• 03.03.2012, 08:25:47
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BZÖ-Bucher: Minus bei Behinderteneinstellung in Ministerien

Sogar Bundesministerien versagen bei Einstellung Behinderter

Wien (OTS) - Das BZÖ hat mit einer parlamentarischen Anfrage von
Behindertensprecher Sigisbert Dolinschek an das Bundeskanzleramt
aufgedeckt, dass nicht nur manche Bundesländer bei der gesetzlich
vorgeschriebenen Einstellung von behinderten Menschen säumig sind,
sondern auch die Ministerien. BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher sieht
hier "ein fatales Signal an die Privatwirtschaft und eine
unmoralische Entwicklung". Österreichs Bundesministerien haben mit
Stichtag 31.12.2011 laut Bundeskanzleramt um 103 Behinderte weniger
eingestellt als 2010, das ist ein Minus von 2,32 Prozent. Insgesamt
stehen bei 156.569 öffentlich Bediensteten in den Ministerien, der
Pflichtzahl von 6.089 Beschäftigten nur 4.336 behinderte
ArbeitnehmerInnen gegenüber. Wenn man doppelt anrechenbare Behinderte
einrechnet, dann bleibt noch immer eine inakzeptable Untererfüllung
von 258 Behinderten übrig. Bucher kritisiert massiv, dass sich die
Situation verschlechtert und nicht verbessert. So hat beispielsweise
das Umweltministerium ein Minus gegenüber 2010 von 8,15 Prozent,
gefolgt vom Wissenschaftsministerium mit minus 7,52 und dem
Wirtschaftsministerium mit minus 5,8 Prozent. Einzig positive
Ausnahme ist das Außenministerium mit plus 6,25 Prozent.

Besonders tragisch ist für Bucher der Fakt, dass es einen
überproportionalen Rückgang bei der Einstellung Schwerstbehinderter,
also Menschen mit Minderung der Erwerbsfähigkeit von 70 Prozent,
gibt, jener Menschen die in der Privatwirtschaft fast überhaupt keine
Chance haben, eine Anstellung zu finden: Hier gibt es im Vergleich
2010 zu 2011 einen Rückgang von 3,67 Prozent. Unrühmlicher
Spitzenreiter ist das Infrastrukturministerium mit einem Rückgang von
27,27 Prozent, gefolgt vom Wissenschaftsministerium mit 13,95
Prozent. Nur das Wirtschaftsministerium hat ein Plus von 2,63
Prozent.

Laut Gesetz muss jedes Unternehmen pro 25 Mitarbeiter einen
Mitarbeiter mit Behinderung einstellen. Falls dies nicht erfolgt,
muss es eine Ausgleichzahlung leisten.

Bucher fordert die hundertprozentige Erfüllung des
Behinderteneinstellungsgesetzes. "Hier werden Menschen die es im
Leben schon schwer genug haben, zusätzliche Hürden aufgebaut. Das
Ziel des Gesetzes ist es, Behinderte ins Arbeitsleben zu integrieren
und nicht, sich mit Geld freizukaufen. Gerade behinderte Mitbürger
haben sowieso schon ein viel höheres Risiko arbeitslos zu werden. Das
BZÖ fordert von der Bundesregierung eine Beschäftigungsoffensive für
Behinderte und die Durchsetzung der Einstellungsverpflichtung
besonders in den Ministerien. Gerade der öffentliche Bereich muss
hier eine Vorbildfunktion einnehmen. Oft werden auch behinderte
Arbeitnehmer im Vorfeld krass unterschätzt. Gerade Menschen mit
Behinderungen machen oft Handicaps durch doppelten Einsatz wieder
wett und sind wertvolle, produktive Mitarbeiter in einem
Unternehmen", so Bucher.

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

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