- 01.03.2012, 10:30:26
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NÖ Impftag: Gesunde Kinder durch neue Impfungen!
Gemeinsame Fortbildung für Ärzte und Apotheker
Wien (OTS) - Am Samstag, dem 3. März, findet in Langenlois der
dritte niederösterreichische Impftag statt. Er widmet sich dem
umfangreichen Thema "Kinder-Impfungen". Dank modernster Impfstoffe
und eines ausgeweiteten kostenlosen Kinderimpfprogramms können unsere
Kleinsten vor gefährlichen Krankheiten wirksam geschützt werden.
Dennoch entpuppen sich manche Eltern als Impfverweigerer und setzen
sich und ihre Kinder einem enormen gesundheitlichen Risiko aus. Laut
einer neuen Studie lassen sich 20 Prozent der Befragten nie impfen!
Der NÖ Impftag ist eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für
Ärzte und Apotheker.
Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten
Präventionsmaßnahmen, insbesondere bei Kindern. In Niederösterreich
gibt es bereits seit geraumer Zeit einen Sechsfachimpfstoff im Rahmen
der Kinder-Impfaktion NÖ als Ganzjahresaktion. Dabei werden alle
Kinder ab Säuglingsalter grundimmunisiert. Zusätzlich wird die
Impfung gegen MMR (Masern, Mumps, Röteln) und Rotavirus im Rahmen des
Gratis-Kinderimpfprogramms angeboten.
Seit Februar 2012 werden die Impfungen gegen Pneumokokken- und
Meningokokken C-Erkrankungen in das kostenlose Impfprogramm
aufgenommen. Meningokokken-Infektionen sind besonders gefährlich und
verursachen etwa 100 Erkrankungen pro Jahr in Österreich mit einer
Sterblichkeit von 13 Prozent, Pneumokokken verursachen ca. 300
gesicherte Krankheitsfälle mit einer Sterblichkeitsrate von rund zehn
Prozent. Das heißt, dass in Österreich durchschnittlich 43 Personen
im Jahr an einer der beiden Infektionen sterben. "Mit der
Implementierung dieser beiden Impfungen ist das Österreichische
Impfkonzept wieder einen wichtigen Schritt weiter in den Bemühungen
zur Vermeidung von impfpräventablen Erkrankungen", so Prim.
Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Leiter der Kinder- & Jugendabteilung am
Landesklinikum St. Pölten, und Initiator des NÖ Impftages.
Wichtigste Änderungen im Gratiskinderimpfplan seit Februar 2012:
- Ausweitung der Impfung gegen Pneumokokken auf alle Säuglinge/Kleinkinder mit Dosen im 3., 5. und 12. Lebensmonat. - Reduktion der notwendigen Impfdosen gegen Pneumokokken und des Sechsfachimpfstoffs im Säuglingsalter von ursprünglich 4 (3+1) Dosen auf 3 (2+1) Dosen. - Aufnahme einer Impfung gegen Meningokokken (ACWY) mit einer Dosis für Schulkinder im 12. Lebensjahr. - Reduktion der Zahl der Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus im Schulalter von zwei auf eine Dosis als Vierfachimpfstoff mit Keuchhusten- und Kinderlähmungskomponente.
Die Prioritäten bei der Auswahl der Gratisimpfungen wurden nach
dem letzten Stand des Wissens einerseits auf sehr häufig vorkommende
Erkrankungen, andererseits auf seltene sehr schwerwiegend verlaufende
Krankheiten gesetzt. "Eine weitere Vorgabe war, dass man die Kinder
mit möglichst wenigen Stichen gegen möglichst viele Krankheiten
schützt", so Sektionschefin Doz. Dr. Pamela Rendi-Wagner, Leiterin
der Sektion III, Öffentliche Gesundheit und Medizinische
Angelegenheiten, Bundesministerium für Gesundheit.
Neue Studie: 20 Prozent der Bevölkerung lassen sich NIE impfen!
Trotz der großen Erfolge der Impfprogramme und der guten
Verträglichkeit moderner Impfstoffe sind die Verunsicherung und
Skepsis gegenüber Impfungen stärker denn je: In einer Umfrage an über
1600 Personen im Alter von über 18 Jahren sagten über 20 Prozent der
Befragten aus, dass sie sich nie impfen lassen. Ein Fünftel der
gesamten Bevölkerung steht demnach einem der wichtigsten
präventivmedizinischen Instrumente der Medizin ablehnend gegenüber.
Dies, obwohl große und auch unabhängige Gesellschaften wie die WHO
oder die UNICEF Impfungen auch in den entwickelten Ländern als
unverzichtbare Hilfe in der Bekämpfung von Krankheiten, Möglichkeiten
zur Senkung des Antibiotikaverbrauchs und damit auch zur Vermeindung
von Resistenzen gegen hochpotente Krankheitserreger sehen.
Krankheiten, die nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, wie
zum Beispiel Masern oder Keuchhusten könnten mittels der
Impfprogramme bei einer anhaltend hohen Durchimpfung fast eliminiert
werden. "Dadurch entsteht jedoch oftmals der falsche Eindruck, dass
jene Infektionskrankheiten nicht mehr gefährlich wären. Der Eindruck
trügt - denn nur durch flächendeckende Impfprogramme können diese
bisherigen Erfolge erhalten beziehungsweise ausgebaut werden", so
Rendi-Wagner.
