• 29.02.2012, 13:23:04
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Grünewald zu Plänen der Gesundheitsreform und Kritik der ÖÄK

Wien (OTS) - "Wenn sich ExpertInnen einig sind, dass die maximale
Zersplitterung von Kompetenzen, Veranwortung und Finanzierungsströmen
sowohl ein kostentreibender Faktor als auch ein Zeichen fehlender
bundeseinheitlicher Leistungen für die PatientInnen ist, dann muss
auch über Alternativen nachgedacht werden," fordert Kurt Grünewald,
Gesundheitssprecher der Grünen.

"Das Ziel der Grünen war immer einer Harmonisierung von
Kassenbeiträgen und Leistungen sowie eine bundeseinheitliche
Planungsrichtlinie für Gesundheitsleistungen in ausreichender
Qualität. Seit Jahen spricht man von einer Stärkung der
'HausärztInnen' bei gleichzeitiger Profilbildung im stationärem
Bereich. Im Sektor des HausärztInnenmodells ist aber so gut wie
nichts geschehen. Hier spielt auch sicher das nicht geglückte
Konstrukt der Landesgesundheitsplattformen eine Rolle, die aufgrund
unterschiedlichster Interessenslagen nicht immer sonderlich innovativ
agieren. Löhne und Gehälter von Ärztinnen sollten auch nicht von der
Stimmungslage von Landeshautpleuten und dem Geschick des lokalen
Ärzteklammerpräsidenten bestimmt werden, gleiches gilt allerdings
auch für die Kassen," äußert sich Grünewald zur derzeitigen
Auseinandersetzung.
Grünewald erwartet sich noch vor dem Sommer eine sachgerechte
Diskussion unter Einbindung der Gesundheitsberufe und des Parlaments.
Noch sind keine Entscheidungen getroffen, aber sie müssen im Sinne
der Patientinnen und ihrer Versorgungssicherheit und Qualität gefällt
werden.

Die Befürchtung der Ärztekammer, dass es zu einer Staatsmedizin
kommen könnte, teilt Grünewald nicht: "Dies würde einem Pfingstwunder
gleichkommen. Ich sehe hier eher die Gefahr einer weiteren
Verländerung von Gesundheit mit der Etablierung neun verschiedener
Gesundheitssysteme. Landeshauptmann Pröll fantasiert sogar von neun
Länderkassen.
"Alle AkteurInnen wie auch die ÖÄK wären gut beraten, die neue Studie
des IHS zur Finanzierung aus einer Hand - die sechs verschiedene
Modelle präsentiert - als Grundlage von zielgerichteten Gesprächen zu
akzeptieren. 'Geheimverhandlungen' sind nicht unüblich, sollten sich
aber nicht auf Kosten der Betroffen zu sehr in Länge ziehen. Es wird
Zeit die Karten auf den Tisch zu legen allerdings nicht nur vor der
ÖÄK sondern auch vor anderen AkteurInnen, der
PatientInnenantwaltschaft und nicht zuletzt vor dem Parlament",
fordert Grünewald.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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