- 01.03.2012, 10:54:10
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AK Tumpel: "Österreichische Führungsetagen bleiben eine Männerbastion"
AK Frauen.Management.Report 2012: Bisherige Maßnahmen zeigen keine Wirkung, Frauen sind sowohl in den Vorständen als auch in den Aufsichtsräten weiterhin die Ausnahme
Wien (OTS) - Es kann nicht sein, dass das österreichische
Top-Management im Jahr 2012 immer noch einer männlichen Monokultur
entspricht", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Der AK
Frauen.Management.Report 2012 zeigt, dass der Frauenanteil in den
Geschäftsführungen und Aufsichtsräten kaum gestiegen ist: Im Vorstand
der österreichischen Top-200 Unternehmen sind aktuell wieder nur 5,1
Prozent Frauen vertreten. In den Aufsichtsräten hat sich der Anteil
trotz zahlreicher Initiativen der Wirtschaft nur geringfügig von 10,3
Prozent im Vorjahr auf 11,2 Prozent verbessert. "Trotz öffentlicher
Diskussion und vielen Versprechungen seitens der Unternehmen hat sich
an der Männerdominanz in den heimischen Führungsetagen nichts
geändert", kritisiert Tumpel: "Der Frauenanteil in Vorstands- und
Aufsichtsratspositionen bleibt Anfang des Jahres 2012 inakzeptabel
niedrig." Freiwillige Regelungen wie der für börsennotierte
Unternehmen vorgeschriebene Corporate Governance Kodex sind
offensichtlich wirkungslos. Die AK fordert mehr: Jetzt muss die
verpflichtende Frauenquote von 40% bei der Besetzung von
Aufsichtsratsmandaten gesetzlich verankert werden.
Der Frauen.Management.Report der Arbeiterkammer Wien hat im
Februar 2012 den Anteil von Frauen in den Geschäftsführungen und
Aufsichtsräten der Top 200 Unternehmen Österreichs (AG und GmbH)
sowie der Führungsgremien in den börsennotierten Unternehmen (ATX,
Prime Market, Mid Market, Standard Market Auction und Standard Market
Continuous) untersucht. Die Ergebnisse im Detail:
Top 200 Unternehmen: Männer führen zu 94,9 Prozent
In den Geschäftsführungen der Top 200 Unternehmen liegt der
Frauenanteil wieder bei lediglich 5,1 Prozent. Im Aufsichtsrat
stagniert der Anteil der Mandatsträgerinnen bei 11,2 Prozent. Nur
jeder neunte Aufsichtsratsposten ist mit einer Frau besetzt. In fast
der Hälfte der Unternehmen (43,7 Prozent) ist weder im Aufsichtsrat
noch im Vorstand eine Frau vertreten. Obwohl nur in rund drei Viertel
der Unternehmen Betriebsratskörperschaften eingerichtet sind, zählen
beachtliche 79 von 184 der Aufsichtsrätinnen zur
ArbeitnehmerInnenvertretung.
Börse-Unternehmen: Trotz Corporate Governance geringerer
Frauenanteil
Bei den besonders im Fokus der Öffentlichkeit stehenden
börsennotierten Unternehmen liegt der Frauenanteil sogar unter dem
Durchschnitt der Top-200: Nur vier Frauen (1,7 Prozent) im Vorstand
und 9,4 Prozent Mandatsträgerinnen im Aufsichtsrat. Auch hier gilt:
In jedem zweiten Unternehmen ist weder im Vorstand noch im
Aufsichtsrat eine Frau vertreten.
Gesetzliche Frauenquote statt freiwilliger Selbstregulierung
Mit dieser geringen Frauenquote findet sich Österreich im
internationalen Vergleich unter den Schlusslichtern. Länder, die
gesetzliche Geschlechterquoten beschlossen haben, haben dagegen den
höchsten Frauenanteil. Das zeigt: Die Selbstregulierung hat versagt
und nur eine gesetzliche Regelung kann den gewünschten Erfolg
bringen. Die Einführung einer Frauenquote von 40% ist längst
überfällig. Kürzlich haben sich nach Norwegen auch EU-Länder wie
Italien, Belgien und die Niederlande zu einer gesetzlichen
Geschlechterquote bekannt. Österreich muss rasch handeln, um nicht
Europas Schlusslicht zu werden.
Die AK-Forderungen im Detail:
+ Die AK fordert die Einführung einer gesetzlichen Geschlechterquote
von 40% bei der Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. Sanktionen bei
Nichteinhaltung sollten spürbare Strafen und eine Eintragung im
Firmenbuch sein.
+ Die legistische Umsetzung der Quote im Aktien- und GmbH Gesetz
sollte rasch erfolgen, Übergangsfristen zur Umsetzung in den
Unternehmen könnten zirka drei Jahre betragen. Die Umsetzung sollte
schrittweise erfolgen: zuerst in Kapitalgesellschaften in
mehrheitlich öffentlicher Hand und börsennotierten Gesellschaften,
dann in allen großen Kapitalgesellschaften.
+ Als Sofortmaßnahme für börsennotierte Unternehmen fordert die AK
wirksame und konkrete Regelungen im Corporate Governance Kodex, die
auf eine ausgewogene Vertretung beider Geschlechter im Aufsichtsrat
abzielen. Diese Regelungen müssen klare Zieldefinitionen enthalten.
Service: Den AK Frauen.Management.Report 2012 gibt es zum Download
unter: wien.arbeiterkammer.at
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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