OTS0002   4. März 2012, 04:31

ÖSTERREICH: 5,8 Millionen für "Graf Ali"

Das steht im ungeschwärzten Steuerakt von Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly


Seit wenigen Tagen liegt der Steuerakt von Alfons Mensdorff-Pouilly fast ungeschwärzt dem Korruptions-U-Ausschuss vor. Die Tageszeitung ÖSTERREICH (Bericht in der Sonntag-Ausgabe) nahm Einsicht in das höchst vertrauliche Dokument: Zwischen 1999 und 2010 meldete "Graf Ali" insgesamt 5,876 Mio. Euro Einnahmen aus Konsulenten-Tätigkeit für seine MPA Handels GmbH.

Grüne und BZÖ vermuten weitere Gelder und fordern die sofortige Vorladung des ÖVP-nahen Lobbyisten. Sein Anwalt Harald Schuster wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Mensdorffs Umsatz schwankte bis 2005 zwischen 240.000 und 515.000 Euro pro Jahr. 2006 explodierte der MPA-Umsatz nahezu, auf 1,1 Mio. Euro, 2007 waren es immerhin noch 769.000 Euro. Dann begann die Debatte um Eurofighter und Telekom: Der Umsatz sank, 2010 waren es nur noch 99.500 Euro.

ÖSTERREICH konfrontierte den Grünen Peter Pilz und BZÖ-Angreifer Stefan Petzner mit den Zahlen. Beide vermuten, dass das nicht alles gewesen sein kann. Pilz: "Es sind im Fall Mensdorff schon viel höhere Beträge genannt worden."

Pilz rechnet vor: Im Rahmen der Telekom soll Mensdorff 1,1 Mio., von der OMV eine Mio. und für den Zuschlag zum Blaulicht-Funk Tetron soll er von Motorola mehr als 2 Mio. Euro bekommen haben. "Gar nicht zu reden von der Causa Eurofighter, wo es um 13,5 Millionen geht."

Pilz fordert jetzt: "Die ÖVP soll endlich ihre schützende Hand von Mensdorff nehmen, wir müssen ihn spätestens am 21. oder 22. März in den Ausschuss laden." Auffällig: Im Steuerakt ist in elf Jahren keine Steuerprüfung vermerkt, geprüft wurde offenbar nur seine Forstverwaltung Strem (Luising). Pilz: "Ein Finanzstrafverfahren könnte durchaus etwas zutage bringen."

Auch Petzner glaubt, dass der Steuerakt nur einen kleinen Teil des Mensdorff-Puzzles zeigt. Er will deshalb seinen Bruder Heinrich Mensdorff-Pouilly in den Ausschuss laden. Im Zusammenhang mit der Telekom sei in den Akten auch von ihm die Rede. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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