- 01.03.2012, 10:56:37
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Tumpel zu Arbeitsmarktdaten: Überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Älteren offensiv begegnen
Wien (OTS) - Im Februar ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem
Vergleichsmonat im Vorjahr gestiegen: rund 380.500 Arbeit Suchende
(inkl. SchulungsteilnehmerInnen), das sind um 18.700 oder rund 5
Prozent mehr als im Februar 2011. Besonders irritierend ist für AK
Präsident Herbert Tumpel der überdurchschnittliche Anstieg der
Arbeitslosigkeit bei den Älteren (um über 10 Prozent auf über
70.100). Seit Jahren ist allen relevanten politischen Gruppen klar,
dass alles dafür getan werden muss, dass die älteren Menschen länger
im Erwerbsleben bleiben. "Es ist einfach zu verlangen, dass Ältere
länger arbeiten sollen. Aber was nützt das, wenn die Realität anders
aussieht und längeres Arbeiten nicht möglich gemacht wird",
kritisiert Tumpel insbesondere die Unternehmen, die sich nach wie vor
zu gerne von älteren ArbeitnehmerInnen trennen: "Dieses unsoziale
Verhalten mancher Unternehmen ist eine teure Variante zulasten des
Sozialsystems. Wir brauchen nicht nur eine offensive
Arbeitsmarktpolitik für die Älteren, wir brauchen auch die Mitarbeit
der Unternehmen. Wir brauchen endlich mehr Arbeitsplätze, die für
Ältere geeignet sind." Offensichtlich - so Tumpel - brauchen die
Unternehmen mehr Druck, damit sie in ihren Betrieben dafür sorgen,
dass die Älteren gesund und leistungsfähig möglichst lange in
Beschäftigung bleiben können.
Für Tumpel ist auch wichtig, dass trotz Sparpakets das
Arbeitsmarktservice (AMS) in den nächsten Jahren mehr Mittel für den
Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erhält: "Wir werden diese Mittel
auch dringend brauchen. Daher müssen alle Maßnahmen, die für mehr
Einnahmen in der Arbeitslosenversicherung sorgen, auch vollständig
und ohne Abstriche umgesetzt werden." Das gilt auch für die neue
Auflösungsabgabe. "Es braucht offensichtlich einen deutlichen Druck
auf die Betriebe, damit sie mehr für ihre älteren Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer tun." Die Auflösungsabgabe ist für den AK Präsident
ein notwendiger Schritt für die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen
für Ältere. Es gibt aber auch immer noch massive Defizite beim
Gesundheitsschutz, eine Diskriminierung Älterer, wenn es um
innerbetriebliche Weiterbildung geht, und immer noch kündigen zu
viele Unternehmen ältere Beschäftigte und tun zu wenig, damit diese
länger in Beschäftigung bleiben können. Für Tumpel sind mit den
Mehreinnahmen in der Arbeitslosenversicherung für gezielte
AMS-Maßnahmen für Ältere die Hausaufgaben noch nicht erledigt:
"Ältere Arbeitslose möglichst gut zu unterstützen, ist wichtig.
Genauso wichtig ist aber auch, wirkungsvolle Schritte gegen die
Kündigung Älterer zu setzen. Das von den Sozialpartnern im vorigen
Jahr gemeinsam geforderte wirkungsvolle Bonus-Malus-Modell muss noch
umgesetzt werden. Und ich bin auch der Meinung, dass wir einen
besseren Kündigungsschutz für Ältere brauchen."
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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