AK Erhebung: Gewinne der Ölmultis sprudeln
AutofahrerInnen zahlen Zeche: Sprit extrem teuer
Wien (OTS) - Rekordpreise für Sprit. "Während die Autofahrerinnen
und Autofahrer zur Kasse gebeten werden, fahren die Ölmultis
Rekordgewinne ein", sagt AK Energie-Experte Dominik Pezenka. Eine AK
Erhebung zeigt: Der größte Ölmulti der Welt, ExxonMobil steigerte
seinen Gewinn im Jahr 2011 um 35 Prozent auf 42 Milliarden US-Dollar.
Die österreichische OMV konnte ihren Gewinn um 16 Prozent auf
umgerechnet 1,4 Milliarden US-Dollar erhöhen. Grund für die
sprudelnden Gewinne sind die hohen Ölpreise die durch spekulative
Geschäfte angeheizt werden. "Es ist ungerecht, dass die Menschen mit
überhöhten Preisen draufzahlen", so Pezenka. Die AK fordert von der
EU Maßnahmen gegen die Spekulanten und Marktuntersuchungen.
Schon 2011 war das teuerste Jahr aller Zeiten für die
AutofahrerInnen. Im Jahres-durchschnitt 2011 lag der Dieselpreis um
22,4 Cent pro Liter (plus 20 Prozent) über dem Jahr 2010. Eurosuper
war um 16,9 Cent pro Liter (plus 14 Prozent) teurer. Für
Diesel-FahrerInnen bedeutete das Mehrkosten von durchschnittlich 235
Euro im Jahr 2011.
Jene Unternehmen, die auf allen Wertschöpfungsstufen aktiv sind -
also von der Ölför-derung bis hin zum Spritverkauf an den Tankstellen
-, können das Rohöl günstig fördern und kassieren teure
Weltmarktpreise. Es gibt zu wenig Wettbewerb im Mineralölmarkt.
Außerdem ist es äußerst undurchsichtig, wie die Preise zu Stande
kommen. Und: Die aktuellen politischen Unsicherheiten sind ein
gefundenes Fressen für die Spekulation auf Rohöl. Und sie sind als
Preissteigerungsgrund nur vorgeschoben. Dabei wird der Ölpreis durch
die Wetten von reinen Finanzmarktakteuren zusätzlich angeheizt.
Die AK Erhebung zeigt: So stiegen die Gewinne der Ölmultis von
2010 auf 2011
+ ExxonMobil: 41,1 Mrd. US-Dollar - plus 35 Prozent
+ Shell: 30,9 Mrd. US-Dollar - plus 54 Prozent
+ Chevron: 26,9 Mrd. US-Dollar - plus 42 Prozent
+ BP: 25,7 Mrd. US-Dollar*)
+ Total: 17,1 Mrd. US-Dollar - plus 22 Prozent
+ ConocoPhillips: 12,4 Mrd. US-Dollar - plus 9 Prozent
+ ENI: 9,6 Mrd. US-Dollar - plus 15 Prozent
+ OMV: 1,4 Mrd. US-Dollar - plus 16 Prozent
*) Aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko machte BP 2010 einen
Verlust von 3,7 Mrd. US-Dollar
Konkret fordert die AK:
+ Spekulanten Riegel vorschieben: Die Regierung muss sich auf
EU-Ebene für Maßnah-men gegen Spekulationen auf den Rohstoffmärken
einsetzen, vor allem am Ölmarkt.
+ Sprit-Preisbildung untersuchen: Die EU-Kommission muss die
Preisbildung bei Rohöl und Sprit prüfen sowie den Mineralölmarkt
untersuchen.
+ Die Bundeswettbewerbsbehörde muss den österreichischen
Treibstoffmarkt genau unter die Lupe nehmen. In Deutschland ist das
durch das deutsche Bundeskartellamt bereits passiert. Das Ergebnis:
Die Marktmacht fünf großer Multis zieht ein höheres Preisniveau nach
sich - die Marktstruktur ist auch in Österreich so.
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677,
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doris.strecker@akwien.at
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