- 29.02.2012, 14:37:50
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Neue A&V Leitlinie "Rheumatoide Arthritis": Kompaktes Wissen für zielgenaue Diagnose und Behandlung
Wien (OTS) - Die Initiative "Arznei & Vernunft", eine in Europa
einzigartige Kooperation von Pharmaindustrie, Sozialversicherungen,
Ärzte- und Apothekerkammer, präsentiert die neue Leitlinie sowie die
Patientenbroschüre "Rheumatoide Arthritis" (RA). Namhafte ExpertInnen
aus dem Gesundheitswesen haben damit ein umfangreiches und hoch
aktuelles Kompendium für FachkollegInnen über den derzeitigen
Forschungsstand geschaffen. Die eigens entworfene Patientenbroschüre
bietet kompakt und übersichtlich Informationen für Laien. Leitlinie
und Patientenbroschüre werden an niedergelassene
AllgemeinmedizinerInnen, mit RA befasste FachärztInnen,
Krankenanstalten, Apotheken und Krankenkassen versendet. Weiters
können sie ab sofort auch über die Pharmig und die Burgenländische
GKK bezogen sowie über www.pharmig.at heruntergeladen werden.
Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste Erkrankung im
rheumatischen Formenkreis. Sie betrifft bis zu einem Prozent der
Bevölkerung (bis zu 80.000 Menschen in Österreich), zunehmend auch
die jüngere Generation. Für jene, die an RA erkranken, kann ein
erhöhtes Krebs- sowie ein drei- bis fünffaches Herzinfarktrisiko
bestehen. Betroffene sind mit Gelenkschädigungen und folglich mit
einer Einschränkung ihrer Lebensqualität, bis hin zur
Arbeitsunfähigkeit, konfrontiert.
Umso wichtiger ist es, die Symptome der RA frühzeitig richtig
zuzuordnen. Dabei ist die Diagnose nicht immer einfach zu stellen:
"Gelenkschmerzen sind ein häufiges Beschwerdebild in der klinischen
Praxis", sagt Jochen Zwerina, Co-Autor und Mitglied der
Expertengruppe. Sein Kollege im Expertenteam, Lothar Fiedler,
unterstreicht die Verantwortung der HausärztInnen hinsichtlich der
Identifikation der Symptome: "Sie sind in der Regel die ersten
Ansprechpartner."
Neue Leitlinie als praktikables Nachschlagewerk
ÄrztInnen und ApothekerInnen sowie alle Berufsgruppen, die in der
Patientenversorgung engagiert sind, haben mit der nun vorliegenden
A&V Leitlinie "Rheumatoide Arthritis" ein Nachschlagewerk, für das
namhafte ExpertInnen den aktuellen Forschungs- und Wissensstand
erarbeitet haben. Um eine interdisziplinäre Betrachtung der RA zu
gewährleisten, bestand das Expertenteam aus VertreterInnen der
unterschiedlichsten Fachrichtungen. Ebenso nahmen Vertreterinnen von
Selbsthilfeorganisationen an der Erstellung der Leitlinie und der
Patientenbroschüre teil. Erstmals wurde auch eine Kurzfassung der
Leitlinie im Umfang eines A3-Posters erstellt.
Um die KollegInnen im niedergelassenen Bereich bei der so
bedeutenden Diagnosestellung und Behandlung der RA zu unterstützen,
enthält die Leitlinie einen umfassenden Überblick über Klinik und
sinnvolle Untersuchungstechniken sowie über medikamentöse und
nicht-medikamentöse Therapien. Generell ist zu betonen, dass der
interdisziplinären Betreuung der PatientInnen unter Koordination der
HausärztInnen eine zentrale Bedeutung zukommt.
Forschung treibt innovative Therapien voran
Die Forschung im Bereich der RA hat zu signifikanten
Verbesserungen in der Behandlung Betroffener geführt, zuletzt auch
durch Biologika. Wolfgang Emminger, ebenfalls Co-Autor und Mitglied
der Expertengruppe, wertet es als äußerst positiv, dass hinsichtlich
der RA bei Kindern "zunehmend die bei Erwachsenen zugelassenen
Biologika auch im Kindesalter in Phase III Studien und
Beobachtungsstudien untersucht werden".
