig zielführend"
Wien (OTS) - "Als realitätsfremde Wunschvorstellung" bezeichnet
der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der
Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, die Ergebnisse der gestern,
Montag, von GfK und Vertretern des Hauptverbands der österreichischen
Sozialversicherungsträger präsentierten Umfrage, die der Ärzteschaft
eine positive Haltung in Sachen E-Medikation attestiert. ****
Die Ergebnisse einer Befragung von 200 Ärztinnen und Ärzten würden
keinerlei Parallelen zur Praxis aufweisen: "Die uns vorliegenden
Zahlen aus der Pilotphase der E-Medikation sprechen eine andere - und
deutliche - Sprache", so Steinhart. Von geplanten 250 Medizinern
hätten bekanntlich nur etwas mehr als 80 beim Pilotprojekt
E-Medikation mitgemacht. "Von einer positiven Einstellung der
Ärzteschaft kann hier wohl kaum die Rede sein", betont der
Kurienobmann.
Auch das bescheidene Interesse der Patienten am Pilotprojekt zeigt
Steinhart zufolge deutlich, dass der Hauptverband mit seiner
Einschätzung, wonach die Patienten eine hohe Erwartung an die
Medikamentenerfassung hätten, weit daneben liege. "Ich darf die
Herrschaften vom Hauptverband daran erinnern, dass sie in den
E-Medikations-Pilotregionen 50.000 mitwirkende Patienten angestrebt
haben. Bei 8000 unterzeichneten Einverständniserklärungen dürften die
Erwartungen der Patienten wohl kaum so hoch gewesen sein, wie
behauptet."
Amüsiert zeigt sich der Vizepräsident auch darüber, dass der
Hauptverband die Ärztekammer in Sachen E-Medikation gerne als
"Verhinderin" anprangert: "Die Ärztekammer war nicht diejenige, die
aufgrund von fehlenden Ausschreibungen zweimal zu hohen Geldstrafen
verurteilt wurde und somit das ganze Pilotprojekt massiv gefährdet
hat - das geht auf die Kappe des Hauptverbands." Nun mit Studien an
die Öffentlichkeit zu gehen, die der E-Medikation ein gutes Zeugnis
ausstellten, sei für Steinhart ein "reines Ablenkungsmanöver vom
Misserfolg und schlechten Projektmanagement des Pilotprojekts."
Auch die Behauptung des Hauptverbands-Vorsitzenden Hans Jörg
Schelling, wonach die Ablehnung der E-Medikation und des geplanten
ELGA-Gesetzes wahlkampfbedingt sei, weist Steinhart scharf zurück.
Der Vizepräsident erinnert in diesem Zusammenhang an die Befragung
der Wiener Ärztekammer, bei der sich von mehr als 3300 Ärztinnen und
Ärzten 95 Prozent gegen das ELGA-Gesetz in der vorgelegten Form
ausgesprochen haben. Steinhart: "Wir haben unsere Standpunkte
klargemacht - die Ärztekammerwahlen werden an unseren Forderungen
nichts ändern. Solange ELGA und die E-Medikation nicht
verfassungskonform aufgesetzt sind, wird die Ärzteschaft geschlossen
ihre Zustimmung nicht geben." (ec)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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