Volkswirtschaftliche Bedeutung des Impfens
Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten Methoden, um vor
Infektionskrankheiten zu schützen. Dies hat nicht nur einen positiven
Einfluss auf die geimpfte Person, sondern ist auch
volkswirtschaftlich von großer Bedeutung. "Mit einer Impfung und dem
dadurch entstandenen Impfschutz erspart man der beziehungsweise dem
Geimpften einerseits, eine oft lebensbedrohliche Krankheit
durchzumachen, andererseits der Allgemeinheit, für die oft hohen
Kosten der Behandlung einer Infektionskrankheit aufkommen zu müssen",
meint HR Dr. Alfred de Martin, Landessanitätsdirektor des Landes
Niederösterreich.
Gratisschulimpfungen nun auch beim niedergelassenen Arzt möglich
Der sogenannte "Kärntner Impfschadensfall", bei dem ein
zwölfjähriger Bub nach einer Hepatitis B Impfung an einer Entzündung
des Sehnervs erkrankt war, sorgte für einige Unruhe nicht zuletzt
auch unter den impfenden Ärztinnen und Ärzten. Der Patient hat zwar
in der Zwischenzeit sein Sehvermögen wieder erlangt und auch als
Ursache für die Erkrankung konnte eine Herpes simplex Infektion
festgestellt werden, es blieb aber die Verurteilung der impfenden
Amtsärztin wegen mangelnder Aufklärungspflicht. In der Folge
weigerten sich auch in Niederösterreich wegen der bestehenden
Rechtsunsicherheit viele SchulärztInnen, die Gratisimpfungen
durchzuführen. Für Dr. Dietmar Baumgartner, Kinderarzt und
Impfreferent der Ärztekammer für NÖ, war diese Entwicklung ein
Schritt in die falsche Richtung: Um eine ausreichende
Durchimpfungsrate auch im Schulalter zu gewährleisten, hat das Land
Niederösterreich als erstes Bundesland ermöglicht, dass alle
Gratisschulimpfungen auch bei niedergelassenen ÄrztInnen durchgeführt
werden können." Dafür hauptverantwortlich zeichnet
Landessanitätsdirektor Dr. de Martin. "Diese letztlich von den
verantwortlichen Landespolitikern beschlossene Möglichkeit der
Einbindung der niedergelassenen Ärzteschaft in die Durchführung auch
der Schulimpfungen sollte beispielgebend auch für andere Bundesländer
sein", fordert Baumgartner.
Nichts desto trotz ist es unabdingbar, durch entsprechende
Informationen sowohl der Eltern als auch der Ärzteschaft die
Teilnahme an den Schulimpfungen wieder zu verbessern. Aufgrund der
leider zunehmenden Impfmüdigkeit in der Bevölkerung sind diese
Impfaktionen ein entscheidender Baustein dafür, die Durchimpfungsrate
für die wichtigsten durch Impfung vermeidbaren Erkrankungen zumindest
bis zum Ende des Grundschulalters hoch zu halten.
In der Zwischenzeit wurden vom Gesundheitsministerium geeignete
und sehr detaillierte Aufklärungsbögen erarbeitet, die es außer in
deutscher Sprache auch in Englisch, Kroatisch, Russisch, Türkisch und
Slowenisch gibt. Die Aufklärungsbögen sowie weitere Informationen zum
Impfplan können von der Homepage des Ministeriums unter
Prävention/Impfen heruntergeladen werden www.bmg.gv.at.
Impfaktionen in der Apotheke
Apothekerinnen und Apotheker spielen seit vielen Jahren eine
bedeutende Rolle bei der Information über die Notwendigkeit von
Impfungen. "Die Impfaktionen in den Apotheken helfen mit, die
Impfraten stabil zu halten bzw. zu erhöhen", sagt Mag.pharm. Dr.
Christian Müller-Uri, Apotheker in Schwechat und Präsident des
Österreichischen Apothekerverbandes.
Die Apothekerschaft beschäftigt sich mit verschiedenen Konzepten,
um die Durchimpfungsraten zu erhöhen. Eines davon ist eine
elektronische Impferinnerung per SMS direkt aus der Apotheke. "Viele
Impfungen werden in Schemata verabreicht, wo erst nach Monaten eine
Auffrischungsimpfung notwendig ist", weiß Müller-Uri. Die Impflinge
vergessen in solchen Fällen manchmal auf die Auffrischung, was den
Impfschutz allerdings gefährdet. Ein kurzes SMS aus der Apotheke
erinnert den Kunden an die bevorstehende Auffrischungsimpfung.
Heute am 1. März startet eine Impfaktion gegen Meningokokken
(Serotypen A, C, W135 and Y für Erwachsene und Jugendliche ab 11
Jahren). Bis 30. September können die Impfstoffe gegen diese
heimtückische Erkrankung zu einem günstigeren Preis in den Apotheken
bezogen werden.
Ab April folgt dann für zwei Monate die Hepatitis-Impfaktion. Hier
wurden leider in den vergangenen Jahren steigende Fallzahlen
festgestellt. Umso wichtiger ist es, auf die Gefährlichkeit von
Hepatitis - nicht nur im Zusammenhang mit klassischen Reiseländern -
hinzuweisen.
Die Impfaktion gegen FSME (Zecken) läuft noch bis 31. Juli 2012.
Am 1. Mai startet die Auffrischungs-Impfaktion für junge
Erwachsene. Dabei schützt eine einzige 4-Fach-Impfung gegen die
schweren Infektionskrankheiten Diphtherie, Wundstarrkrampf,
Kinderlähmung und Keuchhusten. Der Impfstoff ist bis Ende Juni in den
Apotheken vergünstigt zu beziehen.
Rückfragehinweis:
Österreichische Apothekerkammer Presse und Kommunikation Mag. Gudrun Reisinger Tel.: 01/404 14/600 E-Mail: [email protected] Ärztekammer für Niederösterreich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Mag. Birgit Jung Tel.: 01/53 751/623; 0676/848457 323 E-Mail: [email protected]
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