• 01.03.2012, 13:16:30
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Grüne zu Umsetzung des Bildungsvolksbegehrens: "Alles ist möglich!"

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildungschance

Wien (OTS) - "Wir lassen uns nicht mit einem Zeithorizont von
Jahrzehnten abspeisen. Wir brauchen eine Bildungsreform und zwar
sofort", sagt Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, zum Start
der Ausschussberatungen: "Es stimmt nicht, dass eine grundlegende
Bildungsreform nicht möglich ist. Alles ist möglich, wenn wir im
Ausschuss das wollen."
Walser stellt in seinem Statement vor allem die Benachteiligung von
Kindern aus bildungsfernen Schichten in den Mittelpunkt: "Österreichs
Bildungssystem ist geprägt von einer sozialen Schieflage, es
funktioniert nach dem Matthäus-Prinzip: den Reichen wird gegeben, den
Armen wird genommen. Wir haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass in
Österreich jedes Kind eine Chance bekommt".

"Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern schon in
elementarpädagogischen Einrichtungen", sagt Daniela Musiol, die
ebenfalls am Ausschuss teilnehmende Familiensprecherin der Grünen.
"Es kann nicht sein, dass ein Kind, je nach dem in welchem Bundesland
es auf die Welt kommt andere Chanen bekommt. Ab welchem Alter ein
Kind einen Kindergarten oder eine Krippe besuchen darf, wie viel die
Betreuung kostet, wie viele Kinder in einer Gruppe betreut werden,
welche Qualifikationen das Personal zu erfüllen hat und wie viel
Platz ein Kind zum Spielen hat, wird vom Burgenland bis Vorarlberg
anders geregelt, das muss endlich ein Ende haben", fordert Musiol.
Die Grünen fordern deshalb seit Langem ein Bundesrahmengesetz.

Nach wie vor ist der Beruf der Kindergarten- oder HortpädagogInnen
nicht sehr attraktiv. "Gleiche Leistung sollte gleich entlohnt
werden: die Löhne aller PädagogInnen, vom Kindergarten an, sollen an
jenes der AHS-LehrerInnen angeglichen werden, weil Leistung in allen
Bildungseinrichtungen mit gleicher Wertigkeit stattfindet", sagt
Musiol. Nicht überraschend ist angesichts dieser Rahmenbedingungen
der große Mangel an PädagogInnen. Nur rund ein Drittel der
ausgebildeten KindergartenpädagogInnen geht auch tatsächlich dem
Beruf nach und nicht selten wird die Zeit im Kindergarten nach
wenigen Jahren beendet. Eine Reform der Ausbildung aller PädagogInnen
in Richtung einer Ausbildung auf Uni-Niveau ist längst überfällig.
Besonders prekär ist die Situation in Wien, weil bspw. in
Niederösterreich die Rahmenbedingungen für KindergartenpädagogInnen
besser sind. Eine bundeseinheitlich geregelte, höhere Bezahlung aller
PädagogInnen würde zu vermehrtem Interesse am Berufsfeld führen und
auch für mehr Männer attraktiv sein.
Richtung Ausschuss zeigt sich Musiol skeptisch: "Ich traue dieser
Aufbruchstimmung nicht - auch wenn ich ihr glauben möchte. Die
Willensbekundung aller Parteien, dass Bildung in Bundeskompetenz muss
und die Ausbildung aller PädagogInnen auf Hochschulniveau notwendig
ist, ist ein erster Schritt. Der Erfolg des Ausschusses wird aber
daran zu messen sein, ob dies auch rasch umgesetzt wird."

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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