• 29.02.2012, 09:27:39
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Mehrsprachigkeit ist ein Potential!

Integrationshaus unterstützt Sprachstreik

Wien (OTS) - Die "1. März-MigrantInnenstreikbewegung" ruft für den
1. März zum ersten österreichweiten Sprachstreik auf. Unterstützt
wird die Aktion auch vom Wiener Integrationshaus. "Uns geht es um das
Recht auf Erstsprache, eine umfassende Sprachförderung und das
Bildungsziel Mehrsprachigkeit'", so die Geschäftsführerin des
Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger.

Mehrsprachigkeit sollte als Qualifikation anerkannt sein und auch
entsprechend entlohnt werden. Die Notwendigkeit des Erlernens der
deutschen Sprache wird natürlich auch vom Integrationshaus, wo
zahlreiche Spracherwerbsmaßnahmen angeboten werden, nicht in Frage
gestellt. Die derzeitige Deutschzwangspolitik schafft aber nur
Unsicherheit und Angst und zeichnet sich durch eine gewisse
Konzeptlosigkeit aus, die sich seit der ersten
"Integrationsvereinbarung" zeigt. "Es geht wohl in erster Linie nicht
um Integration und Deutschlernen, sondern eher darum,
Deutschkenntnisse als Vorwand zu nutzen, Zuwanderer aus bestimmten
Ländern auszugrenzen", so das "Netzwerk SprachenRechte", dem auch das
Integrationshaus angehört.

Das Integrationshaus bekennt sich seit seiner Gründung zum
Grundsatz der Förderung von Mehrsprachigkeit auf allen Ebenen.
"Sprache, vor allem die Mehrsprachigkeit, wird in der Politik aber
nach wie vor nicht als Potential anerkannt, sondern als Hindernis
eingesetzt", so Willi Resetarits, Mitbegründer des
Integrationshauses.

Der Verein Projekt Integrationshaus engagiert sich seit seiner
Entstehung im Jahr 1994 für die Förderung der frühen
Mehrsprachigkeit, zu der der aktive Einbezug der MigrantInnensprachen
gehört. Daher gibt es im Integrationshaus seit seiner Gründung einen
mehrsprachigen Kindergarten, der in Kooperation mit den "Wiener
Kinderfreunden" geführt wird. Die Aktivitäten des Vereins zur
Förderung und Begleitung eines verbreiteten Einsatzes von
MigrantInnensprachen in Kindergärten bzw. im Primarschulbereich in
Kooperation mit akademischen Institutionen wurden 2003 mit dem
Europasiegel prämiert.

Rückfragehinweis:
Nikolaus Heinelt
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43/1/212 35 20-47
mailto:[email protected]

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