- 05.03.2012, 11:39:47
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Temelin 3&4: Öffentliche Anhörung zur Umweltsverträglichkeitsprüfung nur in Budweis
Kerschbaum: Neue Reaktoren müssen verhindert, Altlasten aufgearbeitet werden!
St. Pölten (OTS) - Keine 100 km von der Niederösterreichischen
Grenze soll das Atomkraftwerk Temelin um zwei Reaktorblöcke erweitert
werden. Die Umweltverträglichkeitserklärung für Temelin 3 & 4 liegt
in Tschechien bereits auf, die deutsche Fassung folgt erst.
"Weil Kanzler Faymann es bisher verschlafen hat, eine öffentliche
Anhörung in Österreich zu fordern, werden österreichische
AktivistInnen nach Budweis fahren müssen, um ihre Stellungnahmen vor
Ort abzugeben",. ist Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum verärgert.
Sie befürchtet, dass eine einzige öffentliche Anhörung nicht genug
Raum für alle Einwendungen schaffen wird: "Der Widerstand gegen
Atomkraftwerke ist seit 2000 gewachsen. Deutsche, österreichische und
tschechische Einwände in einer einzigen Anhörung bedeuten einen
massiven Einschnitt in die Rechte der BürgerInnen, ihre Bedenken
vorzubringen."
Die tschechischen Atomausbaupläne stoßen mittlerweile selbst in
Tschechien auf weniger Gegenliebe. Sicherheitsbedenken, aber vor
allem wirtschaftliche Bedenken sind inzwischen auch in Tschechien
angekommen, die Regierung hat ihre Ausbaupläne bereits reduziert.
"Die Chance, Temelin 3&4 zu verhindern, ist da! Umso wichtiger ist
es, im Verfahren alle Risken genau zu beleuchten und Antworten
einzufordern", ist Kerschbaum überzeugt.
Die Grüne will auch zwei "Altlasten" beim UVP-Verfahren ansprechen,
die die Unabhängigkeit der tschechischen Atomaufsichtsbehörde schwer
in Frage stellen. Denn während die Regierung Tschechiens und
Aufsichtsbehörde nicht müde werden, zu betonen, dass Temelin das
bestüberwachte AKW der Welt wäre,weil Daten direkt nach Wien
geliefert werden, wird "Big Brother" offensichtlich doch immer wieder
ausgeschaltet:
So sollen Zwischenfälle (INES Stufe 0), bei denen sich erst
nachträglich herausgestellt hat, dass sie doch meldepflichtig gewesen
wären(INES-Stufe 1), nicht nach Wien "nachgemeldet" worden sein. Und:
Probleme mit einer Schweißnaht bei einem Rohr zwischen Reaktorblock
und primärem Kühlkreislauf, die schon im Jahr 2000 angezeigt wurden,
sind nach wie vor nicht behoben - "und noch nicht einmal richtig
unter die Lupe genommen worden! Nach der Anzeige wurde ein falsches
Rohr überprüft und für in Ordnung befunden", schildert die
Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum.
Die Grüne hält abschließend fest: "Eine Aufsichtsbehörde, die
Berichte über Fehler jahrelang verschleppt und verheimlicht, ist ein
Sicherheitsrisiko. Und das muss auch bei der
Umweltverträglichkeitsprüfung der beiden neuen Reaktorblöcke für
Temelin zum Thema gemacht werden!"
Rückfragehinweis:
Grüner Klub im NÖ Landtag
Mag. Kerstin Schäfer
Tel.: Mobil: +43/664/8317500
mailto:[email protected]
http://noe.gruene.at
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