OTS0056   28. Feb. 2012, 09:52

AK Erhebung: Gewinne der Ölmultis sprudeln

AutofahrerInnen zahlen Zeche: Sprit extrem teuer


Rekordpreise für Sprit. "Während die Autofahrerinnen und Autofahrer zur Kasse gebeten werden, fahren die Ölmultis Rekordgewinne ein", sagt AK Energie-Experte Dominik Pezenka. Eine AK Erhebung zeigt: Der größte Ölmulti der Welt, ExxonMobil steigerte seinen Gewinn im Jahr 2011 um 35 Prozent auf 42 Milliarden US-Dollar. Die österreichische OMV konnte ihren Gewinn um 16 Prozent auf umgerechnet 1,4 Milliarden US-Dollar erhöhen. Grund für die sprudelnden Gewinne sind die hohen Ölpreise die durch spekulative Geschäfte angeheizt werden. "Es ist ungerecht, dass die Menschen mit überhöhten Preisen draufzahlen", so Pezenka. Die AK fordert von der EU Maßnahmen gegen die Spekulanten und Marktuntersuchungen.

Schon 2011 war das teuerste Jahr aller Zeiten für die AutofahrerInnen. Im Jahres-durchschnitt 2011 lag der Dieselpreis um 22,4 Cent pro Liter (plus 20 Prozent) über dem Jahr 2010. Eurosuper war um 16,9 Cent pro Liter (plus 14 Prozent) teurer. Für Diesel-FahrerInnen bedeutete das Mehrkosten von durchschnittlich 235 Euro im Jahr 2011.

Jene Unternehmen, die auf allen Wertschöpfungsstufen aktiv sind - also von der Ölför-derung bis hin zum Spritverkauf an den Tankstellen -, können das Rohöl günstig fördern und kassieren teure Weltmarktpreise. Es gibt zu wenig Wettbewerb im Mineralölmarkt. Außerdem ist es äußerst undurchsichtig, wie die Preise zu Stande kommen. Und: Die aktuellen politischen Unsicherheiten sind ein gefundenes Fressen für die Spekulation auf Rohöl. Und sie sind als Preissteigerungsgrund nur vorgeschoben. Dabei wird der Ölpreis durch die Wetten von reinen Finanzmarktakteuren zusätzlich angeheizt.

Die AK Erhebung zeigt: So stiegen die Gewinne der Ölmultis von 2010 auf 2011 + ExxonMobil: 41,1 Mrd. US-Dollar - plus 35 Prozent + Shell: 30,9 Mrd. US-Dollar - plus 54 Prozent + Chevron: 26,9 Mrd. US-Dollar - plus 42 Prozent + BP: 25,7 Mrd. US-Dollar*) + Total: 17,1 Mrd. US-Dollar - plus 22 Prozent + ConocoPhillips: 12,4 Mrd. US-Dollar - plus 9 Prozent + ENI: 9,6 Mrd. US-Dollar - plus 15 Prozent + OMV: 1,4 Mrd. US-Dollar - plus 16 Prozent *) Aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko machte BP 2010 einen Verlust von 3,7 Mrd. US-Dollar

Konkret fordert die AK: + Spekulanten Riegel vorschieben: Die Regierung muss sich auf EU-Ebene für Maßnah-men gegen Spekulationen auf den Rohstoffmärken einsetzen, vor allem am Ölmarkt. + Sprit-Preisbildung untersuchen: Die EU-Kommission muss die Preisbildung bei Rohöl und Sprit prüfen sowie den Mineralölmarkt untersuchen. + Die Bundeswettbewerbsbehörde muss den österreichischen Treibstoffmarkt genau unter die Lupe nehmen. In Deutschland ist das durch das deutsche Bundeskartellamt bereits passiert. Das Ergebnis: Die Marktmacht fünf großer Multis zieht ein höheres Preisniveau nach sich - die Marktstruktur ist auch in Österreich so.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0056 2012-02-28 09:52 280952 Feb 12 AKW0001 0452



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