Robin Rumler, Präsident der Pharmig, betont die Bedeutung der
Forschung: "Gerade der Bereich RA ist ein Paradebeispiel
erfolgreicher Medikamentenentwicklung. Hat man noch bis vor wenigen
Jahren eher nur Symptome behandelt, so kann man heute im Idealfall
sogar den Verlauf der Erkrankung stoppen. Wenn alle PartnerInnen im
Gesundheitswesen zusammenarbeiten, dann kann man erfolgreich
Gesundheit fördern und Krankheiten therapieren. Die Initiative
"Arznei & Vernunft" ist dafür ein Vorbild!"
Service durch Zusammenarbeit der Systempartner
Klaus Klaushofer, Vorsitzender der Expertengruppe, betont, dass
vor allem Biologika-Therapien oftmals kostenintensiv aber wirksam
seien. Daher sei es umso wichtiger, dass diese zum richtigen
Zeitpunkt und unter fachkundiger Kontrolle zur Anwendung kommen, um
Wirksamkeit und Sicherheit zu garantieren. "Wir hoffen", so
Klaushofer, "mit der vorliegenden Leitlinie zur Behandlung der RA
sowie der entsprechenden Patienteninformation eine für die klinische
Routine nützliche Zusammenfassung erarbeitet zu haben".
Dass die RA und deren Behandlung einen bedeutenden Stellenwert
haben, führt schließlich auch Josef Probst vom Hauptverband der
österreichischen Sozialversicherungsträger vor Augen: "Im Jahr 2010
wurden fünf Prozent der Medikamentenausgaben für Therapien der RA
aufgewendet. Insgesamt stellten niedergelassene ÄrztInnen 427.000
Kassenverordnungen für diesen Bereich im Wert von 131,5 Millionen
Euro aus".
Patientenbroschüre: kompakte Zusammenfassung für Betroffene
Die eigens entworfene Patientenbroschüre informiert Betroffene,
Angehörige und Interessierte über das Thema RA und bietet wertvolle
Tipps zur Bewältigung von Alltagsproblemen im Zusammenhang mit der
Erkrankung. Wie relevant eine umfassende Information der PatientInnen
ist, betont Christiane Körner, Vizepräsidentin der österreichischen
Apothekerkammer: "In der Behandlung der RA greift die Therapie erst
mit einer Verzögerung von bis zu einem halben Jahr. Deshalb ist es
sehr wichtig, den Patienten in der Apotheke aufzuklären und zu
motivieren, dennoch seine Arzneimittel regelmäßig einzunehmen. Die
gemeinsame Initiative stellt einen wesentlichen Beitrag zu mehr
Compliance in der Behandlung dar."
Über "Arznei & Vernunft"
Die Initiative "Arznei & Vernunft" ist eine in Europa einzigartige
Zusammenarbeit zwischen Pharmawirtschaft, Sozialversicherungen,
Ärzte- und Apothekerkammer. Die Kooperation wurde auf Initiative der
Pharmig, Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, ins
Leben gerufen. Das Ziel: Ein vernünftiger, evidenzbasierter Umgang
mit Arzneimitteln auf allen Ebenen des Gesundheitswesens. In ihrer
mehr als 15-jährigen Geschichte brachte die Initiative bereits elf
Leitlinien sowie neun Patientenbroschüren, einige davon in mehreren
Auflagen, hervor.
Alle bisherigen Leitlinien und Patientenbroschüren können unter
http://www.arzneiundvernunft.info abgerufen werden.
Die aktuelle Leitlinie, Patientenbroschüre und das A3-Poster können
über folgende Stellen bezogen werden:
- Pharmig, Verband der pharmazeutischen Industrie: Helmut Kantz,
[email protected], 01/4060290-15
- Burgenländische Gebietskrankenkasse: DI Berthold Reichardt,
[email protected], 02682/608-1405
Vertreter der Expertengruppe sind:
- Univ. Prof. Dr. Wolfgang Emminger, stv. Leiter der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Nephrologie und Gastroenterologie, Leiter der Kinderrheumaambulanz, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, MUW - Univ. Prof. Dr. Klaus Klaushofer, Vorsitzender der Expertengruppe, Ärztlicher Direktor und Abteilungsvorstand der 1. Medizinischen Abteilung des Hanusch Krankenhauses der WGKK, beratender Arzt des Hauptverbandes - OA PD Dr. Jochen Zwerina, Leiter Fachbereich Rheumatologie der 1. Medizinischen Abteilung des Hanusch Krankenhauses der WGKK
Vertreter der Initiatoren sind:
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